Projekt beendet
Die Messungen zum Projekt wurden zum Februar 2008 abgeschlossen. Wir haben in über 120 Haushalten gemessen – vielen Dank!
Messwerte und Fragebögen werden momentan getrennt bei den Initiatoren des Projektes - dem BUND Rheinland-Pfalz - ausgewertet. Sobald sich Ergebnisse zeigen, womit wir nun zum Spätsommer 2008 rechnen, werden wir Ihnen diese zugänglich machen.
Das Projekt:
Das in Rheinland-Pfalz bereits erfolgreich gestartete Projekt beginnt im November auch in Bremen.
Wer nutzt es nicht - das kleine Telefon in der Tasche, schnell und überall erreichbar, vernetzt mit der ganzen Welt? So sehen es die Einen. Für die Anderen ist das Handy zum Synonym für eine völlig neue Art der Umweltverschmutzung geworden. Keine Stickoxide oder Feinstäube, keine Biozide oder Lösemittel, keine Schallwellen oder radioaktive Strahlung werden hier abgegeben. Wir sehen, hören, riechen, schmecken und ertasten nichts und doch ist etwas da, physikalisch eindeutig messbar. Der Fachmann spricht von elektromagnetischen Wellen. Neben der Wärmeentwicklung, die das Telefon im menschlichen Organismus erzeugt und die über den sog. SAR-Wert begrenzt wird, pulst das Handy den ganzen Tag. Ist diese Strahlung schädlich oder nicht?
Alle Wissenschaftler sind sich darüber einig, dass die von Sendeanlagen ausgehende Strahlung biologische Wirkungen hat - gestritten wird lediglich über die Wirkschwelle, also ab welcher Dosis oder Einwirkungsdauer mit welchen Schäden, zu rechnen ist. Das ist nur den Wenigsten bewusst.
Was sagt die Wissenschaft?
Das Bild scheint uneinheitlich, allerdings schließt heute kein ernsthafter Wissenschaftler mehr gänzlich aus, dass es pathogene Wirkungen, also die Fähigkeit Krankheiten zu verursachen, unterhalb der Schwelle der in Deutschland geltenden Grenzwerte geben könnte.
Studien berichten von vegetativen und hormonellen Störungen, Herz- Kreislaufbeschwerden oder schwerwiegenden Krebserkrankungen. Auffällig ist, dass sich die Hinweise auf die pathogenen Effekte häufen. Das sollte uns als Umweltschützer vorsichtig stimmen. Haben wir doch gelernt, dass es bei Dosisdiskussionen meist schlimmer kommt als man uns anfangs glauben machen wollte.
Wie verhält sich die Industrie?
Sie entwickelt ständig neue Systeme. GSM, UMTS, WLAN, WiFi und DECT sind die Schlagworte. Überall werden Sendeanlagen errichtet. Die Hintergrundbelastung durch gepulste Funkwellen steigt ständig an, ob im Freien, Zuhause oder im Büro. Funkwellen abgebende Systeme haben unser Leben längst erobert, ohne dass wir uns über die Langzeitfolgen wirklich im Klaren sind. Viele Bürgerinitiativen formieren sich jedoch, wehren sich gegen diese neue Art der Umweltverschmutzung.
Was tut der BUND?
In interdisziplinären Arbeitsgruppen nehmen unsere Experten eine Risikoeinschätzung vor und geben Ratschläge zur Minimierung von Belastungen. Bereits die fünfte Mobilfunktagung wurde 2006 gemeinsam vom rheinland-pfälzischen und hessischen Landesverband veranstaltet.
Zusammen mit dem Verband Baubiologie (VB), wurde ein auf zwei Jahre angelegtes Forschungsprojekt mit dem Titel "Dosis und Wirkung" in die Wege geleitet. Es werden an Schlafplätzen, den Orten der Regeneration, an denen die Belastungen am stärksten nachwirken, Messungen von hochfrequenten, als auch niederfrequenten Feldern durch baubiologisch qualifizierte Fachfrauen und -männer durchgeführt. Dazu wird eine Aufwandsentschädigung von den Teilnehmenden erhoben, die zwischen 25 und 50 Euro liegen wird. Mediziner und Epidemiologen der beiden Landesverbände entwickelten einen Fragebogen für die Probanden. Die erhobene Daten und Messwerte fließen gemeinsam in die Auswertung ein. Mit ersten Resultaten ist im Frühjahr 2008 zu rechnen.
Wenn Sie sich für das Projekt als Proband oder allgemein interessieren, können Sie sich an die BUND-Geschäftsstelle (Tel. 0421 - 79 00 20) wenden.