Bienenfreundliche Pflanzen

Das Thema "bienenfreundliche Pflanzen" ist vielfältig. Deshalb geben wir Ihnen im Folgenden Tipps für die einzelnen Bereiche, in denen Sie etwas für Blütenbesucher tun können.

Inhalt

Blütenangebote für das ganze Jahr

Blütenbesuchende Insekten sind vom frühen Frühjahr bis zum späten Herbst aktiv. Doch nicht immer finden sie in dieser Zeit geeignete Blüten. Besonders außerhalb des Sommers kann es für sie zu "Engpässen" kommen. Dem lässt sich entgegenwirken, indem auf dem Balkon, im Garten oder im öffentlichen Grün Pflanzen wachsen, die für ein kontinuierliches Blütenangebot sorgen.

Manche Blütenbesucher sind oft auf bestimmte Pflanzen spezialisiert. Einige Wildbienenarten besuchen zum Beispiel nur ganz bestimmte Pflanzenarten. Deshalb ist es wichtig, auf Artenvielfalt bei den Blüten zu achten:

  •  Pflanzen Sie verschiedene heimische Blühpflanzen, die an den jeweiligen Standort angepasst sind (Lichteinstrahlung, Bodenverhältnisse)
  • Sorgen Sie für ein durchgängiges Blühangebot, indem Sie früh-, mittel- und spätblühende Arten anpflanzen
  • Verwenden Sie nur Pflanzen mit ungefüllten Blüten, denn gefüllte Blumensorten wie z.B. Garten-Chrysanthemen bieten keinen oder nur wenig Nektar und Pollen

Für mehr Informationen empfehlen wir: 

Frühblüher für Gärten und öffentliche Grünflächen

Um schon im zeitigen Frühjahr ein vielfältiges Nahrungsangebot für Insekten zu schaffen, eignen sich besonders Blumenzwiebeln.

Eine Auswahl an geeigneten Zwiebel- und Knollenpflanzen sowie Tipps zur Pflege finden Sie hier: 

Stauden für Gärten und öffentliche Grünflächen

Möchten Sie gerne ein Staudenbeet anlegen, das winterhart ist und jedes Jahr wieder aufs Neue blüht? Ob Sonnenhut, Waldziest, Flockenblume oder Herbstzeitlose - diese Arten sind mehrjährig und stellen daher für längere Zeit Nahrung dar.

Hier erfahren Sie, welche Pflanzen sich eignen und welche Tipps Sie beim Pflanzen und Pflegen beachten sollten:

Bitte keine Neophyten, wie zum Beispiel Kanadische Goldrute.

Diese bienenfreundlichen Wildstauden wachsen schnell und blühen wunderschön

  • Taubenkropf-Leimkraut (Silene vulgaris)
  • Färberkamille (Anthemis tinctoria)
  • Katzenminze
  • Waldziest
  • Malven
  • Blutweiderich (s. Foto)

 

 

Balkonpflanzen

Blühender Balkon und duftender Kräuterkasten

Auch ein kleiner Garten mit Töpfen und Kübeln oder ein blühender Balkonkasten können Wildbiene, Schmetterling und Co. entzücken. Wenn Sie Kräuter anpflanzen und blühen lassen, tun Sie gleichzeitig sich und den Insekten einen Gefallen. Aber auch Samenmischungen von Wildblumen eignen sich hervorragend für den Balkon. Ausgesäte Wildblumenmischungen in Kübeln schaffen eine bunte Blütenpracht und spannende Wildbienen-Erlebnisse auf dem Balkon. Welche Pflanzen sich eignen und eine Pflanzempfehlung finden Sie hier:

Praktische Hinweise für die Balkonbepflanzung

Blühstreifen

Erfreuen Sie sich an einer bunten und lebhaften Wildwiese, die komplexe Lebensräume und Nahrung für viele verschiedene Insekten bieten kann. Ausdauernde Blumenwiesen anzulegen sind jedoch eine Herausforderung und brauchen Geduld.

Tipps zum Anlegen einer Blühfläche - Wie lege ich eine Blühfläche richtig an?

Je größer die Blühflächen sind, desto mehr Nektar und Pollen steht den Insekten zur Verfügung. Dies schafft für sie die Grundlage, um überlebensfähige Populationen aufzubauen. Doch nicht in jedem Garten oder Park können mehr als 100 Quadratmeter zur Verfügung gestellt werden, wie es aus Naturschutzsicht wünschenswert wäre.

Auch Stauden, die jährlich neu austreiben, sind gut geeignet. Damit es auch schon im ersten Jahr blüht sollten auch einjährige Arten in der Blütenmischung zu finden sein. Sie sollten möglichst heimisches Saatgut aus der Region verwenden, denn dies nützt den Insekten weit mehr als exotische Blüten.

