Hochwasser

Überflutete Autos
Hochwasser in Bremen: Eine reale Gefahr
Hochwasser im Stadtbereich der Weser 1
Hochwasser im Stadtbereich der Weser 2
Hochwasser im Stadtbereich der Weser 3

Hochwasserschutz in Bremen

Das Land Bremen ist bezüglich Hochwasser von Sturmfluten, die von der Nordsee kommen und von Binnenhochwasser aus der Ober- und Mittelweser - trotz des Deichschutzes - gefährdet. Denn weite Teile im Land Bremen liegen unter dem mittleren Tidehochwasser - ohne Deiche wäre eine Bebauung nicht möglich. Bereits bei der Besiedelung waren sich Menschen der Gefahr durch Hochwasser bewusst, Bremen wurde deshalb auf einer 26 km langen Düne gegründet, die die beiden Geestflächen bei Lesum und Achim verbindet.

Sturmfluten

Hochwasser aufgrund einer Sturmflut kann Bremerhaven und Bremen bis etwa in Höhe des neuen Wasserkraftwerks in Bremen-Hemelingen gefährden. Orkanstürme drücken das Nordseewasser in die Trichtermündung der Weser, verhindern den eigenen Abfluss und stauen sie auf. Die Hochwasserwelle rollt von Bremerhaven flussaufwärts und erreicht binnen eines Tages Bremen. Die enge Eindeichung der Weser und die Weservertiefung haben dazu geführt, dass sich die Wellen noch mehr aufstauen. Die geplante zusätzliche Vertiefung der Außenweser könnte dies noch fördern. Bei einer starken Sturmflut schießt die Hochwasserwelle mit 40 bis 45 km/h in die Weser und verkürzt die Zeit, um Vorkehrungen zu treffen.

Anstieg des Meeresspiegels durch den Klimawandel

Nach der jüngsten Studie des UN-Weltklimarates (IPCC) steigt der Meeresspiegel aufgrund der Erderwärmung in den nächsten 100 Jahren schneller als bisher angenommen. Statt der für Bremen bisher für erforderlich gehaltenen Deicherhöhung von 25 cm sind, je nach Deichlage, zusätzliche Erhöhungen notwendig. Zu dem finanziellen Aufwand - die Mittel dafür sollen vom Bund und dem Land aufgebracht werden - kommen die technischen Herausforderungen einer Deicherhöhung. Denn höhere Deiche müssen verbreitet werden, um Wasserstand und Wellen widerstehen zu können. Der Raum hinter dem Deich ist oft bebaut oder in Privathand, daher erfordere eine Verbreiterung des Deichfußes oft langwierige Grundstücksverhandlungen. Andere Möglichkeiten sind eine zweite Deichlinie im Hinterland und der Anlage von Entlastungspoldern über die Ausweisung von Gebieten mit unterschiedlichen Schutzstandards.

Hochwasserschutz heute im Land Bremen

Heute werden die Städte Bremen und Bremerhaven vor Hochwasser vor allem mit Deichen, Hochwasserschutzwänden und Sturmflutsperrwerken in Lesum, Ochtum und Hunte seit 1979 geschützt. Diese werden von den Deichverbänden in Bremen, den Städten und dem Land Bremen erstellt und auch unterhalten. Diese Hochwasserschutzanlagen sind auf Grundlage der Erkenntnisse der Sturmfluten in den Jahren 1954 und 1962 bzw. des Binnenhochwassers 1981 gebaut worden.