29. Mai 2017

BUND fordert Bremen zu nachhaltiger Trinkwasserversorgung auf

"Bremens Trinkwasser ist von hervorragender Qualität. Allerdings ist die Bremer Trinkwasserversorgung nicht nachhaltig", findet BUND Geschäftsführer Martin Rode. Sie beruht überwiegend auf Trinkwasserlieferungen aus wenigen niedersächsischen Quellen. Dort werden z.T. so große Wassermengen entnommen, dass massive Schäden in der Landschaft entstehen. Besonders im Verdener Fördergebiet Panzenberg wird seit Jahrzehnten ein Vielfaches der verträglichen Menge entnommen. Doch statt die Entnahmemengen in verträgliche Größenordnungen zurückzufahren, wird auf gute Geschäftsbeziehungen und langfristige Lieferverträge gesetzt. Eine nachhaltige Wasserversorgung Bremens braucht daher eine neue Strategie und eine breitere Streuung der Bezugsquellen. Mehr Bezugsquellen sind sinnvoll, um die Risiken zu minimieren, die mit zunehmender Grundwasserbelastung durch Nitrat und Pestizidrückstände verbunden sind und um Förderkapazitäten einzelner Standorte nicht zu überreizen. Dabei darf nicht vergessen werden, dass es Grundwasserbrunnen gibt, deren Fördermenge nicht genutzt wird, z.B. in Bremerhaven. Die Seestadt versorgt sich selbst mit Wasser aus dem direkten Umfeld. Aber es entstehen zusehends Probleme nach dem Schließen von Trinkwasserbrunnen, wenn in der Folge der Grundwasserspiegel in Wohngebieten ansteigt und Keller vernässen. Wenn also in Bremerhaven zu viel Wasser für die Eigenversorgung zur Verfügung steht und in Bremen zu wenig, sollte hier ein Ausgleich hergestellt werden. Eine ähnliche Situation gibt es in Delmenhorst.

Etwas weniger als ein Fünftel der Trinkwasserversorgung Bremens kommt aus Brunnen in Bremen Nord - immerhin. Diese zu sichern, muss dennoch erste Hausaufgabe des Senats sein. Aber die Brunnen in Vegesack verfügen nicht über eine hinreichende Trinkwasserschutzzone. "Dieser unhaltbare Zustand muss noch in dieser Legislaturperiode abgestellt werden. Schließlich geht es um unser kostbarstes Lebensmittel", so Martin Rode. Im Gegensatz dazu sind die Brunnen in Blumenthal mittlerweile trotz des jahrelangen Widerstands einiger Industriebetriebe mit einer großen Trinkwasserschutzzone ausgestattet. Dennoch bleibt die latente Gefahr, die seit Jahren von der Grundwasserverschmutzung durch das Tanklager Farge ausgeht.

Der BUND fordert den Senat auf, endlich eine neue Trinkwasserstrategie für Bremen zu entwickeln, die auf drei Säulen steht. Dazu zählt, den Trinkwasserverbrauch weiter zu verringern, die eigenen Trinkwasserbrunnen optimal zu schützen und die Trinkwasserversorgung aus Niedersachsen so aufzustellen, dass in den dortigen Fördergebieten durch die Trinkwassergewinnung für Bremen kein Schaden entsteht.

Rückfragen: Martin Rode, 0171 3354 500




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