BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


Abfall

Abfallbilanz Stadt Bremen 2010
Abfallbilanz Stadt Bremen 2010

Vermeiden, Verwerten und Beseitigen

Abfall in Bremen

In Bremen Stadt fielen 2010 etwa 270.000 Tonnen Abfall an. Haushaltsabfälle machen mit 77% mit Abstand den höchsten Anteil aus und davon bestehen ca. 94.000 t aus Restmüll. Restmüll wird meistens der Müllverbrennungsanlage zugeführt und kann nicht als Sekundärrohstoff verwertet werden. Eine gute Abfalltrennung von Haushaltsabfällen, um den Restmüllanteil zu verringern und die Recyclingquote zu erhöhen ist somit von besonderer Bedeutung. Jeder Verbraucher trägt eine persönliche Verantwortung.

Haushaltsabfälle Stadt Bremen 2010
Haushaltsabfälle Stadt Bremen 2010

Gefahren und Mängel

Abfallbeseitigung stellt eine der größten Herausforderungen für den Umweltschutz dar. Vornehmliches Ziel ist dabei die Erhaltung der natürlichen Ressourcen. Dabei geht es nicht nur um die Verringerung des Rohstoffverbrauchs, sondern gleichzeitig um die Einsparung von Energie, denn die Herstellung von Produkten aus den Rohstoffen ist in der Regel sehr energieintensiv. Weitere Ziele sind die Reinhaltung von Wasser und Luft.

Gewerbeabfall

Bei der Entsorgung von Gewerbeabfall ist die Abfallwirtschaft zu sehr auf Beseitigung fixiert. Da Gewerbemüll nicht mehr unbehandelt auf Deponien gelagert werden darf, wird er häufig als Zusatz in Kraftwerken verbrannt, und das möglichst billig, das heißt mit schlechterer Abgasreinigung.

Mülldeponie

Mülldeponien

Als Deponien werden technische Einrichtungen bezeichnet, in welchen Abfälle bis auf wenige Ausnahmen endgelagert werden. Durch Abdichtungssysteme soll eine möglichst umweltfreundliche Lagerung erreicht werden. Allerdings gehen durch die Endlagerung Rohstoffe verloren. Neuerdings müssen Abfälle thermisch vorbehandelt werden, bevor sie auf Deponien gelagert werden dürfen. Dadurch ergibt sich eine erhebliche Volumenreduzierung des Abfalls. Das ist sinnvoll, da die Deponiefläche gerade in Ballungsgebieten begrenzt ist.

Müllverbrennung

Im Zuge der Müllverbrennung kann Strom gewonnen werden, allerdings ergeben sich giftige Verbrennungsrückstände (hauptsächlich Schlacke). Außerdem entstehen umweltbedenkliche Gase, Stäube und Russpartikel, welche aufwendig abgefiltert werden müssen. Insgesamt werden zu viele neue Verbrennungskapazitäten geplant. Die bereits absehbaren Überkapazitäten erzwingen dann noch mehr Müllimporte.

Kompostierungsanlagen

In der Kompostierungsanlage werden organische Abfälle aus der Biotonne durch mechanische und biologische Einwirkungen zu Kompost verarbeitet.

Recycling

Unter der Voraussetzung, dass Abfälle hinreichend getrennt werden, können diese recycelt werden, das heißt aus Abfällen werden Rohstoffe zurück gewonnen. Mögliche Recyclingprodukte können z.B. aus Altpapier, Altglas, Verpackungen, Bioabfälle, Batterien, alten Elektrogeräten und alten Autos hergestellt werden.

Forderungen des BUND

Die Forderungen des BUND unter dem Motto "Vermeiden, Verwerten und (nur den hoffentlich kleinen Rest) Beseitigen" lauten:

  • Sofortiger Stopp für das Unterbringen unsortierbarer Abfälle auf Deponie.
  • Ausbau- und Planungsstopp für Müllverbrennungsanlagen und Rückbau überflüssiger Anlagen.
  • Stopp des Versatzes von Abfall und Sondermüll unter Tage (z.B. in Steinkohlebergwerken) und der Mitverbrennung von Abfall (z.B. in Zementwerken), da sie nicht genügend gesichert sind.
  • Einbeziehung der Landwirtschaft in die dezentral organisierte Bioabfallsammlung und -behandlung.
  • Erstellung eines ökologischen Abfallwirtschaftskonzeptes mit
    • verursacherbezogenem Abfallgebührensystem
    • effizienter Abfallberatung
    • Optimierung der Abfalltrennung in Großwohnanlagen
    • Verdichtung der Sammelstellen für Wertstoffe
    • Ausdehnung der Holsysteme
    • Stärkung der Eigenkompostierung und Bereitstellung von Gemeinschaftskompostierfläche

Tipps für Verbraucher

  • Vermeidung ist die beste Maßnahme: Produkte mit möglichst wenig Verpackung (z.B. auf dem Markt) kaufen oder Einkaufstaschen wiederverwerten (bis eine Plastiktüte vollständig verrottet ist, vergehen ca. 600 Jahre!).
  • Eigenkompostierung kann den Einsatz einer Biotonne reduzieren und liefert wertvollen Dünger für den Garten.
  • Recyclingprodukte z.B. Umweltpapier benutzen (z.B. bei Karstadt Obernstraße oder Bremer Weltladen). Ausführliche Informationen und eine Liste von Läden, in welchen Umweltpapier gekauft werden kann, gibt es hier.
  • Umweltbedenkliche Abfälle wie Bauschutt, Farben oder alte Batterien fachgerecht entsorgen, Informationen gibt es bei den Recyclinghöfen und Entsorgung kommunal.
Quelle: http://www.bund-bremen.net/themen_und_projekte/umwelt_energie/abfall/