27. Juli 2015

Moderne Stadtplanung braucht Perspektiven – Autofreier StadTraum darf nicht gekippt werden

Während sich in Hannover ein autofreier Sonntag durchsetzt, in Paris jedes Wochenende zahlreiche Straßen und ganze Viertel autofrei sind und in Bogota sogar eine autofreie Woche eingeführt wird, soll der seit 2009 in Bremen stattfindende autofreie StadTraum abgeschafft werden. Im Rahmen dieses alljährlichen Aktionstages ist je eine wichtige Straße in Bremen für den Autoverkehr einen Sonntag lang gesperrt. An Stelle der Autos nehmen Tausende den vorübergehend neu gewonnenen Raum in Anspruch und genießen ein vielfältiges und spannendes Programm rund um das Thema nachhaltige Mobilität. Mit rund 10.000 Besuchern ist der autofreie StadTraum ein sehr erfolgreiches Projekt, das Bürgerinnen und Bürger einlädt, über eine umweltbewusste und gesundheitsfördernde Verkehrspolitik der Zukunft nachzudenken. Dass die Veranstaltung trotzdem abgeschafft werden soll, versteht Dieter Mazur, Vorsitzender des BUND Bremen nicht: „Der StadTraum ist eine wichtige Aktion, die zum Träumen und Handeln einlädt, um Bremen zu einer noch lebenswerteren Stadt zu machen.“

„Moderne Stadtplanung braucht Raum für Perspektiven und Visionen. Es ist unerlässlich, dass Bürgerinnen und Bürger Gelegenheit bekommen, an neuen und attraktiven Formen der Mobilität zu schnuppern. Im autofreien StadTraum können sie hautnah erleben, wie die Lebensqualität in ihrer Nachbarschaft steigt, wenn die Dominanz des Autoverkehrs ausbleibt.“ Dass die SPD den autofreien StadTraum schon in diesem Jahr absagen will, obwohl die Planung bereits weit fortgeschritten ist und damit offenbar eine Vertragsstrafe von bis zu 60.000 Euro riskiert, hält Mazur für geradezu absurd: „Dann würden 60.000 Euro sinnlos verbrannt, statt  mit den Bürgerinnen und Bürgern in Burg ein autofreies Fest für eine gesunde, klimafreundliche und lebenswerte Stadt zu feiern und den Dialog über die Zukunft in Bremens Straßen weiterzuführen.“

Statt eines überhasteten Ausstieges aus dem Projekt autofreier StadTraum fordert der BUND mehr Bewegung hin zu einer nachhaltigen Mobilität für Bremen. „Es wird Zeit, dass sich die Städte vom Auto ab- und dem Menschen zuwenden. Veranstaltungen wie der autofreie StadTraum zeigen, wie das aussehen kann“, so Mazur. Die Maßnahmen im Verkehrsentwicklungsplan 2020 (VEP), an dessen Entstehen der BUND beteiligt war, stellen wichtige Schritte dar, müssen nun aber auch konsequent und zügig umgesetzt werden. Dabei haben Maßnahmen im Bereich Fahrrad- und Fußverkehr Priorität. Sie sind deutlich effektiver als bspw. eine weitere Verbesserung des ohnehin schon guten Autoverkehrsflusses. Um ein Bewusstsein für nachhaltige Mobilität in der Bevölkerung zu schaffen und Bürgerinnen und Bürger selbst zum Mitgestalten zu ermutigen sind jedoch nicht nur Infrastrukturprojekte sondern auch inspirierende Aktionen notwendig. Mazur: „Hoffentlich kann der Autofreie StadTraum wenigstens in diesem Jahr noch einmal zum Träumen und Handeln einladen.“

Rückfragen: Stephan Glinka, Tel. 0421-7900223




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