18. Juli 2017

Flüchtlingskinder auf der Spur der Natur

Wiebke Wahl (links im Bild) empfing Kinder von Flüchtlingen aus mehreren Nationen in der Kinderwildnis.

Einen Schnupperkurs zur heimischen Natur bot ihnen deshalb der BUND in seiner Kinderwildnis an: Sechs Kinder aus dem Übergangswohnheim Klinikum Mitte der Arbeiterwohlfahrt (AWO) hatten Gelegenheit, einen Vormittag lang an der Sommerferienwoche „Im Tal der Mammuts“ teilzunehmen, die von Wiebke Wahl und Enya Rheinländer geleitet wird.

Linda Hartrampf, Projektkoordinatorin bei der AWO, ist gespannt, ob sich die beiden Gruppen mischen werden.

Zunächst ein erstes gemeinsames Spiel: Die Kinder verwandeln sich in Vögel und suchen in Gras und Gebüsch Raupen in Form von Wollfäden. Dann drückt Wiebke Wahl den Kleinen mehrere Käscher in die Hand, und alle durchstreifen mit dem Netz die Wildnis – und erste gemeinsame Gruppen aus staunenden Kindern entstehen.

Alle wollen die orange leuchtenden Weichkäfer unter der Lupe ansehen oder mit der Fingerkuppe sanft die Fühler der Nacktschnecke berühren. Die Schmetterlinge, die mit den ersten Sonnenstrahlen umher flattern, sind allerdings schnell genug, um den Käschern zu entkommen.

Am Tisch, wo Wildbienen und Graswanzen  in Becherlupen plötzlich riesig werden, schaffen Neugier und Bewunderung ein gemeinsames Band. Flüchtlingsjunge Oni aus Albanien freut sich: „Für mich war am besten, dass ich so viele Tiere gesehen habe. Die kannte ich alle noch nicht.“ Zum Abschluss holt Wiebke Wahl eine Schubkarre, auf der lange Schilfhalme liegen und zeigt, wie man sie zu Stücken zurechtschneidet und bündelt,  so dass Brutkammern für Wildbienen entstehen: simple Insektenhotels aus Gruppen hohler Halme.

Für Linda Hartrampf ist der gemeinsame Vormittag in der BUND-Kinderwildnis vielversprechend: „Integration funktioniert nur, wenn sie von beiden Seiten ausgeht: von denen, die aus der Ferne angekommen sind und von denen, die schon lange hier leben. Es muss genügend Deutsche geben, die sich auf sie einlassen.“ Sie ist froh, dass Umweltverbände wie der BUND Flüchtlingskinder in ihrem Naturerlebnisraum in der Großstadt willkommen heißen. Dort werden im Laufe des Jahres noch weitere Flüchtlingskinder aus AWO-Übergangswohnheimen eintreffen: zum gemeinsamen Kochen am Lagerfeuer oder zum Apfelsaft pressen – aber auch, um erste Fühlung mit der heimischen Natur aufzunehmen.




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