5. September 2012

Ein Boot versinkt im Müll – unsere Flüsse und Meere auch

Für große Aufmerksamkeit sorgte am 5.9. ein vom Bund Bremen gestaltetes Müll-Objekt an der Schlachte – unserer Promenade in der Bremer Innenstadt. Das vom BUND-Bundesvorsitzendem Hubert Weiger präsentierte Objekt symbolisiert die Müllmengen, die über die Weser in die Nordsee transportiert werden.

Das Objekt bestand aus einen mit 82 großen Müllsäcken beladenen Boot. Deren Inhalt stammt von der nur 1 km  langen Lankenauer Weserinsel – einer Insel im bremischen Hafengebiet. Dort sammelten innerhalb nur eines Jahres BUND-Mitarbeiter/Innen über 300 kg Abfall aus der Uferböschung. Denn dieser gefährdet nicht nur die hier brütenden Vögel, sondern auch die Ziegen aus einem Beweidungsprojekt des BUND.  

Viele Bremer Bürgerinnen und Bürger bestaunten das Müll-Objekt und ließen sich am BUND Infostand sich über das Thema Plastikmüll in den Ozeanen aufklären. „Mit der Aktion will der BUND den Menschen bewusst machen, dass die Vermüllung der Meere an Land beginnt. 80% des Mülleintrags kommen über die Flüsse ins Meer“, erklärt Nadja Ziebarth, Meeresschutzexpertin vom BUND. Insgesamt gelangen jährlich nach Schätzungen 20.000 Tonnen Müll in die Nordsee, der Müll zu 90 % aus Plastik besteht. Weltweit sterben daran etwa eine Millionen Vögel und 100.000 Meeressäuger jährlich.

 

Bremer Wesermüll

Manch ein Passant wird wohl den einen oder anderen Gegenstand auf dem Müllboot erkannt haben. Denn viele der Plastikbecher, Fleischverpackungen und Plastikflaschen haben ihren Ursprung auf einer der vielen Grillpartys am Werdersee oder den Festen in der Stadt und an der Schlachte. Denn hier bleibt der Müll häufig liegen, gelangt in die Weser und schließlich in die Nordsee.

Eine Botschaft der Aktion war folglich: Müll gehört nicht in die Landschaft und in die Gewässer! Weitere Stichpunkte waren Müllvermeidung, Wiederverwertung und Recycling. Es gilt wenig Müll zu produzieren und den Müll zu recyceln. „Plastik ist ein Wertstoff und kein Müll. In Zeiten immer knapper werdender Ressourcen und teurer werdender Rohstoffe darf Plastik nicht achtlos weggeworfen werden. Wir gefährden damit nicht nur die Umwelt, sondern vergeuden wertvolle Rohstoffe. Die Antwort auf dieses Problem muss heißen: Plastik muss vermieden bzw. in den Wirtschaftskreislauf zurückgeführt werden“, so Hubert Weiger, BUND-Bundesvorsitzender.
Es ist Zeit, dass sich etwas ändert! Denn während der Aktion füllte BUND-Mitarbeiter Michael Abendroth erneut 5 Säcke mit Müll auf der Lankenauer Weserinsel.

Fotos von der Aktion und zum Thema gibt es hier.

Derzeit arbeiten wir an einem Informationsfilm zur Entstehung und Umsetzung dieses Projekts, der bald auf unserer Homepage gezeigt wird.

Wir danken dem Recyclinghof Findorff, der bras Bremen und BioConsult für ihre tatkräftige Unterstützung bei dieser Aktion.

Für Rückfragen:
Oliver Hofmann, 0421/79002-0

Das Projekt wurde gefördert vom Senator für Umwelt, Bau und Verkehr.

 

 




  • Direkt zur Online-Spende, Foto: eyewire / fotolia.com
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