14. Juli 2010

Sommerferienprogramm des TV Eiche Horn begann mit BUND-Expedition in den „Mikrokosmos der Insekten und Spinnen“

Eine Raupe des Schlehen-Bürstenspinners kitzelt die Nase eines der teilnehmenden Kinder

„Es kitzelt ein bisschen“, sagt der zehnjährige Tom, als er die Raupe des Schlehen-Bürstenspinners über seinen Arm laufen lässt. Er hat eine dieser auffälligen Raupen mit gelben, pinselartigen Borsten im Gebüsch entdeckt und lässt sie entzückt sogar über seine Nase krabbeln. Doch diese Schmetterlingsraupe war nur eine von zahlreichen Tierarten, die bei der Veranstaltung „Mikrokosmos der Insekten und Spinnen“ gefangen und gesammelt wurden - wobei alle Tiere anschließend wieder in die Freiheit kamen. In Zusammenarbeit mit dem BUND Bremen bot der Sportverein TV Eiche-Horn als Auftakt zu seinem Sommerferienprogramm eine Expedition in die Welt der Krabbeltiere an, die von den Sportanlagen des Vereins in der Berckstraße zum nahe gelegenen Rhododendronpark führte. Geleitet wurde die Veranstaltung vom Insektenkundler und BUND-Mitarbeiter Jörn Hildebrandt, der die zwölf Kinder mit Käschern, Becherlupen und Röhrchen ausgestattet hatte, bevor es los ging.

Doch gleich am Eingang zum Park entdeckten die Kinder so viel, dass es nur langsam voranging: Dutzende von winzigen Erdkröten hatten erst vor kurzem ihre Gewässer verlassen, in denen sie als Kaulquappen ihre Wasserlebensphase verbracht hatten. Nun hüpften sie über den braunen Rindenmulch unter Rhododendronbüschen – sehr zum Entzücken der Kinder, die unter der Lupe die goldenen Augen der Amphibien bestaunen konnten. Direkt darüber saßen Insektenspezialisten: Gut getarnt auf den derben, dunkelgrünen Blättern des Rhododendron lebt eine Zikade, die vor wenigen Jahrzehnten aus Nordamerika nach Mitteleuropa eingeschleppt wurde und mittlerweile zahlreiche Rhododendren im Park besiedelt. Ihre gelblichen Larven konnten im Röhrchen bestaunt werden, ebenso wie schwarz-orange gefärbte Weichkäfer, grünmetallische Blattkäfer und der Asiatische Marienkäfer, eine weitere eingeschleppte Insektenart, die mittlerweile auch in Bremen eine häufige Art geworden ist.

Über Teiche und Gräben im Park, von Wasserlinsen hellgrün gefärbt, schwirrten Großlibellen im rasanten Flug, und die stillen Dschungel unter Wasser verlockten die Kinder, schnell mal mit dem Käscher ein paar Streifzüge zu machen. Im mitgebrachten Mini-Aquarium ließen sich wenig später die Fangmasken der räuberischen Libellenlarven, aber auch wild rudernde Wasserasseln und Wasserkäfer bestaunen.

Besonders reich war die Welt der Insekten und Spinnen in der üppigen Vegetation, die sich um die Ufer der Gewässer zog: lange Streckerspinnen und himmelblaue Azurjungfern führten dort ihr verborgenes Leben. Zum Abschluss ließ sich auf dem Sportgelände des TV Eiche-Horn im kühlen Schatten von Eichen und Rotbuchen gut rasten. Doch als Jörn Hildebrandt erklärte, dass sich mit einer Sprühflasche die Netze von Spinnen sichtbar machen lassen, gab es für einige Kinder kein Halten mehr: Sie entdeckten auf den Baumstämmen die dünnen Fangfäden winziger Spinnen, die sich auf ein Leben auf Rinde spezialisiert haben. Und selbst an den weißen Fassaden des TV Eiche-Horn-Vereinshauses wurden balzende Kreuzspinnen und blitzschnell hüpfende Springspinnen beobachtet.

Aus dem Mikrokosmos der zahlreichen Kleintiere, die vor unser aller Haustür leben, traten an diesem Vormittag mehrere Dutzend Arten ans Licht und hatten bei einigen Kindern ein wahres Feuer der Begeisterung entzündet.




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