Foto ASB Mitarbeiterin mit BUND Pedelec
Eine Mitarbeiterin des ASB Ambulante Pflege mit dem BUND Pedelec

Elektrorad statt Firmenwagen - Pflegedienste machen mobil

In dem Pilotprojekt „Pflegedienste machen mobil – Mit dem Elektrorad zur Patientin“ hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Bremen mit fünf großen ambulanten Pflegediensten kooperiert. Diese haben Elektrofahrräder im täglichen Arbeitsalltag ausführlich getestet. Das Ergebnis: Drei Pflegedienste waren so überzeugt, dass Sie sich im Anschluss an das Projekt gleich ein oder mehrere Elektrofahrräder angeschafft haben, die nun klimafreundlich als Alternative zum Dienstwagen genutzt werden.

Einige Pflegedienste hatten schon vor dem BUND-Projekt ihren MitarbeiterInnen ein ‚normales’ Fahrrad als Dienstfahrzeug zu Verfügung gestellt. Diese wurden aber bei weitem nicht so häufig und mit derartiger Begeisterung genutzt, wie jetzt das Elektrofahrrad. Gerade in den Sommermonaten ist man mit dem Elektrofahrrad angenehmer, meist schneller, kostengünstiger und natürlich umweltfreundlicher unterwegs. In allen kooperierenden Pflegediensten gibt es Mitarbeiter, die Lust auf ein Elektrofahrrad statt das Auto haben, weil es gut für die Gesundheit ist oder einfach Spaß macht. Der motivierende Spaßfaktor von Elektrofahrrädern anstelle eines Dienstwagens stellt also für die MitarbeiterInnen ein wichtiges Einstiegsmoment dar.

Dies zeigen auch die Ergebnisse des BUND Modell-Projektes: Eine Mitarbeiterin eines Pflegedienstes, ist mit dem Elektrofahrrad in nur fünf Wochen mehr als 650 Kilometer im Dienst gefahren. Auf ein Jahr hochgerechnet bedeutet das, dass ca. 6900 Autokilometer durch das Pedelec ersetzt werden können.

Der BUND hat im Projektverlauf die Kosten des Fuhrparks für die Pflegedienste individuell aufgeschlüsselt und einer Anschaffung von Elektrofahrrädern gegenüber gestellt. Demnach können für ein abgeschafftes Auto bis zu drei Elektrofahrrädern angeschafft und zusätzlich noch Kosten gespart werden. Ein Elektrofahrrad kann in jedem Fall die Autokilometer und damit die Kraftstoff- und Wartungskosten der Kfz-Flotte verringern. Beim aktuellen Benzinpreis amortisieren sich die Pedelec-Kosten ab etwa 20 - 25 Elektro-Kilometern täglich. Das Elektrofahrrad befindet sich, das hat das Projekt gezeigt, auf Augenhöhe mit dem Auto und kann auch finanziell für die Unternehmen attraktiv sein.

Angesichts der immer weiter steigenden Benzinpreise und der teilweise großen PKW-Flotten stellt das Elektrofahrrad für Pflegedienste eine attraktive Alternative zum Auto dar. Neben wirtschaftlichen Aspekten sind für die Entscheidung der Unternehmen, ob Elektrofahrräder zum Fuhrpark gehören sollen, auch Klimaschutzaspekte von Bedeutung. Eine ökologische Ausrichtung spielt heute für die Unternehmensidentität eine immer größere Rolle. Die Unternehmen sparen und die Umwelt gewinnt. Zusätzlich bietet das Unternehmen den MitarbeiterInnen durch einen solch erweiterten Fuhrpark auch attraktivere Arbeitsbedingungen.

Gerade Pflegedienste haben viele Dienstfahrten mit relativ kurzen Strecken zu bewältigen. Die Wege zwischen den Patienten sind dabei oft nicht länger als ein paar Kilometer und die Tageswegstrecken liegen im Durchschnitt bei ca. 25 km, das ist mit Pedelecs bequem zu schaffen.

Das vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung geförderte Projekt hat damit das Ziel erreicht, mit dem Elektrorad die nachhaltige Mobilität in Unternehmen zu fördern. Daher fordert der BUND, dass Unternehmen, die eine (Teil-)Umstellung ihres Kfz-Fuhrparks auf Pedelecs planen vom Staat gezielt gefördert und unterstützt werden. Zudem sollte der öffentliche Dienst in Bremen eine Vorreiterrolle im Bereich der Elektromobilität einnehmen und damit als gutes Beispiel voran schreiten. Um die Alternativen zum Dienstauto weiter und stärker in das Bewusstsein der Unternehmen zu rücken, noch mehr ambulante Pflegedienste, aber auch Unternehmen anderer Branchen, zu überzeugen, bietet der BUND eine Broschüre an, die die Projektergebnisse zusammen fässt und Unternehmen Tipps für eine Umstellung ihres Kfz-Fuhrparks auf Elektrofahrräder gibt.

Ansprechpartner für Rückfragen: Siecke Martin, BUND Bremen, Tel. 0421-79002-43