Foto BUND Pedelec

Pedelec
Pedelec steht für Pedal Electric Cycle und bedeutet wörtlich übersetzt Pedal-elektrisches-Fahrrad. Es ist ein Sammelbegriff für moderne Elektrofahrräder mit Trittkraftunterstützung. Trittkraftunterstützung bedeutet, dass das Fahrrad nicht von alleine fährt, sondern, dass der eingebaute Elektromotor den Fahrer beim treten unterstützt.

Ein Pedelec ist zunächst ein ganz „normales“ Fahrrad. Mit einem Unterschied: Ein Pedelec hat einen Elektromotor, der von einem Akku gespeist wird. Dieser liefert dem Fahrer zusätzlichen Schub und wird daher von vielen Pedelec-Fahrern liebevoll als „eingebauter Rückenwind“ bezeichnet. Die Unterstützung die der Elektromotor leistet, wird dabei, je nach Anforderung und Einstellung elektronisch geregelt.

 

CO2-Bilanz Pedelec
Ein Pedelec verbraucht auf 100 Kilometer ca. eine Kilowattstunde Strom, das entspricht ca. 22 Cent Energiekosten und beim derzeitigen Strommix 0,6 Kilogramm CO2. Selbst ein sparsames Auto verbraucht im Stadtverkehr ca. 7,5 Liter Benzin auf 100 km und setzt dabei ca. 19 Kilogramm des Treibhausgases CO2  frei. Jeder Pedelec-Kilometer schont die Umwelt enorm und verringert die Mobilitätskosten in den Unternehmen. Würde das Pedelec zudem mit Ökostrom „betankt“, können über 99% des gefährlichen Treibhausgases vermieden werden.

Ausführungen
So viele verschiedene Arten es von Fahrrädern gibt so viele verschiedene Pedelecs gibt es inzwischen. Als kompaktes Minirad mit 20 Zoll Rädern, als 26er oder 28 Damen- und Herrenrad, als Mountainbike, oder als Lastenfahrrad. Grundsätzlich lassen sich aber zwei Arten von Pedelecs unterscheiden.

Pedelecs bis 25km/h. Pedelecs, die bauartbedingt, eine Motorleistung von nicht mehr als 250 Watt haben und ihren Fahrer bis zu einer Geschwindigkeit von 25km/h unterstützen sind Führerscheinfrei und werden nach der StVO wie „gewöhnliche“ Fahrräder behandelt. Das Fahren auf Radwegen und Grünanlagen ist mit ihnen grundsätzlich erlaubt. Ausnahme sind hier Pedelecs mit einer so genannten Schiebe- oder Anfahrhilfe. Diese verleiht dem Pedelec auf Knopfdruck auch ohne treten bis zu einer Geschwindigkeit von 6 km/h Schub. Für Pedelecs mit einer Schiebe- oder Anfahrhilfe wird ein Mofa-Führerschein benötigt.

Pedelecs über 25 km/h. Pedelecs, die dem Fahrer eine Trittkraftunterstützung über 25 km/h hinaus bieten werden auch S-Pedelecs genannt. Sie werden vom Gesetzgeber als „Leichtmofas“ klassifiziert, unterliegen der Versicherungspflicht (grünes Versicherungskennzeichen) und der Fahrer benötigt einen Mofa-Führerschein. Das Fahren auf Radwegen ist mit S-Pedelecs nur dann erlaubt, wenn der Radweg für Mofas freigegeben ist.

Antrieb und Akku
Zwar werden alle Pedelecs von einem Elektromotor angetrieben, jedoch gibt es hinsichtlich des Akkus und der Antriebslösung unterschiedliche Ausführungen.
Gängige Antriebsarten sind der Direktantrieb mit Nabenmotor und der als Mittelmotor bekannte Tretlager-Kettenantrieb. Ein Nabenmotor wird entweder im Vorder- oder Hinterrad montiert und von einem Akku – der zum Beispiel am Gepäckträger installiert ist – gespeist. Beim Tretlager-Kettenantrieb, befindet sich der Motor im Bereich der Tretkurbeln am Fahrradrahmen. Diese Antriebsart wird oft mit einer Sensoreinheit kombiniert, die dafür sorgt, dass abhängig von der Trittkraft und Trittfrequenz des Fahrers, die Antriebsleistung des Elektromotors optimal eingesetzt wird.

Beide Antriebslösungen haben ihre Vorteile und Nachteile. Normale Fahrräder sind in der Regel unkompliziert mit einem Antrieb mit Nabenmotor nachrüstbar. Ein Nabenmotor im Vorderrad kann sich aber durch sein Gewicht und das durch ihn erhöhte Masseträgheitsmoment negativ beim Lenken auswirken. Antriebe mit Mittelmotor können, bedingt durch die Bauart normaler Fahrradrahmen nicht so leicht nachgerüstet werden. Die Sensorsteuerung des Mittelmotors sorgt hingegen für ein angenehmes Fahrgefühl.

Der Akku ist der Tank des Pedelecs. Sein Strom liefert die Energie, die dem Fahrer den zusätzlichen Rückenwind verleiht. Für den Antrieb moderner Elektrofahrräder werden Lithium-Ionen (Li-Ionen) oder Lithium-Polymer (LiPo) Akkus eingesetzt. Sie haben eine relativ hohe Energiedichte und sind dadurch relativ leicht und kompakt. Gängige Pedelec Akkus gibt es mit Ladungsmengen von 10 -12 Ah. Mit ihnen sind je nach Fahrweise und Streckenprofil Reichweiten von 50-70 km möglich. Neuere Akku-Modelle besitzen inzwischen Ladungsmengen von 18 Ah und verlängern die Reichweite des Pedelecs entsprechend.

Ein Pedelec-Akku kostet etwa 500 Euro für ein 10Ah bis ca. 700 Euro für ein 18Ah Modell. Mit steigender Verbreitung der Pedelecs und der zu erwartenden Entwicklung der Akku-Technik sind sinkende Preise zu erwarten.