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Wiesenvogelschutz

Uferschnepfen, Kiebitze und andere Watvögel siedeln bevorzugt im Grünland, sind dort aber häufig akuten Gefahren ausgesetzt. In den Monaten April und Mai, wo Nester angelegt, Eier ausgebrütet und Küken aufgezogen werden, treiben Landwirte heutzutage große Viehmengen auf die Weiden und erledigen auf ihren Silagegraswiesen zahlreiche maschinelle Arbeitsgänge: Walzen, Striegeln, Schleppen, Düngen und Mähen. Bei einer derart intensiven Grünlandbewirtschaftung haben Bodenbrüter keine Überlebenschancen. Ohne Naturschutz und Hilfsmaßnahmen müsste man sich also von diesen zauberhaften und für Norddeutschland so typischen Wiesenvögeln wohl dauerhaft verabschieden.

Praktische Maßnahmen zur Rettung unserer Kiebitze, Uferschnepfen und Brachvögel in den Bremer Flussniederungen

Ein in 2005 im Bremer Blockland, Niedervieland und in Oberneuland vom BUND auf rund 45 Quadratkilometer Grünland  eingerichtetes “Gelege- und Kükenschutzprogramm” wollte das langsame Aussterben der Wiesenvögel stoppen und wählte dafür einen sehr pragmatischen Ansatz. Inzwischen blickt das Projekt auf sieben recht erfolgreiche Jahre und relativ stabile Brutvogelbestände zurück. Hauptgrund dafür: Die Vögel produzieren wieder Nachwuchs.

Die wichtigsten Arbeitseinsätze des BUND-Teams:

  • Brutplätze werden gezielt gesucht und markiert, damit Landwirte sie nicht kaputt fahren müssen.
  • Auf Viehweiden werden Bodenbruten mit Nestschutzkörben gesichert, damit diese nicht von Rindern zertrampelt werden.
  • Für Küken bzw. Familien werden Fluchtstreifen und “Ruheinseln” im Grünland eingerichtet.
  • Das Mähen der Wiesen wird von Naturschützern aufmerksam begleitet, damit keine Jungvögel in die Mähwerke geraten.

Feuerwehrtopf

Mittlerweile haben sich die Populationen der “Wiesen-Watvögel” nach Jahren mit beachtlichen Bruterfolgen wieder stabilisiert. Hierüber freuen sich Naturschützer und Bauern gleichermaßen. Hilfreich ist in diesem Zusammenhang der für das Projekt eingerichtete “Feuerwehrtopf”, aus dem heraus die jährlichen Nestschutzprämien (25 € pro geschütztem Brutplatz) bezahlt und die landwirtschaftlichen Ertragsausfälle z.B. für nicht gemähte “Kükenwiesen” vergütet werden.

Kommunikation zwischen Landwirten und Naturschützern

Das Gelingen der Schutzeinsätze bzw. das Einrichten von Rettungsflächen ist immer von der Stimmung und Motivation der mitwirkenden Personen abhängig, zumal die Arbeit auf Privatflächen stattfindet. Das Projekt erfordert also ein hohes Maß an Kommunikation mit Landwirten sowie gegenseitiges Vertrauen.


Das Ergebnis einer im Vorfeld des EU-geförderten Projektes gelaufenen Erprobungsphase ist einem Poster zum Gelege- und Kükenschutzprogramm in Bremen (3MB) zu entnehmen. Hier sind auch Informationen zu den Schutzmethoden veranschaulicht.


Ansprechpartner:

Arno Schoppenhorst, Tel. 0172-4562601

Dieses Projekt wird gefördert durch:         



Direkt zur Online-Spende, Foto: eyewire / fotolia.com
Direkt zum Online-Antrag, Foto: eyewire / fotolia.com
Uferschnepfe (c) F. Brüning

Uferschnepfe im Blockland

Landwirt umfährt markierten Brutplatz

Landwirt umfährt markierten Brutplatz

Uferschnepfenküken

Uferschnepfenküken

Walzen der Wiesen im Frühjahr

Walzen der Wiesen im Frühjahr

Kiebitznest

Kiebitznest

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