Anti-Atom

Im Mai 2011 beschloss die Bundesregierung nach der Katastrophe in Fukushima den unwiderruflichen Ausstieg aus der Atomkraft bis 2022 und nahm acht ältere Atomkraftwerke sofort vom Netz, die restlichen neun werden in den nächsten 11 Jahren schrittweise abgeschaltet. Doch der Ausstieg geschieht aus Sicht des BUND zu langsam und die Urananreicherung in Gronau wird fortgesetzt.

Gefährliche und unsichere Energieversorgung

Atomkraftwerke in Deutschland sind weder sicher, wie Störfälle in den Meilern Brunsbüttel und Krümmel zeigen, noch unersetzbar. Auch die gestiegene radioaktive Strahlung am Atommüllzwischenlager in Gorleben im August 2011 zeigt wieder  - Atomkraft birgt zahlreiche Risiken.  Bremen ist von sechs Atomkraftwerken umzingelt. Dazu zählen die Kraftwerke Brunsbüttel, Krümmel, Emsland, Grohnde-Emmerthal, Brokdorf und Unterweser - somit ist der Bremer Raum besonders gefährdet.

Drei Monate lang waren im Frühjahr 2011 mindestens acht der 17 AKW vom Netz, im Mai konnten zeitweise sogar nur vier deutsche Atomkraftwerke Strom einspeisen. Die Stromversorgung hat in all dieser Zeit funktioniert. Zwar sind die Stromimporte etwas gestiegen, doch blieb die Auslastung unserer fossilen Kraftwerke stabil – der Import war schlicht billiger als die Nutzung der heimischen Kapazität. Bestehende Überkapazitäten, Reserven im Kraftwerkspark und bereits geplante neue Kraftwerke können den Wegfall der Atomkraft ausgleichen.

Deutsche Atomkraftwerke (Karte)

Atomtransporte

Alle 3 Tage fahren Atomtransporte durch das Land Bremen. Diese gehen von und in verschiedene Orte in Süd-Korea, Russland, Kasachstan, USA, Kanada, Brasilien, Argentinien, Süd-Afrika, Frankreich, Großbritannien, Niederlande, Belgien, Schweden, Norwegen, Finnland, Dänemark, Spanien, Schweiz und Deutschland. Leider kann Bremen diese Transporte im Moment nicht verhindern. Dazu ist eine Teilentwidmung der Bremischen Häfen für radioaktive Güter notwendig. Dazu muss das Bremische Hafenbetriebsgesetz geändert werden, um den Umschlag von Brennelementen und anderen hoch radioaktiven Materialien zu verbieten. Unfälle bei Atomtransporten, die zu einer Freisetzung radioaktiver Stoffe führen, können verheerende Folgen haben und sind schwieriger zu schützen.


Ausbau der Erneuerbaren Energien

Der Ausstieg ermöglicht den schnelleren Ausbau der Erneuerbaren Energien und bietet die Chance für eine zukünftig sichere und CO2-freie Stromversorgung. Zudem ist eine dezentralere Stromversorgung notwendig, deswegen begrüßt der BUND besonders die stärkere Förderung von Windkraftanlagen in Bayern und Baden-Württemberg. Auch die erwartete „Stromlücke“ durch die Schrittweise Stilllegung der AKWs findet nicht statt, wenn der Ausbau regenerativer Energien in dem Tempo fortgeführt wird. Bereits 2016 werden sie dann den Strom erzeugen und ersetzen, der heute von den deutschen Atomkraftwerken produziert wird. Ziel des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist, dass im Jahr 2020 mindestens 30% des Stromverbrauchs von regenerativer Energie abgedeckt werden. Der BUND betont auch den Ausbau der Offshore-Windenergie und die Steigerung der Energieeffizienz und Stromsparen, denn diese Aspekte sind extrem wichtig. Durch den Wechsel zu einem Ökostrom-Anbieter können auch Sie den Ausbau erneuerbarer Energien vorantreiben.


Urananreicherungsanlage in Gronau

Es ist die Rede von einem „Atomausstieg“, doch trotzdem wird die einzige Urananreicherungsanlage (UAA) in Deutschland weiter betrieben. Eine Schließung der Brennelementefabrik in Lingen ist auch nicht in Sicht und der Bau von Meilern in Ländern wie China, Frankreich, Japan, Russland und Brasilien wird mit einer Hermes-Bürgschaft weiterhin vom Bund unterstützt. Zudem fahren LKW mit radioaktivem Uranhexofluorid über Deutschlands Straßen ins Münsterland, dieses reagiert bei Kontakt mit Luftfeuchtigkeit zu giftiger Flusssäure. Zu einem weiteren Risiko zählt auch, dass die UAA in Gronau laut Betreiber Urenco nicht vor äußeren Einflüssen wie Flugzeugabstürzen oder Bränden geschützt ist. Das wirtschaftliche Interesse für einen vollständigen Ausstieg aus der Atomindustrie ist sehr groß.



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