21. April 2017

Wer guckt heraus aus seinem Haus? Osterferienwoche in der BUND-Kinderwildnis

Noch guckt keiner aus dem Haus, aber vielleicht ja bald. Denn die Brutzeit von Kleinvögeln wie Kohlmeise oder Blaumeise ist in vollem Gange, und wenn den Tieren ein Nistkasten an den Ast gehängt wird, brüten sie vielleicht darin – und ein kleiner Vogelkopf schaut bald aus dem Loch.

Zwölf Kinder glauben fest daran. Sie bohren, hämmern und bemalen die Nistkästen, die sie im Rahmen der Osterferienwoche in der BUND-Kinderwildnis bauen. „Wir versuchen, diese Woche möglichst vielfältig zu gestalten: Die Kinder arbeiten als Handwerker, sie leben in Naturspielen ihre Fantasie aus und leisten praktischen Naturschutz“, sagt Vanessa Breuel, die zusammen mit Henry Gröne die Ferienwoche leitet.

Die Gruppe der Sechs- bis Zwölfjährigen findet in der Kinderwildnis genügend Bäume, in die alle fertigen Nistkästen gehängt werden können. Und wenn in Kürze eine Meise oder sogar ein Gartenrotschwanz darin brütet, finden die Vögel im weitläufigen Naturgelände der Kinderwildnis genügend Nahrung, seien es Insekten oder Pflanzensamen in den Wiesen oder im Gebüsch, zwischen den Beeten des Gartenbereichs oder auch im Matschbereich aus Lehm, wo die Wasserpumpe steht.</div>Ein grün schillernder Stockenten-Erpel und seine braungrau gefärbte Braut watscheln auf die Kinder zu. Die beiden haben offenbar gelernt, dass von Tischen und Bänken ab und zu Keks- oder Brotkrümel für sie abfallen. Doch die Kinder sind mit ihren Nistkästen viel zu beschäftigt, um die Enten zu füttern, und wer fertig ist, spielt lieber Fußball oder erkundet auf eigene Faust das Terrain.

„Nach den Nistkästen für Vögel wollen wir morgen etwas für Wildbienen tun“, sagt Vanessa Breuel, und meint damit, Insektenhotels in Form  hohler Halme aus Schilf oder Lehmstücken mit Löchern bereitzustellen. Darin können zahlreiche Wildbienenarten ihre Brutplätze anlegen, von denen es viele auch in der Kinderwildnis gibt. Und wenn die Kinder handwerklich tätig sind, ist das eine Gelegenheit, nebenbei Wissen zu vermitteln: Wie leben Wildbienen überhaupt, und was brauchen sie, um erfolgreich zu brüten und Nahrung zu finden?

Die Ferienwoche bietet allen genügend Freiraum zum Spielen in der Natur, doch die Kinder lernen auch, wie man Stockbrot am Feuer macht oder wie man mit Kräutern aus dem Gelände selbst hergestellte Butter geschmacklich verfeinert. Das Schnitzen an Zweigen und Ästen für Pfeil und Bogen ist für viele ein ganz besonderes Vergnügen, doch wenn die Waffen fertig sind, kommen sie selbstverständlich nicht für die Jagd auf Tiere zum Einsatz. Schließlich haben die Kinder in dieser Woche gelernt, aktiv etwas für Schutz und Wohlergehen von Tieren in der Kinderwildnis zu tun.

Rückfragen an:  Enya Rheinländer, BUND Landesverband Bremen, Tel. 0421/ 79 002 14




  • Direkt zur Online-Spende, Foto: eyewire / fotolia.com
  • Direkt zum Online-Antrag, Foto: eyewire / fotolia.com

Ihre Spende hilft.

Suche