Von der Quelle auf der Geest zum Mittellauf in der Marsch - weite Grünlandniederungen mit zahlreichen Nebenbächen wie der Grove prägen hier die ehemals moor-, ried- und waldreiche Auenlandschaft der Geeste.
Der Blick kann weit schweifen, das Auge entspannen. Größere und kleinere Geestinseln, oftmals mit Forst oder Resten naturnahen Waldes bestanden, säumen das flache Flusstal im Norden und Süden. Die Niederung mit ihren ehemaligen Flachmooren auf Marschgrund wurde schon früh kultiviert. Heute wird sie im Wesentlichen als Intensivgrünland genutzt. Deiche umschließen den Fluss. Auwälder und natürliche Überschwemmungslandschaften gibt es somit nicht mehr. Im direkten Umfeld der Geeste sind bis auf den Sellstedter See frühere Seen verschwunden.
Viele Grünlandflächen der Niederung liegen heute nur knapp über oder sogar bis zu zwei Metern unter Meeresspiegelniveau. Um sie besser landwirtschaftlich nutzen zu können, wurden sie gepoldert. Hieraus ergeben sich jedoch vielerorts langfristige Probleme. Durch die Entwässerung sackt der Moorboden. Dadurch wird dieser wiederum nasser, weshalb er abermals stärker entwässert werden muss. Ein absehbar endlicher Kreislauf, der zudem durch die Torfzehrung das Klimagas CO2 fortwährend freisetzt. Darüber hinaus gelangt über die Polderschöpfwerke mit Nährstoffen befrachtetes Wasser konzentriert in die Geeste, was deren Wasserqualität erheblich negativ beeinflussen kann.
Für letzteres Problem hat der BUND Bremen während des Geeste-Projekts eine modellhafte mittelfristige Lösung (PDF) ausgearbeitet.
Das Dilemma der Bodensackungen kann dagegen zum Beispiel durch Rückdeichungen gelöst werden, wie im Polder Glies (PDF) oder im Polder Bramel am Sellstedter See bereits geschehen. Hier kehrt die Natur zurück.