9. September 2017

Stickoxidbelastung in den Städten viel zu hoch - Straßenbahnausbau endlich voranbringen

Der Dieselbetrugsskandal und die viel zu hohe Stickoxid-Belastung in den deutschen Großstädten hat deutlich gemacht, dass endlich klares Gegensteuern erforderlich ist. "Wir brauchen endlich richtig ernsthafte Anstrengungen für eine Verkehrswende", so Martin Rode, Geschäftsführer des BUND Bremen. Dass Verkehrssenator Joachim Lohse die Einführung der Blauen Plakette auf Bundesebene für alle Dieselfahrzeuge, die die Euro 6-Norm im Fahrbetrieb auf der Straße tatsächlich einhalten, fordert, ist richtig. Es muss aber auch zu konsequentem Handeln in Bremen selbst kommen. Wesentlicher Beitrag für die Verkehrswende in Bremen ist der Ausbau des Straßenbahnnetzes. Deshalb fordert der BUND den Bremer Senat auf, den Weiterbau der Linie 1 bis Mittelhuchting im kommenden Doppelhaushalt abzusichern. Diese Straßenbahnstrecke ist wesentliches Teilstück der Netzerweiterung im Bremer Südwesten und im Endausbau bis nach Weyhe.

Im Dieselskandal haben alle Parteien einen Ausbau des umweltverträglichen Nahverkehrs gefordert und beim Dieselgipfel dazu eigens einen zusätzlichen Fördertopf ausgelobt. Wenn dann endlich der Bau einer neuen Straßenbahnlinie möglich ist, die Huchting umsteigefrei und mit modernem Komfort an das bremische Straßenbahnnetz anbinden soll, muss nun auch die Finanzierungsabsicherung im Haushalt erfolgen. Den Bau auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben, wäre mit den Klimazielen des Bremer Senats nicht vereinbar. Die Nachteile aus dem Ersatz des heutigen Huchtinger Ringbussystems durch ein Zubringersystem zur neuen Straßenbahn werden durch die Vorteile des umsteigefreien Direktanschlusses an die Innenstadt mehr als ausgeglichen.

Der Streit um die Trassenwahl in Huchting ist entschieden. Wer jetzt noch argumentiert, es müsse mit der Kirchhuchtinger Landstraße doch noch eine bessere Trasse gewählt werden, will in Wahrheit die Straßenbahn verhindern. Das ist aber weder für die Stadtentwicklung noch für den Klimaschutz zu rechtfertigen. Auch nicht zu rechtfertigen ist ein Verschieben des Baus, mit dem Hinweis, für das niedersächsische Anschlussstück bestünde noch keine rechtsbeständige Genehmigung. "So eine Verknüpfung möchte ich von den Politikern einmal hören, wenn es um den Bau von Autobahnen geht. Da wird jedes Teilstück einzeln gebaut, selbst wenn es völlig in der Luft hängt und das nächste Stück noch nicht einmal planerisch begonnen wurde", meint Rode und denkt dabei z.B. an die Küstenautobahn A20.

Rückfragen: Martin Rode, 0171 3354 500




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