Straßenverkehr ist eine bedeutende Quelle für Umgebungslärm

Zu viel Lärm macht krank

Was ist Lärm? 

Als Lärm werden Geräuschereignisse bezeichnet, welche für einen Menschen unangenehm oder schmerzhaft sind. Ob ein Geräusch als schmerzhaft empfunden wird, ist dabei stark von persönlichen Faktoren wie Berufsumfeld, körperlicher Verfassung und Vorlieben abhängig. Eine Lautstärke bzw. ein Schalldruckpegel von 110 dB (Dezibel) entspricht sowohl der eines Presslufthammers als auch der eines Rockkonzertes, wobei letzteres als angenehm empfunden werden kann.

Folgen des Lärms

Wird das Gehör dauerhaft zu lauten (≥ 85 dB) und kurzfristig extrem lauten Geräuschen (≥ 120 dB) ausgesetzt, können sich bleibende Schädigungen einstellen. Dazu gehören Lärmschwerhörigkeit, Tinnitus, Hörsturz und Explosionstraumata. Außerdem bewirkt Lärm nicht nur Gehörschädigungen, sondern wirkt auf den gesamten Körper. Konzentrationsstörungen, Gereiztheit und Schlaflosigkeit können Folgen einer Lärmbelästigung sein. Es besteht zudem der Verdacht, dass Lärm eine Ursache schwerer Erkrankungen wie Magengeschwüren, Herz-Kreislauf-Problemen und Herzinfarkten ist.

Umgebungslärm

Umgebungslärm umfasst alle unerwünschten oder gesundheitsschädlichen Geräusche im Freien, die von Menschen verursacht werden. Dazu gehören Lärmbelastungen durch Schienenverkehr, Straßenverkehr, Flugverkehr und industrielle Tätigkeiten.  Nach einem EU-Abkommen sollen bis 2008 bzw. 2013 strategische Lärmkarten für Hauptverkehrsstraßen, Haupteisenbahnstrecken und Großflughäfen sowie für Ballungsräume aufgestellt werden. Diese Lärmkarten dienen der Darstellung und Prognose des Umgebungslärms. Ein Rechtsanspruch auf Einhaltung bestimmter Grenzwerte ergibt sich daraus jedoch nicht. Die Daten zur Lärmkartierung von Umgebungslärm finden Sie auf der Website des Bremer Umweltinformationssystems.

Für Bremen wurden diejenigen Hauptverkehrsstraßen gemeldet, die laut der Verkehrszählungen von mehr als 6 Millionen Fahrzeugen jährlich befahren werden. Im Bereich der Schienenwege fallen nur die Eisenbahnstrecken der Deutschen Bahn AG unter das Kriterium der Umgebungslärmrichtlinie. Der Verkehrsflughafen Bremen hat seit dem Jahr 2001 jährlich weniger als 50.000 Flugbewegungen und erfüllt somit nicht das Kriterium eines Großflughafens. Durch die Lage im Ballungsraum Bremen besteht trotzdem die Pflicht, den Flughafen zu kartieren.

Laut den EU-Richtlinien soll eine Beteiligung der Bevölkerung an der Lärmverminderung möglich sein. Es soll die Möglichkeit gegeben werden die Lärmsituation in der Wohnumgebung vorzustellen und an der Ausarbeitung von Aktionsplänen zur Lärmverminderung mitzuwirken. Weitere Informationen zur Lärmkartierung von Umgebungslärm finden Sie auf der Website des Bremer Umweltinformationssystems.

Die EU-Richtlinien weisen jedoch auch Defizite auf. So fehlt z.B. die genaue Festlegung von Immissionsgrenzwerten und Eingriffsinstrumenten zur Lärmbekämpfung. Die von den Behörden für Bremen festgelegten Überschreitungsgrenzwerte ab denen Sanierungen vorgesehen sind liegen bei 60 dB(A) nachts und 70 dB(A) tags. Für den BUND sind diese Werte nicht akzeptabel und müssen mindestens um jeweils 5 dB(A) abgesenkt werden. Das entspricht den Empfehlungen des Umweltbundesamtes und des Bremer Gesundheitsamtes. Bereits ab 65 dB(A) treten gesundheitlichen Schädigungen auf. 70 dB(A) entsprechen einem Lärmpegel, der nach TA Lärm in Industriegebieten nicht überschritten werden darf!

Forderungen des BUND

  • An erster Stelle steht ein einheitliches staatliches Konzept zum Schutz vor Lärm. Dabei muss der Schutz der Ruhe und Lärmvermeidung bei der Stadtplanung mit einbezogen werden. Dazu gehört auch ein nachhaltiger Entwicklungsplan für die Verkehrsführung von öffentlichen Verkehrsmitteln.
  • Ein aktiver Lärmschutz, welcher dem Entstehen von Lärm an dessen Entstehungsquelle entgegenwirkt, ist einem passiven Lärmschutz, welcher lediglich eine Verminderung der Lärmbelästigung bewirkt, vorzuziehen.
  • Der Ruheschutz muss rechtlich verankert werden, das heißt der Begriff Ruhe muss als Schutzgut sichert werden.
  • Der Rechtsanspruch auf Beseitigung von Gesundheit gefährdender Lärmbelästigung muss ausgeweitet werden. Zum Beispiel darf während der Nacht bei geöffnetem Fenster maximal ein Schalldruckpegel von 30 dB herrschen. Allerdings bezieht sich dieser Wert nur auf die durchschnittliche Lautstärke, allerdings können auch kurzzeitige hohe Lärmpegel die Lebensqualität beeinträchtigen.
  • Bei der Besteuerung von Verkehrsmitteln sollte deren Lautstärke berücksichtigt werden.
  • Lärm muss in seiner Summe betrachtet werden. Bisher werden bei der Bewertung von Lärm die jeweiligen Quellen getrennt betrachtet und die Gesamtbelastung bleibt unberücksichtigt.
  • Neues Maß für Lärm: Die Lautstärke bzw. der Schalldruckpegel spiegelt die Stärke der Lärmbelästigung nur unzureichend wider, da Faktoren wie Rauhigkeit und Schärfe eines Schallereignisses unbeachtet bleiben. Die Lautheit (Einheit: Sone), welche verschiedene Faktoren des Schallereignisses berücksichtigt, ist dagegen ein Maß für das tatsächliche Lärmempfinden des Menschen und sollte daher für gesetzliche Grenzwerte gelten.
  • Der deutsche Lärmminderungsplan muss an die EU-Richtlinien angepasst und in ihrem Sinne erweitert werden.


  • Direkt zur Online-Spende, Foto: eyewire / fotolia.com
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Weiterführende Links zum Thema Lärm

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