13. Oktober 2016

Dicke Luft in Bremen und was nun?

Der BUND begrüßt die Absicht von Umweltsenator Lohse, gegen die Luftbelastungen in der Stadt aktiv zu werden. Bekanntermaßen werden die Stickstoffdioxidgrenzwerte an stark belasteten Straßen wie dem Dobbenweg oder der Nordstraße immer noch erheblich überschritten. Nichts ist aber darüber bekannt, wie die Luft an anderen, viel befahrenen Straßen ist. „Dazu wäre nach zehn Jahren mal wieder eine flächendeckende lufthygienische Untersuchung erforderlich, die damals an dutzenden Straßenzügen erhöhte Werte ergeben hat“, fordert Dr. Georg Wietschorke, Verkehrsreferent beim Bremer BUND. Es sei nicht damit getan, nur an den beiden Verkehrsmessstellen die Grenzwerte einzuhalten. Deshalb fordern die Umweltschützer eine flächenmäßige Betrachtung des Problems statt einer punktuellen Sichtweise, da wir es wohl eher mit einem großräumigeren Problem zu tun haben. 

Außerdem gilt es, neben Stickstoffdioxid auch die Feinstaubwerte im Blick zu behalten, da viele „moderne“ Benzindirekteinspritzmotoren im Vergleich zu Dieseln, die fast alle einen Partikelfilter haben, heute noch besonders viele der gefährlichen kleinen Partikeln (PM 2,5) ausstoßen. Denn Fakt ist, dass in Bremen noch nahezu flächendeckend die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen 20 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft überschritten werden. „Es ist daher ein systemischer Ansatz erforderlich, wenn wir die Luftqualität in Bremen nachhaltig verbessern wollen, denn die immer neuen Abgasproblematiken zeigen, dass der Verbrennungsmotor im Grunde am Ende ist“, so der BUND Vorsitzende Dieter Mazur und weiter, „Dazu gehört nach Ansicht des BUND eine deutlich vergrößerte Umweltzone mit wirksamen Befahrungsbeschränkungen für Fahrzeuge mit hohem Schadstoffausstoß. Außerdem muss der Lkw-Verkehr in den Fokus rücken.“ Lkw machen zwar nur rund 10% des Verkehrs aus, die schweren Dieselmotoren erzeugen aber über die Hälfte der Schadstoffe. Gleiches gilt auch für Busse und Baumaschinen, obwohl hier in Bremen immerhin erste Ansätze zur Verbesserung sichtbar sind. Der Lkw-Durchgangsverkehr sollte aus hochbelasteten Bereichen herausgehalten und die City-Logistik, d.h. die Belieferung der Innenstadt, möglichst schnell auf emissionsfreie Fahrzeuge umgestellt werden. 

Rückfragen: Dr. Georg Wietschorke Tel: 0421 79 00 222




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