Weidenruten sind extrem biegsam und ideal zum Flechten geeignet. Daher wurden sie früher für Korbwaren, Fachwerkbau und sonstige Flechtarbeiten verwendet. Aus älteren Zweigen wurden Besen- und Werkzeugstiele hergestellt. Die Äste wurden häufig als Pfähle für das Errichten von Weidezäunen benutzt. Durch die enorme Regenerationsfähigkeit der Weiden entstanden aus diesen Pfählen neue Pflanzen. Entdeckt man heute in der Landschaft eine Kopfweidenreihe, war diese vermutlich einst ein Pfahlzaun.
Heute hat man die lebenden Zweige zur Erstellung von Bauwerken wieder entdeckt - von der Befestigung von Hängen durch das Verwurzeln der Äste, bis zu beachtlichen Gebäuden aus lebendem Holz.
Die Kopfweiden prägen mit ihrer imposanten Gestalt in waldarmen Landschaften Gewässerläufe, Wegränder, Wiesen und Feuchtflächen. Leider sind sie heute selten geworden. Vor allem leidet darunter die Tierwelt. Alte Exemplare von Kopfweiden können von mehr als 400 Insektenarten bewohnt werden. In den hohlen Stämmen und ausgefaulten Baumhöhlen brüten viele Vogelarten, sogar der bedrohte Steinkauz. Auch Fledermäuse, Hornissen, Siebenschläfer, Wiesel und Marder finden in den knorrigen Bäumen ein Zuhause.
Wird eine Kopfweide nicht regelmäßig geschnitten, verändert sich ihre Statik und kann teilweise auseinander brechen. So entstehen bizarre, geschädigte Kopfweiden deren Vitalität aber derartige Schäden noch lange kompensieren kann. Um den Bewohnern dieser Bäume ihre Wohnstätte zu erhalten, ist ein regelmäßiger Schnitt notwendig.