Stadtentwicklung / Flächenverbrauch

  • Gewerbeflächen und Grünflächen in Bremen

Aufwertung der Innenstadt teilweise gelungen

Zum Ende des Bremer Sanierungsprogrammes werden 8,5 Mrd. Euro an Bundesmitteln nach Bremen geflossen sein. Der größte Teil dieses Geldes ist bereits ausgegeben und zum Teil in Form von Baumaßnahmen in der Stadt zu besichtigen.

Ein Schwerpunkt ist die Aufwertung des Innenstadtbereiches in Form von neuen Straßenpflastern, Neugestaltung ganzer Straßenzüge sowie Renovierung und Umbau ehemaliger "Schmuddelecken". Insgesamt ist dadurch die Aufenthaltsqualität für die Stadtbesucher gesteigert worden.

Gewerbeflächenangebote weit über der tatsächlichen Nachfrage

Ein weiterer Schwerpunkt der Stadtentwicklung ist eine angebotsorientierte Flächenpolitik sowohl für Gewerbe und Dienstleistungen wie auch für den Wohnungsbau. Damit sollte die Grundlage für ein im Vergleich zur nationalen Entwicklung überdurchschnittliches Wirtschaftswachstum gelegt werden.

In Zahlen bedeutet dies, dass seit 10 Jahren etwa an die 700(!) Hektar allein für Gewerbeflächen neu erschlossen wurden und zwar überwiegend im Außenbereich. Diese Zahl entspricht dem 2,5 fachen von Bürgerpark und Stadtwald zusammen. Sie bedeutet zugleich den Verlust von Lebensraum für viele Pflanzen- und Tierarten sowie den Verlust von Naherholungsmöglichkeiten für den Menschen.

Arberger/Mahndorfer Marsch künftiger Schwerpunkt der Siedlungsentwicklung

Die Ausdehnung des Siedlungsraumes soll künftig schwerpunktmäßig im Bereich der Arberger/Mahndorfer Marsch stattfinden. Ungeachtet der Tatsache, dass die Inanspruchnahme der ersten 70 Hektar sehr schleppend verläuft und überwiegend Umzüge von innen nach außen stattfinden, sollen noch weitere 350 Hektar folgen. Diese Planungen entbehren jeder ökonomischen Grundlage. Sie verbauen zugleich die letzte Möglichkeit Bremens, durch eine landwirtschaftsverträgliche Zurücknahme des Weserdeiches vorbeugenden Hochwasserschutz zu betreiben.

Dem rasanten Flächenverbrauch steht mitnichten der ökonomische Erfolg gegenüber. Weder wurden mehr Arbeitsplätze geschaffen als im gleichen Zeitraum verloren gingen, noch wurde der Schuldenberg verringert. Im Endergebnis könnte es also durchaus lauten

"Sanierung gescheitert – Natur kaputt".

Der BUND fordert den umgehenden Stopp der Realisierung weiterer Gewerbeflächen auf der grünen Wiese zugunsten der Nutzung reichlich vorhandener Brachpotenziale im Innenbereich, insbesondere in den alten Hafenrevieren.

"Klasse statt Masse" muss die künftige Devise lauten. Und man muss Abschied nehmen von der Vorstellung, dass Flächenverbrauch und Wirtschaftswachstum identisch seien. Insgesamt wird es künftig verstärkt um den Rückbau der Stadt gehen und nicht um die immer weitere Ausdehnung. Auf dieses Szenario ist die Politik bislang kaum vorbereitet.

Bedürfnisse der Stadtbewohner stärker berücksichtigen

Für die Stadtentwicklung sollten die Bedürfnisse der Bewohner, insbesondere die Naherholungsmöglichkeiten durch Entwicklung der vorhandenen Grünachsen verstärkt berücksichtigt werden. Im Zusammenhang mit der Umnutzung von Brachen sollte nach Möglichkeiten gesucht werden, neue Grünanlagen und echte Parks zu schaffen.

Weitere Informationen erhalten Sie bei Michael Abendroth.