12. September 2011
Auf der Suche nach der Mutterknolle - Oslebshauser Grundschüler ernten mit dem BUND ihre Kartoffeln auf dem Gelände der Gröpelinger Recycling Initiative
Von: Heike Schumacher


Bremen, 8. 9. 2011. Mit derart vielen Kartoffeln haben die Drittklässler der Grundschule an der Oslebshauser Heerstraße nicht gerechnet. An einem Montagmorgen ernten Jungen und Mädchen „Finka“, „Laura“, „Rote Emmalie“ und „Allians“ – Dies sind keine Außerirdischen aus dem Erdreich, sondern einheimische Kartoffelsorten, die die Kinder bereits im Mai dieses Jahres auf dem Gelände hinter der Recyclingstation in Oslebshausen gepflanzt haben.
Zum zweiten Mal führte der BUND für Umwelt und Naturschutz mit Grundschülern ein Kartoffelprojekt in Oslebshausen an der Recyclingstation durch. Mitarbeiter des Quartierservice Gröpelingen haben im Frühjahr Mutterboden angefahren und fünf neue Beete für die Kinder angelegt. Ihr Anleiter des Quartierservice Roman Trzebiatowski hatte im letzten Jahr die Idee. Heike Schumacher vom BUND ist nach wie vor begeistert über die Kooperation. „Für uns ist es eine große Erleichterung, wenn wir die Kartoffelbeete nicht selber anlegen müssen und uns die Mitarbeiter des Recyclinghofes bei allen Aktivitäten wie zum Beispiel auch bei der Anlage einer Schmetterlingswiese unterstützen“, so die Biologin.
Bei der Ernte ist es interessant herauszufinden, wie viel Kilogramm Kartoffeln eine einzelne Pflanze auf die Waage bringt. Zunächst schätzen die Schülerinnen und Schüler das Gewicht drei verschieden großer Kartoffelhaufen. Sind es – 0,5 kg, 1kg oder doch 1,5 kg? Die Schulkinder bekommen ein Gefühl für Mengen und können relativ gut abschätzen, wie viel an ihrer geerntete Pflanze hängt, bevor sie genau auswiegen. Dass schon eine einzelne Kartoffel 500g schwer sein kann, überrascht alle Beteiligten.
Wer findet die im Frühjahr gepflanzte Mutterknolle wieder? Viele Kartoffeln wurden vorgeschlagen, vor allem dicke Exemplare – als dann klar wird, dass die Mutterknolle nur noch eine ausgezehrte Hülle sein kann, da sie ja die ganze Pflanze ernährt hat, sind die Kinder überrascht und suchten voller Neugier weiter, bis sie am Ende endlich eine Mutterknolle finden.
Die Kleinen sind begeistert. Wahre Goldgräberstimmung kommt beim Wühlen in der Erde auf. Unglaublich viele rote und gelbe Kartoffeln landen im Eimer. Schätzungsweise ein Zentner Kartoffeln kommen zusammen. Die Kartoffeln verschwinden zum großen Teil in den Taschen der Schüler, aber ein Rest der Kartoffeln kommt in den Schulbollerwagen. Denn die Lehrerinnen Jana Engelke und Sonja Preuß wollen zum Abschluss des Kartoffelprojektes zusammen mit den Drittklässlern in der schuleigenen Küche an der Oslebshauser Straße leckere Kartoffelgerichte zaubern.
Rückfragen: Heike Schumacher, Tel: 7900256