18. Juli 2014

Gutachten belegt Wirksamkeit der Umweltzone

Ein Ingenieurbüro aus Karlsruhe hat die Bremer Umweltzone genauer unter die Lupe genommen und interessante Ergebnisse präsentiert. So ist innerhalb der Umweltzone eine signifikant bessere Fahrzeugflotte unterwegs als im Bremer Durchschnitt: Im Zentrum der Umweltzone (Am Wall) hatten nur 3,4 % der Pkw, 11,6 % der leichten Nutzfahrzeuge (LNF) und 11,5 % der LKW keine grüne Plakette. An den Rändern der Umweltzone verschlechterte sich die Flottenzusammensetzung etwas, war aber immer noch deutlich besser als außerhalb der Umweltzone.

Im Vergleich dazu ist  die Bremer Gesamtflotte deutlich schlechter zusammengesetzt. Hier besaßen im Jahr 2012 11,3 % der Pkw, 62,8 % der leichten Nutzfahrzeuge und 29,5 % der LKW keine grüne Plakette. 

Nach Ansicht des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Landesverband Bremen e.V. hat sich damit die von den Umweltschützern immer wieder prognostizierte Lenkungswirkung der Umweltzone bestätigt. D.h., Autofahrer in der Umweltzone haben entweder nachgerüstet oder sauberere Autos beschafft. „Allerdings bei den leichten Nutzfahrzeugen und Reisebussen, überwiegend dieselbetrieben, sehen wir noch erheblichen Nachholbedarf“, so BUND-Geschäftsführer Martin Rode. 

Auch die Luft ist sauberer geworden. Im zentralen Bereich der Umweltzone (Am Wall) sind die motorbedingten Gesamtstickstoff- und Feinstaubemissionen gegenüber dem Szenarium ohne Umweltzone um 7 % bis 10 % verringert. Das entspricht einer Verringerung der jährlichen NO2-Immissionen um rund 2 μg/m³ an der Verkehrsmessstation Dobbenweg und im Randbereich der Umweltzone um ca. 1 μg/m³. „Das ist uns aber zu wenig, “ so BUND-Verkehrsreferent Dr. Georg Wietschorke. „Hätte man bei der Einrichtung der Umweltzone keine halben Sachen gemacht und die Zone vergleichbar dimensioniert wie in Hannover oder Berlin, wären die Ergebnisse wie dort eben wesentlich besser ausgefallen. Die Bremer Umweltzone ist mit 7 km² im Vergleich geradezu winzig, die kleinste der Republik!“ In Hannover ist die Zone 50 km², in Berlin 88 km², in Leipzig gar über 180 km² groß. 

So ist laut Gutachten in Bremen frühestens im Jahr 2018 mit einer Unterschreitung des NO2-Grenzwertes zu rechnen. Außerdem scheint es nach den Beobachtungen der Gutachter immer noch eine ganze Reihe schwarzer Schafe zu geben, die sich nicht an die Einfahrtsbeschränkungen halten. Schärfere Kontrollen könnten demzufolge die Luft schnell sauberer machen.

Verwundert zeigen sich die Umweltschützer darüber, dass an den Straßenabschnitten außerhalb der Umweltzone keine nennenswerten Änderungen der Immissionen berechnet worden sind: „Wenn die Fahrzeugflotte in den letzten Jahren wirklich sauberer geworden ist, hätte sich dies eigentlich auch außerhalb der Umweltzone auswirken müssen“, wundert sich Georg Wietschorke. Gar nichts hält der BUND von der Idee, die Umweltzone abzuschaffen, sobald die Grenzwerte knapp eingehalten werden. Das wäre ein Tritt vors Schienbein für alle, die ein sauberes Auto beschafft haben und ein Vorteil für diejenigen, die immer noch einen alten Stinker fahren.  

Rückfragen: Dr. Georg Wietschorke, Tel: 0421 79 00 222

                        Stephan Glinka, Tel: 0421 79 00 223




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