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Abfall

Abfälle in Bremen nach Branchen 2003
Abfälle in Bremen nach Branchen 2003

Vermeiden, Verwerten und Beseitigen

Abfall in Bremen

In Bremen werden jährlich rund 400.000 Tonnen Müll produziert. Haushaltsabfälle machen mit 69% mit Abstand den höchsten Anteil aus. Abfalltrennung und Recycling von Haushaltsmüll ist somit von besonderer Bedeutung. Jeder Verbraucher trägt eine persönliche Verantwortung. Mit 16% nimmt der Industrie- und Gewerbemüll zwar einen vergleichbar kleinen Anteil am Gesamtmüll an, allerdings ist in diesem Bereich Recycling noch wenig verbreitet.

Gefahren und Mängel

Abfallbeseitigung stellt eine der größten Herausforderungen für den Umweltschutz dar. Vornehmliches Ziel ist dabei die Erhaltung der natürlichen Ressourcen. Dabei geht es nicht nur um die Verringerung des Rohstoffverbrauchs, sondern gleichzeitig um die Einsparung von Energie, denn die Herstellung von Produkten aus den Rohstoffen ist in der Regel sehr energieintensiv. Weitere Ziele sind die Reinhaltung von Wasser und Luft.

Abfallrecht

Allerdings gehen die aktuellen Entwicklungen im Abfallrecht in eine ganz andere Richtung. So wird die vermischte Sammlung von Leichtverpackungen und Restmüll in der »grau-gelben« Tonne, auch Zebratonne genannt, in der die Abfälle aus gelben Säcken und grauer Tonne vermischt werden untersucht. Als Folge droht zum einen die Privatisierung der Hausmüllentsorgung, zum anderen die Verdrängung kleinerer Firmen vom Entsorgungsmarkt, da nur große Unternehmen in teure Sortieranlagen investieren können. Auf Grund dieser Entwicklung sind auch Arbeitsplätze gefährdet.

Gewerbeabfall

Bei der Entsorgung von Gewerbeabfall ist die Abfallwirtschaft zu sehr auf Beseitigung fixiert. Da Gewerbemüll nicht mehr unbehandelt auf Deponien gelagert werden darf, wird er häufig als Zusatz in Kraftwerken verbrannt, und das möglichst billig, das heißt mit schlechterer Abgasreinigung.

Mülldeponie

Mülldeponien

Als Deponien werden technische Einrichtungen bezeichnet, in welchen Abfälle bis auf wenige Ausnahmen endgelagert werden. Durch Abdichtungssysteme soll eine möglichst umweltfreundliche Lagerung erreicht werden. Allerdings gehen durch die Endlagerung Rohstoffe verloren. Neuerdings müssen Abfälle thermisch vorbehandelt werden, bevor sie auf Deponien gelagert werden dürfen. Dadurch ergibt sich eine erhebliche Volumenreduzierung des Abfalls. Das ist sinnvoll, da die Deponiefläche gerade in Ballungsgebieten begrenzt ist.

Müllverbrennung

Im Zuge der Müllverbrennung kann Strom gewonnen werden, allerdings ergeben sich giftige Verbrennungsrückstände (hauptsächlich Schlacke). Außerdem entstehen umweltbedenkliche Gase, Stäube und Russpartikel, welche aufwendig abgefiltert werden müssen. Insgesamt werden zu viele neue Verbrennungskapazitäten geplant. Die bereits absehbaren Überkapazitäten erzwingen dann noch mehr Müllimporte. Im Jahre 2003 wurden 372.407 Tonnen Abfall aus anderen Bundesländern in Bremen entsorgt, welche überwiegend per LKW transportiert werden.

Kompostierungsanlagen

Bei der sogenannten "kalten" Abfallverwertung werden Abfälle durch mechanische oder biologische Einwirkungen zersetzt.

Recycling

Unter der Voraussetzung, dass Abfälle hinreichend getrennt werden, können diese recycelt werden, das heißt aus Abfällen werden Rohstoffe zurück gewonnen. Mögliche Recyclingprodukte können z.B. aus Altpapier, Altglas, Verpackungen, Bioabfälle, Batterien, alten Elektrogeräten und alten Autos hergestellt werden.

Forderungen des BUND

Die Forderungen des BUND unter dem Motto "Vermeiden, Verwerten und (nur den hoffentlich kleinen Rest) Beseitigen" lauten:

  • Sofortiger Stopp für das Unterbringen unsortierbarer Abfälle auf Deponie.
  • Zulassung der "kalten" Abfallbehandlung als Regelverfahren der Restmüllentsorgung unter Berücksichtigung immissionsschutzrechtlicher Vorgaben für Behandlungsverfahren.
  • Ausbau- und Planungsstopp für Müllverbrennungsanlagen und Rückbau überflüssiger Anlagen.
  • Initiative der Landesregierung zur Änderung des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes (Abfallvermeidung, sinnvolle Verwertungskonzepte.
  • Stopp des Versatzes von Abfall und Sondermüll unter Tage (z.B. in Steinkohlebergwerken) und der Mitverbrennung von Abfall (z.B. in Zementwerken), da sie nicht genügend gesichert sind.
  • Eindeutige gesetzliche Abgrenzung von "Abfällen zur Beseitigung" gegenüber "Abfällen zur Verwertung".
  • Flächendeckende Umsetzung der Biomüllkompostierung ohne zusätzliche finanzielle Belastungen für die Bürger/innen.
  • Einbeziehung der Landwirtschaft in die dezentral organisierte Bioabfallsammlung und -behandlung.
  • Erstellung eines ökologischen Abfallwirtschaftskonzeptes mit
    • verursacherbezogenem Abfallgebührensystem
    • effizienter Abfallberatung
    • Optimierung der Abfalltrennung in Großwohnanlagen
    • Verdichtung der Sammelstellen für Wertstoffe
    • Ausdehnung der Holsysteme
    • Stärkung der Eigenkompostierung und Bereitstellung von Gemeinschaftskompostierfläche

Tipps für Verbraucher

  • Vermeidung ist die beste Maßnahme: Produkte mit möglichst wenig Verpackung (z.B. auf dem Markt) kaufen oder Einkaufstaschen wiederverwerten (bis eine Plastiktüte vollständig verrottet ist, vergehen ca. 600 Jahre!).
  • Eigenkompostierung kann den Einsatz einer Biotonne reduzieren und liefert wertvollen Dünger für den Garten.
  • Recyclingprodukte z.B. Umweltpapier benutzen (z.B. bei Karstadt Obernstraße oder Bremer Weltladen). Ausführliche Informationen und eine Liste von Läden, in welchen Umweltpapier gekauft werden kann, gibt es hier.
  • Umweltbedenkliche Abfälle wie Bauschutt, Farben oder alte Batterien fachgerecht entsorgen (Informationen gibt es bei den Recyclinghöfen.


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