28. August 2012

Auf alle Eventualitäten vorbereiten - Bei der Bergung der MSC FLAMINIA muss Schutz von Mensch und Umwelt an erster Stelle stehen


Seit Tagen treibt der in Folge von Explosionen und Bränden stark beschädigte Containerfrachter MSC FLAMINIA durch den Atlantik. Der Frachter ist mit insgesamt 151 Gefahrgutcontainern beladen, von denen 72 offenbar zerstört und weitere 24 beschädigt sind. Aus seerechtlichen Gründen hat die Bundesrepublik Deutschland dem schwer beschädigten Schiff einen Notliegeplatz in deutschen Gewässern gestattet. Derzeit ist eine Tiefwasserrede vor Helgoland vorgesehen, nach einer Inspektion soll das Schiff dann in einen Hafen, voraussichtlich Wilhelmshaven, geschleppt werden.

Der BUND Niedersachsen sieht den gesamten Vorgang rund um die MSC FLAMINIA mit großer Besorgnis. Unter allen Umständen muss bei der Bergung des Schiffes eine Gefährdung von Mensch und Umwelt verhindert werden. Der BUND stellt bei der Bergung des Schiffes daher folgende Forderungen:

1. Die MSC FLAMINIA darf nur dann durch das ökologisch besonders sensible Wattenmeer geschleppt werden, wenn ein Auseinanderbrechen des Schiffes ausgeschlossen werden kann.
2. Die Ladeliste des Schiffes mit allen Gefahrstoffen an Bord muss unverzüglich und vollständig veröffentlicht werden.
3. Beim Abschleppen des Schiffes und während der Tiefwasserreede muss die gesamte Bandbreite an technischem Equipment zur Gefahrenabwehr vorgehalten werden, um auf unvorhergesehene Situationen sofort reagieren zu können.
4. Der Zielhafen, in den das Schiff letztendlich überführt werden soll, muss eine vollständige Logistikkette zum Löschen der Gefahrstoffe vorhalten.
5. Mittelfristig muss eine EU weite Regelung getroffen werden, damit havarierte Schiffe schnellstmöglich geborgen werden und ein „nicht vor meiner Haustür“ in Zukunft ausgeschlossen wird.

Die Vorgänge rund um die MSC FLAMINIA verdeutlichen die großen Gefahren des ständig wachsenden globalen Schiffsverkehrs. Die deutsche Bucht ist bereits heute eine wahre Schiffsautobahn, neue technische Anlagen wie Offshorewindparks werden die Befahrung weiter erschweren. Dieser Schiffsverkehr muss deshalb in Zukunft so ausgestaltet und gesteuert werden, dass eine Gefahr für die ökologisch sensiblen Küstenlebensräume und der dort lebenden Menschen ausgeschlossen wird.


Rückfragen zum Thema an:
Nadja Ziebarth
BUND-Projektbüro Meeresschutz
Tel. (0421) 7900232
E-Mail: nadja.ziebarth@bund.net




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