Biosphärenpark

Gebietskulisse Biosphärenpark
Gebietskulisse für einen Biosphärenpark Bremen / Niedersachsen

Ein Biosphärenpark in den Niederungslandschaften von Teufelsmoor, Wümme und Bremen

Die Stadt Bremen hat in ihrem grünen Gürtel genauso wie das von Gewässern stark geprägte niedersächsische Umland wertvolle Natur- und Kulturlandschaften wie kaum eine andere Großstadt zu bieten. Die Flussniederungen mit den Feuchtwiesenbereichen stellen sowohl naturkundlich als auch kulturhistorisch besondere Landschaftsformen dar.

Entstanden ist die typische offene Marschlandschaft infolge der Jahrhunderte langen landwirtschaftlichen Nutzung (Hollerkolonisation). Durch Be- und Entwässerung mit ausgedehnten Grabennetzen wurde die Sumpflandschaft seit dem 12. Jahrhundert zu nutzbarem Feuchtgrünland umgewandelt. Die Moorlandschaft des Teufelsmoores wurde erst in einer viel späteren Welle menschlicher Landnahme ab 1750 über mehrere Generationen urbar gemacht und hat keine natürlichen Hochmoore (Moorschutz geht uns alle an) mehr hinterlassen.

Die Niederungslandschaft um Bremen bietet vielfältige Lebensräume für Tiere und Pflanzen, darunter gut 720 gefährdete Arten und über 110 Arten mit überregionaler Bedeutung. Die charakteristische Ausstattung von Flora und Fauna des offenen Feuchtgrünlands ist an kaum einer anderen Stelle Norddeutschlands noch vergleichbar gut erhalten wie im Bremer Raum. Herausragende Beispiele sind Wachtelkönig, Schilfrohrsänger, Löffelente, Seefrosch, Sumpfläusekraut und Krebsschere. Diese einmalige Natur bietet ausgezeichnete Möglichkeiten für die Naherholung am Rande der Großstadt.

Was ist ein Biosphärenpark?

Der Biosphärenpark (international oft Biosphärenreservat genannt) soll eine Modellregion für nachhaltige Nutzung sein, in der sich das Zusammenleben von Mensch und Natur entwickeln kann. Die Entwicklung von Lebensraum für den Menschen und die Steigerung der Wohnqualität der Region stehen genauso auf der Agenda wie der Schutz bestehender wertvoller Natur- und Kulturlandschaften. Umweltbildung und Naturerlebnis sind weitere wichtige Ziele, die hier verwirklicht werden sollen. Darüber hinaus soll der Biosphärenpark dem Erkenntnisgewinn zu Wechselwirkungen zwischen wirtschaftlicher Nutzung und natürlichen Lebensräumen dienen.

Biosphärenreservate wurden 1970 durch einen Beschluss der UNESCO im Zuge des Umweltprogramms "Man and the biosphere" ins Leben gerufen. Seitdem wurden weltweit Biosphärenreservate eingerichtet; in Deutschland wurden bisher 17 Biosphärenreservate ausgewiesen.

Gesetzesgrundlagen zur Festlegung von Biosphärenreservaten im Bundesnaturschutzgesetz, Leitlinien des internationalen Programms.

Warum ein Biosphärenpark in und um Bremen?

Naturschutz: In Bremen sind bereits große Bereiche aufgrund ihrer naturschutzfachlichen Bedeutung verschiedenen Schutzkategorien zugeordnet. Nach der FFH-Richtlinie besteht die Pflicht, europäische Vogelschutz- und FFH-Gebiete auch nach deutschem Recht zu schützen. Dies geschieht heute in einer unübersichtlichen Vielzahl einzelner Schutzverordnungen, die in einem Biosphärenpark zusammengefasst werden könnten. Durch einen Biosphärenpark kann den Bewohnern und Gästen der Region der großräumige Zusammenhang der Natur im Bremer Raum anschaulich vermittelt werden. Eine Erweiterung der Schutzgebiete in landwirtschaftliche Flächen soll dagegen nicht stattfinden.

Regionalvermarktung / Tourismus: Eine vorbildliche nachhaltige Regionalentwicklung stellt eine Entwicklungschance für die Region dar. Im Rahmen des Biosphärenparks bestehen gute Möglichkeiten die Stärken der Region zu präsentieren. Daraus resultiert eine höhere Wertschöpfung z.B. durch regionale Vermarktungsstrategien oder die Entwicklung eines gemeinsamen Labels für nachhaltige Dienstleistungen und Produkte aus der Biosphärenregion.

Wichtig ist dabei eine transparente bürgerorientierte Struktur. Das Biosphärenreservat lebt vom Mitmachen. Regionale Projekte sollen durch Initiative von Anwohnern der Region gestaltet werden – der Biosphärenpark fungiert als Katalysator für Kommunikation und Kooperation.

Umweltbildung: Die Umweltbildung und das Naturerlebnis spielen im Biosphärenpark eine große Rolle. Dies ist wichtig um das Gebiet bekannt zu machen eine breit getragene Unterstützung aufzubauen.

Biosphärenpark braucht Zonenmodell

Die Grenzen des Biosphärenparks sind durch die Festlegung auf eine charakteristische Kulturlandschaft vorgegeben und halten sich natürlich nicht an politische Grenzen. Für den Biosphärenpark im Bremer Raum bedeutet das, dass eine enge Zusammenarbeit zwischen Bremen und Niedersachsen eine Grundvoraussetzung ist.

Ein Biosphärenpark wird in drei Zonen unterteilt beispielhaft ein Vorschlag des BUND für Bremen):

  • Kernzone: Naturschutz, betreten im Wesentlichen nur zu Forschungszwecken
  • Pflegezone: Ökologisch vertretbare Einflüsse werden zugelassen – z.B. naturverträgliche Landwirtschaft, Umweltbildung, Erholung, Ökotourismus
  • Entwicklungszone: Modellprojekte für wirtschaftliche und menschliche Entwicklung

Ein Anfang ist gemacht…

In der Region ist der Diskussionsprozess über die Einrichtung eines Biosphärenparks gestartet. Der Bremer Senat hat sich zu diesem Vorhaben bekannt. Schon jetzt bestehen viele erfolgreiche Projektbausteine in unserer Region, die nun zusammengefügt werden sollten.