Energiewende retten

Bürgersolaranlage auf dem Gemeindedach der Friedensgemeinde Bremen

In der Öffentlichkeit werden vor allem vermeintliche Probleme der Energiewende diskutiert und auf bundespolitischer Ebene wurden die Bedingungen für die Erneuerbaren Energien verschlechtert. Dabei ist die Energiewende in den vergangenen Jahren überall dort vorangekommen, wo die Rahmenbedingungen stimmten und sich Bürgerinnen und Bürger aktiv einbringen konnten. Denn die treibenden Kräfte einer neuen Energieversorgung sind Bürgergenossenschaften, Beteiligte an Bürgerwindparks und viele andere Privatleute. Über 200.000 Menschen setzen sich in mehr als 800 Energiegenossenschaften für den Ausbau erneuerbare Energien ein.

Jedes zweite von erneuerbaren Energien gespeiste Kraftwerk befindet sich bereits in der Hand von Privatleuten und Landwirten, individuell oder genossenschaftlich organisiert. Projekte lassen sich als Bürgerwindparks oder über Bürgergenossenschaften organisieren. Der BUND Bremen setzt sich im klienen Rahmen dafür ein, dass sich Bremerinnen und Bremer an vier Bürgersolaranlagen beteiligen konnten.

Damit bietet die Energiewende nicht nur die Chance auf demokratischere und bürgernahe Strukturen, sie wird unsere Energieversorgung auch weniger riskant machen. Die Konzerne wollen dagegen so lange wie möglich an ihren Großkraftwerken und zentralen Strukturen festhalten. Deshalb befeuern sie den Widerstand gegen die Energiewende und gegen den weiteren Ausbau der Wind- und Sonnenenergie.

Peak Oil ist erreicht

Durch den steigenden Energieverbrauch der Weltbevölkerung, werden immer neue Ölfelder erschlossen. Der Begriff Peak Oil bzw. Globales Ölfördermaximum bezeichnet die Höchstrate (Produktionsmenge pro Zeiteinheit) der weltweiten Produktion von Rohöl. Das bedeutet also auch, dass durch die steigende Nachfrage der Bedarf nicht mehr gedeckt werden kann, mittel- bis langfristig wird Öl immer teurer werden. Unkonventionelle Methoden wie Fracking, das in den USA großflächig angewendet wird und die Umwelt zerstört, sollen nun auch in Europa zunehmend verfolgt werden (Großbritannien), um an noch unerschlossene Schieferöl- und Gasfelder heranzukommen.

Aber auch in Deutschland ist Fracking Thema. Im Kreis Verden (Völkersen, Gemeinde Langwedel) befindet sich eines der größten Fördergebiete für Erdgas in Deutschland. Dort wurden Verunreinigungen von Grundwasser mit Benzol oder Quecksilber bekannt, die auf undichte Leitungen mit Frack-Fluid und Lagerstättenwasser zurückzuführen waren. Zwar wurden die undichten Leitungen bei der Gasförderung im Raum Verden ausgetauscht, aber das Problem der Entsorgung des mit Chemikalien verseuchten Abwassers besteht nach wie vor. In dieser Region wird ein Teil des Trinkwassers für Bremen gewonnen.

Zwar ist der Anteil an fossilen und nuklearen Brennstoffen in Deutschland gesunken und der Anteil erneuerbarer Energien gestiegen, doch weltweit nahm die Förderung und der Verbrauch fossiler Brennstoffe massiv zu. Die Abhängigkeit Deutschlands auf dem internationalen Markt ist sehr hoch, so wird Erdöl zu 98 Prozent importiert. Mittlerweile liefern 30 Rohölländer Deutschland den Brennstoff, an erster Stelle ist Russland mit 35 Prozent zu nennen. Beim Erdgas ist die Abhängigkeit von nur drei Ländern (Russland, Norwegen, Holland) ebenfalls sehr hoch - Gas wird zu 88 Prozent importiert.

Letztlich wird kaum von Klimaschäden gesprochen, wenn es um Energiegewinnung geht, denn billige Preise stehen ganz oben. Aber eben auch das nahende Ende der fossilen Brennstoffe wird einfach durch neue Methoden der Rohstoffausbeutung übergangen, anstatt auf erneuerbaren Energien zu setzen.

Vergleich des Einsatzes der Primärenergieträger und des Verhältnisses der Eigenversorgung und des Importanteils 2003 und 2013 für Deutschland; Quelle: AGEB 2014, LBEG 2014


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