Grundsätzlich sind Saatbettvorbereitung und die Ansaat die kritischen Punkte beim Anlegen einer Blühfläche.

Hier die wichtigsten Schritte im Überblick: 

  1. Boden tief fräsen und/oder möglichst tief umgraben (2 Spaten tief)
  2. Alte Rasenrückstände und möglichst alle Unkräuter entfernen, ggf. den Boden noch einmal flach eggen oder mit der Harke flach durcharbeiten
  3. Boden ggf. abmagern, indem man ihn mit Sand oder Feinkies durchsetzt. Denn nährstoffarme Böden fördern eine vielfältige und blütenreiche Wildpflanzengesellschaft
  4. Feinkrümeliges Saatbett schaffen (z.B. mit Rechen)
  5. Beet ca. 4 Wochen lang ruhen und sich absetzen lassen
  6. Saat im März/April oder August/September obenauf streuen (z.B. mit der Hand), dabei Saatmenge von 2-4 g / m² mit Sägemehl o. ä. auf 10g / m² strecken
  7. Boden anwalzen oder leicht anklopfen (z.B. mit Schaufel, Brettern), das Saatgut nicht einarbeiten(Lichtkeimer)

Und dann heißt es: Geduld haben! Es kann mehrere Wochen dauern bis Sie ein Ergebnis sehen. Wildpflanzen keimen und wachsen sehr langsam .Falls sich viele Unkräuter einstellen einen Schröpfschnitt durchführen, evtl. auch mehrmals!! Regelmäßig unerwünschte Unkräuter entfernen. Im ersten Jahr werden schon die einjährigen Pflanzen blühen, im nächsten Jahr können Sie sich dann auch an den mehrjährigen Blumen erfreuen. Da sich die Pflanzengesellschaft im Laufe der Jahre verändern wird, können Sie jedes Jahr aufs Neue gespannt sein!

Weitere Anbauanleitungen für Blühflächen und Tipps zur Pflege finden Sie hier:

Saatgut und Bezugsquellen

Achten Sie bei Saatgutmischungen auf heimische Wildformen, die eine größere genetische Vielfalt aufweisen. Hier finden Sie Saatgutvorschläge für blühende Mischungen und Einzelsaaten und weitere Bezugsquellen für Wildpflanzen.

Mahd

Tipps zur Pflege einer Blühfläche - Auf die Mahd kommt es an!

Auch die schönste Blumenwiese braucht Pflege. Und das bedeutet vor allem: eine Mahd ist notwendig, andernfalls würde die Fläche nach wenigen Jahren verbuschen. Es ist allerdings schwierig, allgemeine Regeln für Mähzeiten und - häufigkeiten festzulegen - denn jeder Standort hat seine Eigendynamik. Dennoch hier ein paar allgemeine Tipps:

  • Meist ist weniger Mähen besser!
  • Auf den richtigen Zeitpunkt und die richtige Mähtechnik kommt es an: Mähen Sie einmal im Jahr oder auch nur im Abstand von mehreren Jahren zumindest in einigen Teilbereichen und beobachten Sie, was geschieht. Setzen sich bienenfreundliche Blüten durch?
  • Viele Bienen und andere blütenbesuchenden Insekten fallen dem Mähwerk zum Opfer. Bienen fliegen meist bei Sonnenschein und hohen Temperaturen. Mähen Sie deshalb Ihre Flächen bei bedecktem Himmel und kühlen Temperaturen, um so den Bienen möglichst wenig zu schaden. Geben Sie den Insekten auch die Möglichkeit, ihren Standort zu wechseln. Durch eine zeitlich versetzte Mahd sorgen Sie dafür, dass den Insekten nicht die gesamte Nahrung auf einmal genommen wird.
  • Passen Sie die Mahd an den Standort an. Bei mageren Wiesen reicht eine Mahd pro Jahr, bei nährstoffreichen Standorten müssen es maximal drei sein. Um was für eine Wiese es sich bei Ihrer Fläche handelt erkennen Sie oft an sogenannten Leitarten. Auf einer Fettwiese stehen vor allem hochwüchsige Grasarten und sie weisen einen geringen Blütenaspekt auf. Diese wird in der Regel dreimal jährlich gemäht. Halbfettwiesen werden zweimal jährlich gemäht und lassen sich am Wiesenschaumkraut, Wiesenmagerite, Gänseblümchen und vielen mehr erkennen. Skabiosen, Mohn- und Kornblumen, Heidenelken und viele weitere Wildblumen wachsen auf Magerwiesen. Zusätzlich weist ein sehr niedriger Bedeckungsgrad auf diesen Wiesentyp hin. Eine Magerwiese sollte nur einmal im Jahr gemäht werden.
  • Bevor die Blüten gestutzt werden können, müssen sie erst ihre Samen verlieren. Der richtige Zeitpunkt für die erste Mahd liegt Ende Mai bis Anfang Juni bei Fettwiesen, dann eine zweite Ende Juli und die dritte Mahd Ende September. Für Halbwiesen empfiehlt sich die erste Mahd ab Mitte/ Ende Juni und eine weitere Mitte Oktober. Magerwiesen können in der Zeit von Ende Juli bis Mitte September gemäht werden. Lassen Sie hier einen Teil stehen, um den Insekten eine Möglichkeit zur Überwinterung zu geben.
  • Benutzen Sie nach Möglichkeit einen insektenfreundlichen Balkenmäher.
  • Damit die Insekten auch während der Mahd Nahrung finden, mähen Sie etappenweise und lassen Sie einen Teil des Rasens /Wiese stehen. Hier empfiehlt es sich ungefähr sechs Wochen bis zur nächsten Mahd zu warten, damit sich auf den bereits gemähten Flächen neue Blüten bilden können.
  • Lassen Sie die Mahd nicht liegen, sondern entfernen Sie sie, damit die Nährstoffe nicht wieder in den Rasen gelangen. Je nährstoffarmer der Boden desto artenreicher die Wiese!
  • Drei bis sechs Tage braucht das Gras um zu trocknen und damit die Samen nachreifen und ausfallen können. Optimal wäre es, wenn Sie das Mahdgut einmal zum Trocknen wenden! Bei länger andauernden Regenphasen sollte es sofort entfernt werden.

