2. Juni 2010

Großer Zuspruch für die Bürgersolaranlage Friedensgemeinde

Von: Siecke Martin

Auf dem Dach des Gemeindehauses der Evangelischen Friedensgemeinde im Bremer Steintorviertel (Humboldtstraße 175) entsteht eine „Bürger-Solar-Anlage“. Etwa 100.000,- € werden hier investiert, damit künftig klimaschonender Strom aus der Sonnenenergie gewonnen werden kann. Die Anlage wird eine Leistung von 28 Kilowatt haben und damit mehr Strom produzieren als durchschnittlich im Gebäudekomplex der Friedenskirche verbraucht wird. Der erzeugte Solarstrom wird ins öffentliche Netz eingespeist.

Rund um die Solaranlage hat sich eine Bürgerinitiative gegründet, die das Modell aktiv unterstützt und auch gemeinschaftlich finanziert. Die Evangelische Friedensgemeinde ist Teil dieser Initiative, stellt die soeben sanierten und wärmeisolierten Dachflächen zur Verfügung steuert eine kräftige Anschubfinanzierung bei.

Auf einer Versammlung interessierter Bürgerinnen und Bürger haben sich am 26. Mai zahlreiche Bewohnerinnen und Bewohner des „Viertels“ bereit erklärt, die Sonnenenergie-anlage privat mitzufinanzieren. Mehr als die Hälfte der Gesamtkosten, nämlich 55.000,- €, werden von Privatpersonen bereit gestellt, die auf diesem Wege ein Zeichen setzen für den Umwelt- und Klimaschutz. Es hatte sogar noch mehr Interessenten an einer finanziellen Beteiligung gegeben, die gar nicht alle berücksichtigt werden konnten. Zudem trägt die swb proNatur mit einer Förderung von 20.000,- € zum Gelingen dieses Projektes bei.

Die Anlage wird vom Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) betrieben. Das Modell hat sich andernorts bereits bewährt und ist seriös durchgerechnet. Die Bürgerinnen und Bürger sowie die evangelische Kirche im Viertel finanzieren mit den zur Verfügung gestellten 20jährigen Darlehen die Solaranlage. Aus den verlässlichen Einnahmen der Photovoltaikanlage werden - nach Abzug der laufenden Betriebskosten - jährlich die Überschüsse an die DarlehensgeberInnen ausgezahlt. So wird nicht nur das Darlehen getilgt, sondern es ist auch eine Verzinsung von ca. 4,6 % zu erwarten. So lohnt sich diese Investition nicht nur unter Klimaschutzaspekten, sondern auch für den eigenen Geldbeutel. „Wir sind sehr erfreut über die große Unterstützung aus der Nachbarschaft“, sagt Pastor Bernd Klingbeil-Jahr von der Friedensgemeinde. „Die Erfahrung zeigt, dass viele Bürgerinnen und Bürger in Sachen Klimaschutz offenbar weiter denken als manche Politiker und Stromkonzerne. Menschen nehmen die umweltfreundliche Energieproduktion in ihrer Nachbarschaft in die eigenen grünen Hände. Das ist sehr ermutigend“.

„Die Solarenergiepotentiale sind auch in Bremen bei weitem noch nicht ausgeschöpft. Hier besteht noch großer Handlungsbedarf. Die starke Resonanz zeigt, dass viele BürgerInnen förmlich darauf warten, sich vor Ort ganz konkret für eine klimafreundliche Energieversorgung einzusetzen“, so Siecke Martin, Klimaschutzreferentin des BUND Bremen.  Zurzeit wird die Sonnenenergieanlage montiert. Sie wird im Juni 2010 ihren umweltfreundlichen Betrieb aufnehmen.

Gemeinsame Presseerklärung des BUND und der Friedensgemeinde Bremen

Ansprechpartner:

Siecke Martin
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Bremen e.V.
Am Dobben 44, 28203 Bremen
Tel: 0421/79 00 243

Bernd Klingbeil-Jahr
Evangelische Friedensgemeinde
Humboldtstr. 175, 28203 Bremen
Tel. 0421 / 70 01 08
www.friedenskirche-bremen.de

 




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