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Fachtagung Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie

Renaturierter Uferabschnitt in Rablinghausen, Foto: Petra Eggers
Renaturierter Uferabschnitt in Rablinghausen, Foto: Petra Eggers

 

Am 1. Dezember veranstaltete das BUND-Projektbüro Meeresschutz eine Fachtagung zur „Umsetzung der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie - Möglicher Beitrag der Weserregion“. Akteurinnen und Akteure aus Bremen und der Unterweser-Region und darüber hinaus kamen zusammen, um sich über den möglichen Beitrag der Weserregion zur Erreichung eines guten Umweltzustandes zu informieren und auszutauschen. Durch die Tagung wurden Handlungsschwerpunkte verdeutlicht, die in der Weserregion für die Umsetzung der MSRL von besonderer Bedeutung sind. Obwohl nur ein kleiner Anteil Küstenmeer zum Bundesland Bremen gehört, geht die positive Wirkung von gezielten Maßnahmen weit über die Landesgrenzen hinaus.

Eintragsgebiet Weserregion

Die Weserregion wurde auf der BUND-Tagung als Eintragsgebiet für Müll und Nährstoff erkannt. Dabei liegen Bremens Handlungsmöglichkeiten in der Reduzierung von schifffahrtsbedingten Beeinträchtigungen durch Emissionen und Mülleinträge. Um diese Einträge zu reduzieren, bedarf es einer wirksamen Regulierung von Schiffsemissionen sowie einer umfassenden Annahmemöglichkeiten des Bordabfalls in den Häfen und schärfere Kontrollen des Mülltagebuchs an Bord.

Ein Großteil des Mülleintrags in die Nordsee stammt aus diffusen Quellen. Daher müssen weitere Eintragswege identifiziert und gezielte Programme zur Müllverminderung entwickelt werden. Studien lassen vermuten, dass viel Müll aus dem Binnenland die Flüsse heruntergespült wird. Müll der „im Alltag“ in die Umwelt geworfen wird und herum fliegt. Zur Reduzierung dieses Mülleintrags sollte die Müllbeseitigung im öffentlichen Raum weiter ausgebaut werden. Weiterhin muss in der Bevölkerung ein größeres Bewusstsein über die Vermüllung der Natur geschaffen werden, das über ästhetische Fragen hinausgeht.

Lebensraum Weser

Der Lebensraum Weser ist besonders wichtig für die Finte. Die Finte, eine typische Wanderfischart, verbringt ca. ½ Jahr als Larve und Jungfisch im Süßwasser sowie als ausgewachsenes Tier 3-8 Jahre im Meer. Zum Laichen wandert sie wieder in die Unterläufe großer Flüsse wie Elbe, Weser und Ems zurück. Die Finte ist eine der Fischarten des Anhang II der FFH Richtlinie, für die die häufigsten Nachweise in der deutschen AWZ der Nord- und Ostsee vorliegen. In den für die FFH-Fischart Finte besonders wichtigen Ästuarbereichen der Weser greifen MSRL und WRRL (Wasserrahmenrichtlinie) ineinander. In der Verbesserung der Gewässerstruktur liegt das größte Potential zur Verbesserung der Habitateigenschaften des Ästuars und damit für die Stützung der Fischbestände in der Weserregion und darüber hinaus in der Nordsee. Wichtige Handlungsmöglichkeiten sind dabei die Schutzausweisung der Natura-2000-Gebiete in der Weser, eine konsequente Umsetzung von Gewässerstrukturmaßnahmen, eine weitere Reduzierung von Stoffeinträgen sowie die Berücksichtigung der Lärmempfindlichkeit von Fischbrut bei der räumlichen und zeitlich Planung von Rammarbeiten in der Weser und in den Häfen.

Die MSRL soll sozio-ökonomische Belange und Effekte der Meeresnutzung sowie des Meeresnaturschutzes berücksichtigen. Auf die Frage, wie der Verlust von Arten und Lebensraum in Geld umgerechnet werden kann, gab es noch keine Antwort. Es bedarf noch vieler Diskussionen und Grundlagenforschung zur ökonomischen Bewertung von Natur und einer vielfältigen Biodiversität.

Öffentlichkeitsbeteiligung

Die Form der Öffentlichkeitsbeteiligung ist derzeit noch unklar. Eine Einbindung der Öffentlichkeit ist jedoch ein wichtiges Element der MSRL. Der BUND fordert deshalb, als Umweltverband am zentralen Gremium „Koordinationsrat Meeresschutz“ beteiligt zu werden.

Darüber hinaus wird der BUND über seine Öffentlichkeitsarbeit den Prozess der Umsetzung intensiv begleiten.

Der Bremer Umweltsenator Dr. Reinhard Loske erklärte auf der BUND-Tagung, dass Bremen sich für eine 1:1-Umsetzung der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie einsetzen wird. Die BUND-Veranstaltung war ein erster Schritt zur öffentlichen Diskussion und Beteiligung auf diesem Weg.

Das Tagungsprogramm gibt es hier als pdf-Datei zum Download.


Vorträge der BUND-Tagung

"Grußwort" Dr. Reinhard Loske, Senator für Umwelt, Bau, Verkehr und Europa, Bremen

Grußwort

„MSRL – Wegweiser für einen starken Meeresschutz“ Nadja Ziebarth, Leiterin des BUND-Projektbüro Meeresschutz

Vortrag und Zusammenfassung

„Der rechtliche Rahmen der MSRL“
Dr. Till Markus, Universität Bremen
Vortrag und Zusammenfassung

 „Nährstoffeintrag aus der Luft – Beitrag zur Eutrophierung“
Dr. Volker Matthias, GKSS Forschungszentrum Geesthacht
Vortrag und Zusammenfassung


„Ein Meer aus Plastik – Land in Sicht?“
Stefanie Werner, Umweltbundesamt
Vortrag und Zusammenfassung

„Die Unterweser als Kinderstube für marine Fischarten: ein Beispiel für die Verknüpfungen zwischen Ästuaren und Nordsee“ Dr. Bastian Schuchardt, Bioconsult Schuchardt & Scholle GbR
Vortrag und Zusammenfassung

„Beitrag der Küstenregionen zur Erreichung des Guten Umweltzustandes“ Dirk Hürter, Senat für Umwelt, Bau, Verkehr und Europa
Vortrag und Zusammenfassung

"Es geht Zusammen – Dialogansätze zur Konfliktlösung aus dem IKZM-Prozess“ Axel Bohn, Prognos AG
Vortrag und Zusammenfassung

 "Auswertung der Tagung" Beate Lange, Büro grünbalu
Auswertung

Die Tagung wurde gefördert vom Senator für Umwelt, Bau, Verkehr und Europa, Bremen.



Direkt zur Online-Spende, Foto: eyewire / fotolia.com
Direkt zum Online-Antrag, Foto: eyewire / fotolia.com

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