Das Projekt "Tasche statt Tüte" ist nun erfolgreich zu Ende gegangen. Fast zwei Jahre (2014 und 2015) setzten sich die Bremer Umwelt Beratung und der BUND Bremen zusammen mit fünf Umweltlotsinnen und 16 lokalen Einzelhändlern, meist aus der Lebensmittelbranche, für eine Verringerung des Plastiktütenverbrauchs ein. Die Beteiligungsdauer der türkischen oder deutschen Geschäfte war sehr unterschiedlich und betrug zwischen drei bis 18 Monate. Als umweltfreundliche Alternative für Plastiktüten wurden Upcycling-Taschen aus gebrauchten Stoffen angeboten. Die Botschaft der Geschäftsleute bei der Projektauswertung war einhellig und deutlich: Es muss eine Gebührenpflicht oder ein allgemeines Verbot geben, um Tüten einzusparen. Denn bei Einführung einer freiwilligen Gebühr fühlen sich besonders kleine Läden benachteiligt. Sie befürchten das Wegbleiben von Kund/-innen. Es muss eine Verpflichtung für die Unternehmen geben fordern auch der BUND und die Bremer Umwelt Beratung. 

Ein sehr großer Projekterfolg ist, dass drei Geschäfte Anfang 2016 jetzt eine Gebühr für ihre Plastiktüten einführen und mit gutem Beispiel vorangehen. Den Geschäftsleuten ist die Problematik mit den Plastiktüten nun präsenter, sie fanden das Projekt sehr gut. Ebenso positiv äußerten sich die Kund/-innen insbesondere für die umweltfreundlichen Stofftaschen gab es großes Lob.

Dank der Kooperation mit der gemeinnützigen Klimaschutzagentur energiekonsens kamen die Geschäfte zusätzlich in den Genuss einer geförderten Energieberatung. Die Beratung zum Energiesparen wurde von allen Geschäften sehr positiv aufgenommen und drei davon haben bereits ihre Kühlgeräte oder Beleuchtung ausgetauscht. Die anderen haben sich in jedem Fall vorgenommen bei Neukäufen auf energiesparende Geräte zu setzen.

Das Projekt wurde vom Senator für Umwelt, Bau und Verkehr gefördert. Kooperationspartner waren Life e.V., die Klimaschutzagentur energiekonsens und Entsorgung Kommunal (EKO). LIFE e.V. - Bildung, Umwelt, Chancengleichheit initiierte das Projekt bereits 2012 in Berlin.

Hintergrund

Spülsaum auf Amrum

Unsere Wegwerfgesellschaft produziert immer mehr Einwegprodukte und -verpackungen und somit auch Abfall. Jede Person in Deutschland verbraucht im Schnitt 76 Plastiktüten pro Jahr (Stand 2014), für die Stadt Bremen sind dies etwa 40 Millionen Stück. Die Herstellung von Plastiktüten kostet viel Energie und Rohstoffe, wie Öl und Gas. Das wirkt dem Umwelt-, Klima-, und Ressourcenschutz entgegen.

Zudem landen immer noch viele Plastiktüten in der Umwelt und richten dort großen Schaden an. Über Flüsse, wie die Weser, gelangt Müll auch ins Meer. In der Nordsee landen etwa 20.000 t Müll jährlich. Ein Großteil davon besteht aus Plastik. Tiere können sich an Plastikteilen verletzen oder sich in ihnen verfangen. Kleine Plastikpartikel werden häufig mit Nahrung verwechselt. Es kann bis zu 400 Jahre dauern bis Plastik sich zersetzt. Wahrscheinlich verenden heutzutage etwa 100.000 Meeressäuger und etwa eine Millionen Seevögel jährlich durch Plastikmüll und die Plastikmüllberge in unseren Meeren werden immer größer.

Einzelhändlerinnen und Einzelhändler

Diese Einzelhändler machten mit!

Die Einzelhändler informierten ihre Kundinnen und Kunden über unser Projekt. Schon die Frage, überhaupt eine Plastiktüte benötigt wird, ist ein erster Schritt. Als Alternative für Plastiktüten boten die Händler unsere individuellen selbst hergestellten- Taschen aus Reststoffen gegen eine Spende an.

Vorteile für die Läden: 

  • Werbung und Kundenbindung durch Engagement im Klima- und Umweltschutz
  • Kostensenkung durch Verringerung des Plastiktütenverbrauchs
  • Positives Auftreten in der Öffentlichkeit

Umweltbotschafterinnen und Umweltbotschafter

Die Umweltbotschafter/-innen kammen aus den unterschiedlichsten Kulturen. Sie unterstützten unser Projekt bei öffentlichen Aktionen und in der Ansprache von Migrantinnen und Migranten. Sie wurden zu den Themen Plastik, Abfall und Mehrweg geschult.

Umweltfreundlich Einkaufen: Alle können mitmachen

  • Taschen, Körbe, Rucksäcke o.ä. benutzen
  • Getränke in Mehrweg-Flaschen kaufen
  • lose Ware bevorzugen
  • saisonale, regionale (Bio-) Lebensmittel kaufen
  • Recyclingpapier (auch Hygienepapier, z.B. mit blauem Engel) kaufen
  • zu Fuß, mit Rad, Bus oder Bahn zum Einkaufen fahren.

Aktionen Tasche statt Tüte

Um eine breite Öffentlichkeit für umweltfreundliches Einkaufen zu erreichen, fanden bereits mehrere Aktionen statt, z.B. vor und mit den Einzelhändlern und auf Märkten. Mehr...

 

Projektpartner ist die Bremer Umwelt Beratung

 

Das Projekt wird vom Senator für Umwelt, Bau und Verkehr gefördert.

Ansprechpartnerin ist: Dr. Mareile Timm, mareile.timm@bund-bremen.net, Tel. 0421-790 02-44

in Kooperation mit:



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