Blutiges Palmöl

Gemeinsame Informationsveranstaltung mit dem BIZ am Donnerstag, den 15.12.11 um 19.00 Uhr im Überseemuseum. Zu Gast sind vier indonesische Kleinbauern und Ureinwohner, die mit Gewalt aus ihrem Wald vertrieben worden sind - im Namen der Bioenergie.

Europa verbraucht viel Palmöl für Speisen, Fette und zunehmend zum Verbrennen in Blockheizkraftwerken. Dafür werden in Indonesien die Regenwälder abgebrannt und Menschen mit  Gewalt vertrieben. Im August 2011 hat der Palmölkonzern WILMAR, der unter anderem in Brake an der Unterweser eine große Raffinerie betreibt, ein ganzes Dorf niederbrennen lassen. Darunter auch die Hütte von Ida, die mit ihrem kleinen Sohn Agung fliehen konnte. Die beiden kommen nach Bremen, um über die Verbrechen der Palmölindustrie zu informieren. Ida steht noch unter dem Schock der Ereignisse: „Sie haben auf uns geschossen und alles verbrannt: Unsere Papiere, sogar die Lebensmittelreserven, damit wir nicht zurückkommen. Aber wir geben unseren Wald nicht her. Mein Stamm lebt seit Jahrzehnten darin.“ Auch Feri Irawan wird anwesend sein. Er ist im indonesischen Vorstand von „Friends of  the Eearth“  und organisiert den Widerstand der Menschen auf Sumatra.  Besonders empört ist er darüber, dass Konzerne wie WILMAR das deutsche Nachhaltigkeitssiegel ISCC erhalten haben. „Das ist krasser Etikettenschwindel und führt dazu, dass die Konzerne noch mehr Regenwald abholzen, die Böden und Gewässer verschmutzen und das Klima durch die Brandrodungen ruinieren.“  Die Nachhaltigkeitslüge ist ein politisches Problem, das in Europa gelöst werden müsse, so Feri Irawan. Denn mit Hilfe des Siegels erhalten Konzerne, die Menschen vertreiben und auf sie schießen lassen, auch noch die europäischen Zuschüsse für „regenerative Energien“. 
 
Die Indonesier haben großes Interesse, Kontakte zu knüpfen und suchen Unterstützung. Die Filmemacherin Inge Altemeier wird voraussichtlich einen Kurzfilm zum Thema Palmöl zeigen und auf der Veranstaltung dolmetschen.

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