26. April 2017

BUND fordert Durchstarten in die Mobilität von morgen

Der BUND Bremen forderte gestern auf seiner Jahreshauptversammlung ein Durchstarten in die Mobilität von morgen. Denn eine nachhaltige Mobilität dient der Umweltentlastung von Bremen und Bremerhaven und der Steigerung der Lebensqualität in unserem Bundesland. Sie reduziert die Abhängigkeit vom Erdöl und ist damit ein wichtiger Baustein für den Klimaschutz.

Ein "Weiter so" mit immer mehr Pkw- und Lkw-Verkehr ist nicht zukunftsfähig. Die fossile Energie ist endlich und der Verbrennungsmotor ein viel zu lange hoch gehaltenes Auslaufmodell. Nicht dem schadstoffgeschönten Dieselmotor sondern dem Elektroantrieb gehört die Zukunft. Es geht aber auch um Platz in der Stadt, z.B. durch eine restriktive Parkraumbewirtschaftung. Denn erst wenn Autos raus aus der Innenstadt sind, gibt es wieder mehr Platz für Menschen und Stadtleben. Das Dogma der autogerechten Stadt ist von vorgestern. Eine autofreundliche Stadt ist menschenfeindlich: Abgasbelastete Stadtluft macht krank.

Der BUND erwartet von der Bremer Landesregierung, sich mutiger und schneller für eine Verkehrswende zu engagieren, die die Mobilität sichert und den Verkehr reduziert. Dazu zählt der BUND konkret den weitgehenden Verzicht auf unnötigen Straßenneubau, der viel Geld kostet und teuer zu unterhalten ist. Also: keine Küstenautobahn A20, keine B6n, keine B212n durch das Niedervieland, kein sechsspuriger Ausbau der A27 usw. Stattdessen Vorrang für die Sanierung des bestehenden Straßennetzes. Das bringt den nötigen Spielraum für Verbesserungen im Umweltverbund (Fuß, Rad, Bus + Bahn) mit schnellen Fahrradpremiumrouten und Ausbau des Straßenbahn- und S-Bahnnetzes auch ins Umland. Nahezu jede Rad- oder Bahnbenutzung ersetzt eine Autofahrt, verbessert die Luftqualität und reduziert den Verkehrslärm.

Und wenn Bremen die Stadt der Elektromobilität werden will, müssen viel mehr Ladepunkte eingerichtet und auf E-Fahrzeuge in der Busflotte, bei der Müllabfuhr und in der Citylogistik umgestellt werden. Der BUND Bremen konnte auf seiner Jahreshauptversammlung eine überaus positive Bilanz ziehen. Vor wenigen Tagen erst hat der fast 8000 Mitglieder zählende Umweltverband die gut 22 Hektar große Valentinwildnis in Bremen-Nord erwerben und dadurch deren Entwicklung zu Bremens größtem Urwald abgesichert. Im vergangenen Sommer hatte der BUND seine Klage gegen die Weservertiefung beim Bundesverwaltungsgericht gewonnen und damit erstmals überhaupt in Deutschland eine Flussvertiefung gestoppt.

Und nun schon in zweiter Instanz wurde der Baustopp, den der BUND für das Offshore-Terminal Bremerhaven erwirkt hat, bestätigt. Und zwar wegen fehlendem Bedarf. Der BUND sieht sich in seinem klaren Kurs für eine zukunftsfähige Umweltpolitik, die die Anforderungen aus Klimawandel und Naturerhalt ernst nimmt, bestätigt. Bestätigt wurden denn auch mit großer Mehrheit die zur Wahl stehenden Vorstandsmitglieder, darunter der Klimaschutz- und Energieexperte Klaus Prietzel als BUND-Vorsitzender.

Rückfragen: Martin Rode, 0171 3354 500




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