Der König der Lüfte

Adulter Seeadler beim Fischfang (c) G. Kriewald/BUND

Einer der größten Greifvögel Mitteleuropas war jahrzehntelang stark gefährdet und ist nun wieder in der Geesteniederung heimisch: der Seeadler (Haliaeetus albicilla).

Der Mensch brachte den majestätischen Adler an den Rand der Ausrottung. Durch Abschuss, Vergiftung, Fallen, Eierraub und mutwillige Nestzerstörung setzte man der Art erheblich zu. Die starke Beeinträchtigung von Feuchtgebieten und Wäldern (Brutbäume), der Tod durch Anflug an Stromleitungen, Störungen im Brutgebiet sowie die Belastung durch Umweltgifte kamen hinzu. Nur langjährigen, intensiven Schutzmaßnahmen ist es zu verdanken, dass sich der Seeadler heute wieder im Aufwind befindet.


Adulte Seeadler (c) M. Schlorf

Leider sind einige erhebliche Gefährdungsursachen geblieben. Bleivergiftungen, zumeist hervorgerufen durch die indirekte Aufnahme von mit Bleischrot oder Angelblei kontaminierten Beutetieren wie Enten und Fische, sind die bedeutendste Todesursache bei Seeadlern aus Deutschland.

Einen so mächtigen Vogel wie den Seeadler mit einer Flügelspannweite von bis zu 2,5 m und einem Gewicht von bis zu 7 kg zu beobachten, gehört mit zu den beeindruckendsten Erlebnissen an der Geeste. Besonders geeignet sind hierzu die geschaffenen Gebiete Polder Bramel und Polder Glies, die heute wichtige Nahrungsgebiete für den Adler darstellen. Wenn sich die Seeadler in ihrem viele Quadratkilometer großen Revier wieder auf das Brüten vorbereiten, kann man hier im Spätwinter mit etwas Glück auch der eindruckvollen Flugbalz beiwohnen.