28. April 2017

BUND lehnt Bau der Autobahn A20 ab und kritisiert Bundesverkehrswegeplan 2030

Der Bund für Umwelt und Naturschutz e.V. (BUND) begrüßt, dass am 2. Mai eine Podiumsdiskussion zu der geplanten A20 in Loxstedt-Stotel unter Einbezug der Kritiker stattfindet und diese damit Gelegenheit zur Darstellung der kritischen Positionen haben. Anlässlich dieser Veranstaltung bekräftigt der BUND seine Kritik an der Planung zur A20, aber auch an den vielen naturzerstörenden Straßenbauprojekten des Bundesverkehrswegeplanes. Insbesondere bemängelt der Umweltverband die fehlende Prüfung der vorgeschlagenen umweltschonenden und kostengünstigen Alternativen zur A20.

„Verkehrsminister Dobrindt und Staatssekretär Ferlemann setzen mit dem Bundesverkehrswegeplan 2030 weiter vor allem auf das Auto“, ist Carl-Wilhelm Bodenstein-Dresler, BUND-Landesgeschäftsführer Niedersachsen empört. „Das ist eine Politik von vorgestern. Denn damit kann Deutschland seine Klimaziele nicht erreichen. Auch der Verkehrsbereich muss seine CO2-Emissionen drastisch verringern.“ Der neue Bundesverkehrswegeplan sei ein maximales Straßenbauprogramm, das die Verkehrsprobleme in den überlasteten Verbindungskorridoren und den Städten nicht löst. Andererseits erhöhe es die Treibhausgas- und Schadstoffemissionen in Städten sowie den Flächen- und Landschaftsverbrauch massiv. Der BUND kritisiert, dass sämtliche umweltschonenden und kostengünstigen Alternativvorschläge zu überdimensionierten Straßen ignoriert worden seien. „Die von uns vorgeschlagenen Alternativen zur A20, wie der achtstreifige Ausbau der parallelen A1 und der A7, die Prüfung eines teilweisen 2+1 Ausbaus bestehender Bundestraßen sowie die Beseitigung von Engpässen im Schienennetz haben der Minister und der Staatssekretär ignoriert“, führt Bernd Quellmalz, BUND-Regionalgeschäftsführer Weser-Elbe in Bremerhaven, aus. Zur Verknüpfung der Wirtschaftsräume westlich und östlich der Elbe solle Ihrer Ansicht nach dringend der Fährverkehr bei Glückstadt verbessert sowie der Nord-Ostseekanal ertüchtigt werden. „Mit Hilfe der von uns benannten Alternativen bliebe ein bundesweit bedeutender unzerschnittener Landschaftsraum mit seinen zahlreichen nationalen und europäischen Schutzgebieten erhalten“, betont Quellmalz. „Die Optimierung der vorhandenen Bahnstrecken würde eine bessere Hinterlandanbindung der Seehäfen gewährleisten. Dies wird die A20 nie leisten können.“ Darüber hinaus seien die Kapazitätsgrenzen der vorhandenen Straßen noch lange nicht erreicht, teilweise habe der Verkehr sogar abgenommen.

„Vor dem Hintergrund des Klimawandels ist die A20 ein Sündenfall“, betont Quellmalz. „Zum einen würden mit dem Bau wertvolle Moorböden versiegelt, stärker entwässert und der Druck auf andere Landwirtschaftsflächen erhöht, zum anderen ziehen neue Straßen in der Regel zusätzlichen Verkehr und mehr Klimagas-Emissionen nach sich. Der Bau der A20 widerspricht damit dem Klimaabkommen von Paris.“ Darüber hinaus würden Lärm, Feinstäube und weitere Emissionen zu erheblichen Mehrbelastungen von Landschaften, Natur und Menschen führen. Außerdem wären durch die A20 zahlreiche wertvolle Gebiete sowie nationale und europäische Schutzgebiete stark beeinträchtigt und gefährdet, wie z.B. die weitere Rohrniederung, die Offenlandschaft vor Lunestedt, das NSG Hausbeeken, der Dohrener Bach, das Steert-, das Hohe, das Kreuz- und das  Saalmoor, der Wollingster See, ein historischer Wald in der Gemarkung Appeln, das Urwald-NSG Malse u.a.. Insgesamt würde die A20 zwischen Westerstede und Bad Segeberg auf circa 200 Kilometer Länge über 4.000 ha Fläche inklusive der Kompensationsflächen beanspruchen. Mehr als die Hälfte der Strecke würde durch Moorgebiete verlaufen. Aus diesen Gründen lehnt der BUND den Bau der Autobahn strikt ab.

Die BUND-Alternativen zur A20 und weitere Infos gibt es unter www.BUND-Weser-Elbe.de.

Bei Rückfragen:

Dr. Marita Wudtke, Leiterin für Naturschutz/Umweltpolitik, BUND Niedersachsen, Tel.: 0160 / 461 65 70

Bernd Quellmalz, BUND-Regionalgeschäftsführer Weser-Elbe, Tel.: 0176 / 51 63 80 85




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