8. August 2017

Mobiler Infokasten informiert über Vogel- und Fledermausschutz bei Gebäudesanierungen

Mobiler Infokasten

Mobiler Infokasten in der Zentralbibliothek

Mauersegler, Spatzen, Schwalben und Fledermäuse nutzen Gebäude, um ihre Jungen groß zu ziehen. Aber sie sind akut in Gefahr. Ihre Bestände sinken dramatisch. Wird ein Haus gedämmt, werden Öffnungen und Spalten an Fassaden und Dächern verschlossen und viele Nistplätze gehen verloren. Muss das so sein? Das BUND-Projekt „Mehr Natur in die Stadt“ möchte auf praktische Hilfsmaßnahmen für Vögel und Fledermäuse bei Haussanierungen hinweisen. Ein mobiler Infokasten wird durch verschiedene Stadtteile wandern und darüber informieren, wie sich Klima- und Artenschutz bei energetischen Gebäudesanierungen miteinander vereinbaren lassen. Erster Ausstellungsort im August ist die Zentralbibliothek, weitere folgen.

Hintergrund:
Im Zuge der Energiewende werden immer mehr Häuser energetisch saniert. Was für den Klimaschutz sinnvoll und notwendig ist, bringt jedoch häusliche Vogel- und Fledermausarten in existenzielle Not. Zum Beispiel die beliebten Mauersegler. Sie verbringen fast ihr ganzes Leben in der Luft, nur zum Brüten lassen sie sich nieder. Sie brüten unter Dachziegeln, in Dachkästen oder Mauerritzen- und werden meistens gar nicht bemerkt. Denn sie fliegen und füttern blitzschnell. Mauersegler hinterlassen keine Kotspuren und  ihre Nistplätze sind sehr sauber.
Brütende und fütternde Spatzen sind einfacher zu beobachten. Sie halten sich häufig am Brutplatz auf und schwätzen gerne. Für beide Vogelarten gilt: Sie brüten am liebsten in Gemeinschaft und was ganz entscheidend ist, sie suchen jedes Jahr das gleiche Nest auf. Diese Ortstreue ist genetisch festgelegt. Ist ihr Nistplatz bei Renovierungsarbeiten jedoch verschlossen worden  und  finden sie  keinen Ersatz in unmittelbarer Nähe, tun sie sich sehr schwer, neue Niststätten zu finden und der Nachwuchs bleibt aus.

Laut Bundesnaturschutzgesetz § 44 sind Hausbesitzer verpflichtet, die Brut und Lebensstätten von Vögeln und Fledermäusen zu erhalten oder zu ersetzen. „Sanierungen bieten eine gute Gelegenheit, etwas für den Schutz von Vögeln und Fledermäusen zu tun“, rät  BUND-Mitarbeiterin Heike Schumacher. „Wird der Artenschutz von Anfang an eingeplant, lassen sich ohne viel Aufwand oder große Mehrkosten Ersatznester anbringen. Hausbesitzer*innen können aus einer breiten Produktpalette die passenden Nisthilfen für Gebäude auswählen.“ Weitere Infos und nützliche Tipps zum Thema finden sie auf unserer Internetseite unter Artenschutz.
Nachfragen bitte an Heike Schumacher, Tel. 0421 79002-56 oder Handy 0174 14 29 354




  • Direkt zur Online-Spende, Foto: eyewire / fotolia.com
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