16. November 2016

Vögel schützen, nicht nur füttern!

BUND gibt Tipps zur richtigen Vogelfütterung und zum Vogelschutz im Garten Während der kalten Jahreszeit werden Vogelfreunde wieder mit Meisenringen und Körnerfutter versuchen, den Vögeln im Garten und auf dem Balkon zu helfen. Doch der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) macht deutlich, dass die Vogelfütterung nur in Einzelfällen wirklich hilfreich sei, da Vögel weniger durch Futterknappheit, sondern vor allem durch die Zerstörung ihrer Lebensräume gefährdet seien. Die Vogelfütterung sei aber ein Beitrag zum Naturerleben, insbesondere in Städten und Siedlungen. Der BUND gibt jetzt Tipps, wie richtig gefüttert werden sollte. Mit etwas Glück stellen sich so mehr als zehn Vogelarten an der Futterstelle ein.

"Sinnvoll ist das winterliche Füttern vor allem, wenn es dazu dient, Kinder und auch Erwachsene am Vogel­häuschen mit unserer vielfältigen Vogelwelt vertraut zu machen", so BUND Bremen Experte Henning Kunze. Die Futterstelle sollte jedoch bereits im Herbst angelegt werden, bevor es wirklich kalt wird, damit die Vögel die Futterstelle dann schon kennen. Denn die Tiere verringern bei Futterknappheit und Energiemangel ihre Aktivitäten und können so bekannte "Tankstellen" gezielt ansteuern. Die Futterstelle sollte vor allem regelmäßig gesäubert werden, damit sie sich nicht zu einem Infektionsherd entwickelt. Denn in den klassischen Futterhäuschen, in denen die Vögel beim Fressen sitzen, vermischt sich das Futter leicht mit dem Vogelkot. "In einem so genannten Futtersilo ist das Futter aber vor Verunreinigung durch Kot geschützt", rät Kunze. "Außerdem ist die Gefahr geringer, dass es nass wird und schimmelt."

Mit speziellem Vogelfutter für Körner fressende Gartenvögel können gezielt Haussperling, Dompfaff, Buchfink oder der Stieglitz an das Silo gelockt werden. Dem Haussperling, einstmals häufig und zwischen auf der Vorwarnliste der Roten Liste, kann dort, wo er noch vorkommt sogar mit einer Ganzjahresfütterung geholfen werden. Die genannten Arten mögen ölhaltige, energiereiche Sämereien wie dunkle Sonnenblumenkerne oder Mohn. Weichfutterfresser, wie Amsel, Rotkehlchen oder Heckenbraunelle kann man eine Zeit lang mit Obststücken, Rosinen oder getrockneten Wildbeeren erfreuen. Für Meisen schließlich sind die bekannten Meisenknödel oder Meisenringe sowie Drahtbehälter mit naturbelassenen Erdnüssen das richtige Angebot. "Beim Kauf von Vogelfutter sollte auf jeden Fall darauf geachtet werden, kein Körnerfutter mit Samen des für uns Menschen hoch allergenen Traubenkrauts Ambrosia zu kaufen. Die breitet sich derzeit aggressiv aus", warnt der Biologe. "Außerdem dürfen keinesfalls gesalzene oder gewürzte Essensreste verfüttern werden. Sie können für Vögel tödlich sein.

" Viele Vogelarten in Deutschland sind bedroht, z.B. durch die Zerstörung ihrer Lebensräume. "Da hilft das zusätzliche Futterangebot leider nur wenig", betont der Naturschützer. Grundsätzlich seien Vögel auf das jahreszeitlich wechselnde Futterangebot eingestellt. "Ein Zuviel kann das ökologische Gleichgewicht sogar ins Wanken bringen", sagt Kunze. "So nehmen nur wenige Arten das Futter an. Kommen Standvögel wie die Kohlmeise damit vermehrt durch den Winter, finden Zugvögel wie der seltene Trauerschnäpper und der Gartenrotschwanz bei ihrer Rückkehr nur noch wenige freie Nistplätze vor. Nachhaltiger können Vogelfreunde ihren Schützlingen helfen, wenn sie im Herbst Gartenstauden stehen lassen, heimische Gehölze pflanzen und Kompost- oder Laubhaufen anlegen. "So werden zum Beispiel Nischen für Insekten und ein Angebot an Wildbeeren geschaffen", erklärt der BUND-Experte. "Das ist dann gelebter Vogelschutz."

Weitere Informationen dazu in der BUND-Broschüre "Vögel im Winter - wie Sie ihnen am besten helfen können"; erhalten Sie für 2,20 Euro in der BUND-Bremen Geschäftsstelle, Am Dobben 44, 28203 Bremen erhalten oder im BUND Laden www.bundladen.de bestellen.




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