BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


Einführung eines Strahlenpasses

Der Arbeitskreis zum Schutz vor Elektrosmog (E-Smog) führt einen „Strahlenpass“ ein, der es Mietern und Besitzern von Gebäuden ermöglicht, öffentlich zu dokumentieren, dass ihre Wohnungen bzw. Gebäude strahlungsreduziert eingestuft (zertifiziert) sind.

Warum warnen weltweit kritische Wissenschaftler sowie Umweltmediziner seit vielen Jahren vor den gesundheitlichen Risiken der heutigen Funktechnologie?
Im BUND-Positionspapier „Für zukünftige Funktechnologien“ heißt es: „Die Gesundheit der Menschen nimmt Schaden durch flächendeckende, unnatürliche Strahlung mit einer bisher nicht aufgetretenen Strahlungsdichte. Kurz- und langfristige Schäden sind absehbar...“
Das russische Strahlenschutzkomitee (RNCNIRP) richtete 2008 einen weltweiten Appell an alle Regierungsbehörden: „Die Gesundheit der nachfolgenden Generationen ist in Gefahr. Zum ersten Mal in der Geschichte sind die meisten Kinder und Jugendlichen einem ständigen Einfluss elektromagnetischer Felder durch Mobilfunktelefone ausgesetzt. Sie haben jedoch einen viel empfindlicheren Organismus als Erwachsene und werden wesentlich länger Mobiltelefone nutzen als dies die heutigen Erwachsenen tun werden.“

Ungeachtet dessen nimmt die Belastung der Bevölkerung durch elektromagnetische Wellen stetig zu. Zu den Mobilfunk-Sendern, Handys und Smartphones etc. gesellen sich Geräte in der Wohnung: WLAN und das DECT- Schnurlos-Telefon finden sich heute fast in jeder Familie, oft strahlt auch noch ein DECT-Babyphon im Kinderzimmer.
Der Stand des Wissens in der Bevölkerung zu diesem komplexen Thema ist gering. Durch gezielte Werbung werden ein unbefangener und sorgloser Umgang mit dieser Technologie gefördert und immer neue Wünsche geweckt. Über die gesundheitlichen Gefährdungen wird jedoch weitgehend geschwiegen, auch das Deutsche Mobilfunkforschungsprogramm gibt Entwarnung.

So fühlt sich der aufgeschlossene Bürger im Zwiespalt. Will er ein fortschrittlicher Zeitgenosse sein, muss er sich entscheiden und Eigenverantwortung übernehmen. Wie auch schon bei den Themen Rauchen, Asbest oder Formaldehyd war lange Zeit vieles zugelassen, was die Gesundheit schädigte. Daher erscheint es dringend geboten, sich rechtzeitig mit dem Thema „Elektromagnetische Felder“ (EMF) auseinander zu setzen.

Derjenige, der erkannt hat, welche Auswirkungen auf den menschlichen Organismus entstehen, wird die Nutzung der Geräte auf das Nötigste begrenzen oder sogar ganz darauf verzichten. Und er tut noch mehr: Er trägt dazu bei, dass auch die Strahlenbelastung seiner Nachbarn reduziert wird, denn die Mikrowellen von den Schnurlostelefonen oder von WLAN-Routern durchdringen mühelos alle Wände, viele Meter weit.

Dieser Problematik will der Arbeitskreis zum Schutz vor Elektrosmog beim BUND entgegenarbeiten.

Es ergibt sich die Frage:
Wie kann auf diese Situation aufmerksam gemacht werden ohne moralisierend zu wirken oder etwas erzwingenzu wollen?

Wie kann ein Nutzer dieser Mikrowellentechnik dazu angeregt werden, über seinen Umgang damit nachzudenken?

Der AK E-Smog ist davon überzeugt, dass mehr und mehr Menschen die Gefahren und Risiken erkennen und bereit sind, die Nutzung zu beschränken oder sogar ganz aufzugeben und dies auch öffentlich zu dokumentieren.

Für diese Mitbürger wurde ein Strahlenpass entworfen, der nun der Öffentlichkeit vorgestellt werden soll.

Wird der Strahlenpass angenommen, werden sich im Laufe der Zeit zuerst kleine und dann vielleicht immer größer werdende Wohn-Oasen bilden, die strahlungsreduziert sind, zum Wohle aller Menschen.

Bedingungen des Strahlenpasses

 

Wie können Familie und Nachbarn weitgehend vor elektromagnetischen Feldern geschützt werden?

Der Besitzer eines Strahlenpasses geht eine freiwillige Selbstverpflichtung ein, indem

Der Strahlenpass kann in DIN A3 oder A4 öffentlich sichtbar an der Wohnungstür, im Hausflur oder am Haus angebracht werden.

Mögliche gesellschaftliche Auswirkungen

Auf dem Strahlenpass wird deutlich:

Der Herausgeber

Der Arbeitskreis zum Schutz vor Elektrosmog beim BUND Bremen (AK E-Smog) gibt den Strahlenpass aus.

1.) Mit Hilfe der Strahlenpass-Postkarte (Muster), die an öffentlichen Stellen ausliegt, kann schriftlich, per E-Mail oder telefonisch (0421/ 1787763) Kontakt mit einem Mitglied des AK ESmog aufgenommen werden. Dieser verabredet einen Termin zu einem Gespräch.
2.) An Hand eines Fragebogens wird die mögliche E-Smog-Belastung auf genommen und Wege zu ihrer Reduzierung angesprochen.
3a.) Auf Wunsch kann durch Mitglieder des AK E-Smog in der Wohnung des „Strahlenvermeiders“ der Schlaf- und Arbeitsplatz auf DECT , WLAN und einige niederfrequente Belastungen hin abgeklärt werden. (Gegen eine Spende)
3b.) Zur genauen Bestimmung der Verhältnisse kann auch ein Baubiologe oder Messtechniker, der über eine fundierte Ausbildung zu elektromagnetischen Feldern und ihrer gesundheitlichen Auswirkungen verfügt, bestellt werden. (Gegen Berechnung)
4.) Ergeben sich in der Wohnung oder im Haus Veränderungen durch neue EMF-Quellen steht der AK E-Smog gerne für eine Beratung zur Verfügung.

Sind die nötigen Voraussetzungen gegeben, kann ein Strahlenpass gegen eine Kostenbeteiligung (Richtsatz 10 €) oder Spende an den AK E-Smog, BUND-Bremen, ausgestellt werden.

Checkliste zum Strahlenpass

Quelle: http://www.bund-bremen.net/themen_und_projekte/aktiv_im_bund/arbeitskreise/arbeitskreis_elektrosmog/strahlenpass/