18. April 2017

Auf dem Weg zu Bremens größtem Urwald:BUND sichert Valentinwildnis

Auf der ehemaligen Baustellenfläche des U-Boot-Bunkers Valentin in Bremen-Farge hat sich seit Ende des zweiten Weltkrieges nahezu ungestört ein Wald entwickeln können. Der Wald deckt die Bunkerbaustelle und die damit verbundenen Zeiten mörderischer Zwangsarbeit mit einem grünen Kleid ab. Aus einem Ort des Grauens und der Qualen wurde in 70 Jahren eine Oase der Natur. Es handelt sich um die größte Fläche in Bremen, auf der ein natürlicher Wald heranwachsen konnte. Anfang April 2017 hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Bremen die Valentinwildnis von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben gekauft. Ziel des Umweltverbandes ist es, die Entwicklung der Valentinwildnis zum Urwald dauerhaft sicherzustellen. In Zeiten knapper werdender Flächen und zunehmenden Siedlungsdruckes wird es immer wichtiger, die vorhandenen grünen Inseln zu schützen. Und der beste Schutz ist über das Eigentum möglich. Deshalb hat sich der BUND für den Flächenerwerb entschieden und die notwendigen Mittel in einer dreimonatigen Spendenkampagne zusammengetragen. Allen Spenderinnen und Spendern sei herzlich gedankt.

Die Valentinwildnis ist heute ein feuchter Sekundär-Auenwald aus Weiden, Birken und Pappeln mit einem hohen Anteil von umgestürzten Bäumen und Totholz. Totholz ist ein Hauptkennzeichen für naturbelassene Waldstandorte und besonders wichtig für die Artenvielfalt im Wald. Auch die Grenzlinien zwischen Baumbeständen und noch vorhandenen baumarmen Hochstaudenfluren erhöhen die Artenvielfalt im Gebiet. Eine reiche Vogelwelt kennzeichnet die Valentinwildnis. Dazu zählen mehrere Spechtarten. Die Nähe zur Bunkerruine spielt eine große Rolle z.B. zur Nahrungssuche für die Tausende von Fledermäusen, die im Herbst den Bunker ansteuern, um dort zu überwintern. 

Der BUND will weiterhin die ungestörte Waldentwicklung ermöglichen, aber auch in enger Zusammenarbeit mit dem Denkort Bunker Valentin über Gegenwart und Vergangenheit des Areals informieren. Damit setzt der Umweltverband auch eine vom 2009 verstorbenen BUND-Ehrenvorsitzenden Walter Schröder schon in den 1970er Jahren formulierte Zielsetzung um, die Valentinwildnis für den Naturschutz zu sichern. Sie soll ein Ort der besonderen Naturerlebnisse sein. Dazu gehört aber auch, dass wilde Müllablagerungen unterbleiben und keine Gartenabfälle abgelegt werden. Betreten des Gebietes abseits der Wege stellt für die Tierwelt eine erhebliche Störung dar. In diesem Sinne bittet der BUND Anwohner und Spaziergänger um Mithilfe und Unterstützung.




  • Direkt zur Online-Spende, Foto: eyewire / fotolia.com
  • Direkt zum Online-Antrag, Foto: eyewire / fotolia.com

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