Rund ums Rad

Welches Verkehrsmittel hat den besten Wirkungsgrad? Richtig. Das Fahrrad! Kein anderes Transportmittel hat, von den eigenen Füßen einmal abgesehen, eine so gute Umweltbilanz wie das Fahrrad. Obendrein schont jeder Kilometer mit dem Fahrrad die privaten und öffentlichen Finanzen und hält fit. Gute Gründe, den Radverkehr entschieden zu fördern.

Einige sagen: „Bremen ist eine Autostadt“. Wir sagen: „Bremen ist eine Fahrradstadt“. 25% des Modalsplit in unserer Stadt nimmt der Radverkehr ein. Ein im Vergleich mit anderen deutschen Großstädten guter Wert, der sich mit einer progressiven Förderung des Radverkehrs weiter steigern lässt. Dafür setzt sich der BUND ein.


Smartphone statt Smart fahren

Vor einigen Jahren teilten viele 18 jährige Jugendliche den gleichen Traum. Ein eigenes Auto zu besitzen. Ein eigenes Auto, das bedeutete Freiheit und Mobilität. Seit einiger Zeit sieht die Situation jedoch anders aus und wir können eine massive und rasante Trendwende im Bereich der Mobilität, vor allem in den großen Städten, beobachten. Vielen jungen Menschen ist heute das Smartphone wichtiger als der Besitz eines Autos. Das Fahrrad ist für viele wieder zum Statussymbol geworden. Grade in den Großstädten wird die Mobilität mehr und mehr vom öffentlichen Nahverkehr und dem Radverkehr geprägt.

Während die Menschen mit dem Fahrrad, auch durch moderne Technik, wie dem Elektroantrieb, so richtig an Fahrt gewinnen, hinken Verkehrsplaner und Politiker hinterher. Denn die Trendwende im Bereich der Mobilität erfordert auch eine Trendwende in Verkehrsplanung und Flächenaufteilung. Wenn mehr Menschen in Bremen mit dem Fahrrad unterwegs sind, müssen diese auch mehr Platz bekommen. Da es kaum möglich ist, ausschließlich über ruhige Nebenstraßen zu radeln, müssen vor allem die großen Straßen fahrradfreundlicher werden. Das Rad soll seinen angemessenen Platz auf der Straße bekommen – wenn es sein muss auch auf Kosten des Autoverkehrs.

Fahrräder gehören auf die Fahrbahn – aus mehreren Gründen. Viele Radwege befinden sich in einem unzumutbaren Zustand. Markierungen auf der Straße kosten viel weniger Geld als ein baulich abgetrennter Radweg. Zudem kommt es immer wieder zu Konflikten mit Fußgängern, wenn Radwege über die Bürgersteige verlaufen. Vor allem aber stellen baulich abgetrennte Radwege ein großes Sicherheitsrisiko dar, weil sie von der Straße nicht gut zu überschauen sind. Folglich kommt es hier immer wieder zu schweren Unfällen, wenn rechts abbiegende Autos Radfahrer nicht sehen und überrollen. Der BUND fordert deshalb Radstreifen auf der Straße statt herkömmlicher Fahrradwege. Aber auch ohne Radstreifen sind Radfahrer auf der Straße oft sicherer als auf dem Radweg. Dort, wo Tempo 30 oder sogar nur Tempo 10 erlaubt ist, können Radler ganz einfach auf der Straße fahren, ohne eigene Markierungen oder gar abgetrennte Radwege. Deshalb setzt sich der BUND dafür ein, in viel mehr Straßen als bisher Tempolimits zu verhängen - und natürlich auch ihre Einhaltung zu kontrollieren.

Übrigens: Eine Pflicht, die Radwege zu benutzen, besteht nur dort, wo das runde blaue Radwegschild aufgestellt ist.

Um die Sicherheit an den Kreuzungen zu erhöhen, bieten sich sogenannte Radaufstellstreifen an, auf denen die Radfahrer vor den Autos auf Grün warten. Auf stark befahrenen Straßen haben sich spezielle Spuren bewährt, auf denen Radfahrer unbehelligt von Rechtsabbiegern geradeaus fahren oder direkt links abbiegen können – statt wie die Fußgänger zwei Ampeln überqueren zu müssen.


Mehr Raum für die umweltfreundlichen Verkehrsmittel

Auf Fahrradstraßen haben Fahrräder Vorrang und können beispielsweise nebeneinander fahren. Anlieger dürfen Fahrradstraßen mit dem Auto befahren, müssen sich bei der Geschwindigkeit aber den Radlern anpassen. In Bremen gibt es bereits eine Handvoll Fahrradstraßen, darunter Bereiche der Wachmannstraße und Benquestraße in Schwachhausen. Der BUND fordert, mehr Nebenstraßen mit hohem Radverkehrsaufkommen in Fahrradstraßen umzuwandeln. Ziel ist es, ein dichtes Netz gut und sicher zu radelnder Strecken zu schaffen.



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