Mülldeponien
Als Deponien werden technische Einrichtungen bezeichnet, in welchen Abfälle bis auf wenige Ausnahmen endgelagert werden. Durch Abdichtungssysteme soll eine möglichst umweltfreundliche Lagerung erreicht werden. Allerdings gehen durch die Endlagerung Rohstoffe verloren. Neuerdings müssen Abfälle thermisch vorbehandelt werden, bevor sie auf Deponien gelagert werden dürfen. Dadurch ergibt sich eine erhebliche Volumenreduzierung des Abfalls. Das ist sinnvoll, da die Deponiefläche gerade in Ballungsgebieten begrenzt ist.
Müllverbrennung
Im Zuge der Müllverbrennung kann Strom gewonnen werden, allerdings ergeben sich giftige Verbrennungsrückstände (hauptsächlich Schlacke). Außerdem entstehen umweltbedenkliche Gase, Stäube und Russpartikel, welche aufwendig abgefiltert werden müssen. Insgesamt werden zu viele neue Verbrennungskapazitäten geplant. Die bereits absehbaren Überkapazitäten erzwingen dann noch mehr Müllimporte. Im Jahre 2003 wurden 372.407 Tonnen Abfall aus anderen Bundesländern in Bremen entsorgt, welche überwiegend per LKW transportiert werden.
Kompostierungsanlagen
Bei der sogenannten "kalten" Abfallverwertung werden Abfälle durch mechanische oder biologische Einwirkungen zersetzt.
Recycling
Unter der Voraussetzung, dass Abfälle hinreichend getrennt werden, können diese recycelt werden, das heißt aus Abfällen werden Rohstoffe zurück gewonnen. Mögliche Recyclingprodukte können z.B. aus Altpapier, Altglas, Verpackungen, Bioabfälle, Batterien, alten Elektrogeräten und alten Autos hergestellt werden.
Forderungen des BUND
Die Forderungen des BUND unter dem Motto "Vermeiden, Verwerten und (nur den hoffentlich kleinen Rest) Beseitigen" lauten:
- Sofortiger Stopp für das Unterbringen unsortierbarer Abfälle auf Deponie.
- Zulassung der "kalten" Abfallbehandlung als Regelverfahren der Restmüllentsorgung unter Berücksichtigung immissionsschutzrechtlicher Vorgaben für Behandlungsverfahren.
- Ausbau- und Planungsstopp für Müllverbrennungsanlagen und Rückbau überflüssiger Anlagen.
- Initiative der Landesregierung zur Änderung des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes (Abfallvermeidung, sinnvolle Verwertungskonzepte.
- Stopp des Versatzes von Abfall und Sondermüll unter Tage (z.B. in Steinkohlebergwerken) und der Mitverbrennung von Abfall (z.B. in Zementwerken), da sie nicht genügend gesichert sind.
- Eindeutige gesetzliche Abgrenzung von "Abfällen zur Beseitigung" gegenüber "Abfällen zur Verwertung".
- Flächendeckende Umsetzung der Biomüllkompostierung ohne zusätzliche finanzielle Belastungen für die Bürger/innen.
- Einbeziehung der Landwirtschaft in die dezentral organisierte Bioabfallsammlung und -behandlung.
- Erstellung eines ökologischen Abfallwirtschaftskonzeptes mit
- verursacherbezogenem Abfallgebührensystem
- effizienter Abfallberatung
- Optimierung der Abfalltrennung in Großwohnanlagen
- Verdichtung der Sammelstellen für Wertstoffe
- Ausdehnung der Holsysteme
- Stärkung der Eigenkompostierung und Bereitstellung von Gemeinschaftskompostierfläche
Tipps für Verbraucher
- Vermeidung ist die beste Maßnahme: Produkte mit möglichst wenig Verpackung (z.B. auf dem Markt) kaufen oder Einkaufstaschen wiederverwerten (bis eine Plastiktüte vollständig verrottet ist, vergehen ca. 600 Jahre!).
- Eigenkompostierung kann den Einsatz einer Biotonne reduzieren und liefert wertvollen Dünger für den Garten.
- Recyclingprodukte z.B. Umweltpapier benutzen (z.B. bei Karstadt Obernstraße oder Bremer Weltladen). Ausführliche Informationen und eine Liste von Läden, in welchen Umweltpapier gekauft werden kann, gibt es hier.
- Umweltbedenkliche Abfälle wie Bauschutt, Farben oder alte Batterien fachgerecht entsorgen (Informationen gibt es bei den Recyclinghöfen.