Herbstlicher Igelschutz im Garten

BUND gibt Tipps für die Schlafplatzsuche und fürs Füttern der Stacheltiere

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Der BUND Bremen appelliert jetzt an alle Gartenbesitzer, beim „Herbstputz“ darauf zu achten, dass auch Igel noch einen Unterschlupf finden. Denn sobald im Herbst die Temperaturen unter fünf Grad fallen, verlassen die nachtaktiven Tiere auch tagsüber ihre Nester und sind in Parks und Gärten anzutreffen: Sie müssen sich die nötigen Fettreserven als Kälteschutz und Nahrungsvorrat für den Winterschlaf anfressen. Neben Insekten, Asseln, Würmern und Schnecken suchen sie nun auch nach einem trockenen und frostsicheren Quartier.

„Doch in akribisch aufgeräumten Gärten ohne geeignete Versteckmöglichkeiten kann ein Igel die kalte Jahreszeit nicht überstehen“, weiß Martin Rode, Landesgeschäftsführer vom BUND Bremen. Für den Winterschlaf bauen sich die Tiere gerne unter Büschen in einer Mulde ein Nest und bedecken sich mit reichlich Laub. So schützen sie sich vor Frost und Austrocknung. Auch Hohlräume unter Holzstapeln werden gerne angenommen. „Am besten sollten Blätter, Gestrüpp und Zweige in einer Gartenecke liegen bleiben“, empfiehlt der Biologe. „Diese Materialien nutzen Igel, um ihre Nester zu isolieren und sich während des Winterschlafs darin einzuwickeln.“

Wer Sorge hat, dass ein Igel mangels ausreichend verfügbarer Nahrung mit Untergewicht in den Winter zu gehen droht, kann jetzt im Herbst zufüttern: Als Nahrung eignet sich hierfür Katzen- oder Hundedosenfutter, ungewürztes Rührei, gekochtes Geflügelfleisch oder durchgegartes Hackfleisch. Auf den Speiseplan der Stacheltiere gehören auf keinen Fall Essensreste, Süßes oder Gewürztes. Igeltrockenfutter darf nur in geringen Mengen unter das weitere Futter gemischt werden. Zu Trinken bekommen Igel frisches Wasser, aber auf keinen Fall Milch. Denn diese führt bei ihnen zu Durchfall und schlimmstenfalls zu Austrocknung und Tod. „Bei Temperaturen um null Grad muss die Zufütterung beendet werden“, sagt Rode. „Denn bei niedrigen Temperaturen führt diese nicht mehr zu einer Zunahme des Körpergewichts. Füttert man die Igel trotzdem weiter, hält man sie künstlich wach und vom Winterschlaf ab.“

Nur in Notfällen sollten Igel zum Überwintern im Haus aufgenommen werden. „Tiere, die bei anhaltendem Bodenfrost oder Schnee noch tagsüber unterwegs sind und Anzeichen von Unterernährung aufweisen, krank oder verletzt sind, bedürfen unserer Hilfe“, betont der BUND-Sprecher. „Untergewichtigen Igeln kann man zwar selbst mit Unterkunft, Nahrung und Winterschlaf helfen, man sollte dafür vorher aber auf jeden Fall erfahrene Igelexperten zu Rate ziehen. Kranke und verletzte Tiere benötigen dagegen dringend fachmännische Hilfe. Rat und Hilfe erhält man zum Beispiel bei einem Tierarzt, Tierheim, einer Igelstation oder einer auf Igel spezialisierten Organisation.“

Mehr Infos zum Igel bietet die BUND-Broschüre „Igel im Garten“. Sie kostet 2,20 € und kann unter www.bundladen.de bestellt werden. Weitere Informationen gibt es unter www.bund.net. Die Igel-Hotline des Vereins Pro Igel e.V. ist unter 0180-5555-9551 erreichbar (14 Cent/Minute aus dem dt. Festnetz, max. 42 Cent/Minute aus den Mobilfunknetzen).