Weitere Tipps und Tricks zum Mähen: 

 

 

Blumenrasen

Wird der Rasen stark beansprucht und beispielsweise zum Fußballspielen genutzt, muss er häufiger gemäht werden. Aber auch dieser Rasen kann blühen und bleibt trittfest. Einige Blütenpflanzen, die häufigeres Mähen vertragen, sind wichtige Nektar- und Pollenquellen. Bekannt sind Weißer Klee und Gänseblümchen, aber weitere Pflanzenarten vertragen einen regelmäßigen Schnitt. Bei der Anlage von Scherrasen können auch folgende Blütenpflanzen mit eingesät werden: Hornklee, Kleine Braunelle, Kleines Habichtskraut, Ehrenpreis, Gamander-Ehrenpreis, Kriechender Günsel, Hahnenfuß und Majoran.

Mehr Natur im Garten, Artikel Weser Kurier, 8. Juli 2013

Bäume und Sträucher

Was für Kräuter und Stauden zutrifft, gilt auch für Bäume und Sträucher: Heimischen Arten ist unbedingt der Vorzug zu geben! Die Artenzahl an heimischen Gehölzen ist große genug, um Vielfalt zu schaffen. Auch bei den Gehölzen ist es für Blütenbesucher vorteilhaft, wenn sie z.B. an Weidenkätzchen schon kurz nach Ende des Winters die erste Nektarnahrung finden - und ein Dauerangebot bis in den Spätherbst da ist.

Für Bienen in der Stadt sind Gehölze besonders wichtig, denn zur Massentracht bieten ihnen z.B. Obstbäume, Kastanien, Weißdorn und Linden große Nektar- und Pollenangebote.

Ob Sie sich nun für eine Blumenwiese, für Zwiebelpflanzen, Wildstauden, blühende Sträucher oder bienenfreundliche Bäume entscheiden, das Buch "Wege zu einer blühenden Landschaft" vom Netzwerk Blühende Landschaft informiert Sie, umfassend was Sie in öffentlichen Grünanlagen, Hausgärten, Balkonen für Blüten besuchende Insekten tun können.

Boden

Der Boden bildet die Grundlage für Ihre Blühfläche. Passen Sie die Pflanzengesellschaft den vorherrschenden Bodenverhältnissen an. Wildpflanzen wachsen besser auf nährstoffärmeren Böden. Mischen Sie einfach etwas Sand oder Kies unter. Mehr Infos zum richtigen Boden finden Sie auf der BUND Seite

Torffreie Erde

Achten Sie beim Kauf von Blumenerde auf torffreie Produkte und schützen Sie damit unsere Moore. Torffreie Erde und Bremer Kompost aus Grünabfallen können Sie z.B. bei Recyclinghöfen erwerben. Aber auch die Firmen Neudorff und Substral bieten Erde ohne Torf an.  

BUND Einkaufsführer "Torffreie Erde" (PDF)

Mehr Informationen Hier finden Sie weitere Tipps zum Anlegen und Pflegen einer Blühfläche oder eines Naturgartens sowie professionelle Beratung von Planungsbüros und Gärtnereien: 

 

 



  • Direkt zur Online-Spende, Foto: eyewire / fotolia.com
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