13. März 2012

Oldenburger Kurve attraktiv entwickeln

Von: Georg Wietschorke

Die Deutsche Bahn beabsichtigt, der Stadt Bremen die für den Bau der sogenannten Oldenburger Kurve nötigen Flächen abzukaufen. Dieses neue Gleis soll den Engpass des Knoten Bremen im Seehafenhinterlandverkehr vom neuen Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven kurzfristig fit machen. Dann werden vor allem nachts doppelt so viele Güterzüge durch Bremen fahren. Abgesehen von der damit verbundenen Lärmproblematik für die Anwohner gibt Bremen mit dem Verkauf auch wichtige Handlungsmöglichkeiten einer attraktiven Stadtentwicklung in zentraler Innenstadtlage aus der Hand. 

„Wir halten es unbedingt für sinnvoll, ein Entwicklungskonzept für die nicht für den Gleisausbau benötigten Flächen zu erstellen“, so Klaus Prietzel, Vorsitzender des Bremer BUND und weiter: „Statt diese Sahnestücke für 700.000 Euro unter Wert zu verkaufen, wäre es sinnvoller, mit der Bahn über die weiteren, dort noch vorhandenen Brachflächen zu verhandeln.“ Mehrere Hektar hochwertiger Grundstücke in Zentrumsnähe warten hier auf ein innovatives Nutzungskonzept. Darum macht es Sinn, den Verkauf an entsprechende Verhandlungen mit der Bahn zu knüpfen  „Dass so etwas oft nur einen Auslöser benötigt, zeigt das Erfolgsbeispiel „Überseestadt“ ganz deutlich“, so BUND-Geschäftsführer Martin Rode. Ideen für die Nutzung der Flächen gibt es bereits reichlich: So könnte nach Süden exponiert, ein großes Solarkraftwerk auf einem Erdwall sauberen Strom liefern und als Lärmschutz dienen. Die Flächen in Richtung Westen zwischen den Stadteilen Utbremen und Findorff bieten sich unter anderem auch für Gewerbeansiedlungen an. Gleichzeitig könnten die Wegebeziehungen zwischen den Stadtteilen Walle, Findorff, Utbremen und Innenstadt verbessert werden, z.B. durch eine Fahrradschnellstraße aus dem Westen direkt zum Hauptbahnhof. Auch eine Straßenbahnanbindung Findorffs wäre denkbar. Nicht bebaubare Teile der Fläche könnten als „Klimawald“ genutzt werden, eine parkähnliche Anlage, die zum Ausgleich von unvermeidbaren Baumfällungen mit  Bäumen bepflanzt wird. Allerdings würde die Trasse des neuen Gleises den Zugang zu diesen Arealen abschneiden. “Bei einer Realisierung der „Oldenburger Kurve“ muss auf jeden Fall der Zugang von der Stadt aus in Richtung Westen gewährleistet werden“,  so Martin Rode und weiter: „Die Kapazität des Knoten Bremen wird zukünftig auch mit dem Ausbau nur begrenzt für alle Güterzüge aus Wilhelmshaven ausreichen. Deshalb wird es in einigen Jahren eine breitere Netzverteilung geben müssen, die mittelfristig Güterzüge auch um die Stadt Bremen herumführt“.

 

Rückfragen:

Georg Wietschorke, Tel. 0421 79 00 222




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