Endlager

Trotz Atomausstieg stellt sich immer noch die Frage: Wohin mit dem Atommüll?
Global gibt es rund 250 000 Tonnen atomaren Müll. Dieser muss für 1 Million Jahre sicher unter der Erde eingeschlossen werden. In Deutschland lagern bis jetzt bereits etwa 920 Metallcontainer in oberirdischen Hallen– selbst unter Berücksichtigung des Ausstiegs kommen noch 200 weitere dazu.

1977 entschied sich die damalige Regierung für das Atommüllendlager Gorleben, welches 840 Meter tief unter der Erde liegt. Der BUND fordert, dass die Standortfrage ergebnisoffen diskutiert und nicht an Gorleben festgehalten wird. Denn der Salzstock im Wendland hat keine nötige doppelte geologische Schicht und hundertprozentig wasserdicht ist er nicht. Auch das mögliche Endlager Konrad in Salzgitter weist Mängel auf: Der Langzeitsicherheitsnachweis ist unvollständig und die Bestätigung, dass keine radioaktiven Stoffe ins Grundwasser eindringen fehlt komplett. Asse und Morsleben stehen nicht mehr zur Debatte, da sie bereits mit Wasser volllaufen.
Dabei soll sich die Suche nach einem geeigneten Standort für ein atomares Endlager ausschließlich auf nationale Lösungen beschränken. Am Ende muss, so unpopulär das auch ist, ein Endlagerstandort bestimmt werden, welcher sowohl technisch als auch gesellschaftlich geeignet erscheint. Es ist auf alle Fälle eine günstige geologische Gesamtsituation nötig. Im Endlagerniveau soll nur eine ganz geringe Grundwasserbewegung vorherrschen. Günstige hydrochemische Verhältnisse sind (d.h. geringe Korrosion von Gebinden und Versatzstoffen) nötig. Ferner sollten die Gesteine ein hohes Rückhaltevermögen gegenüber Schadstoffen besitzen, sowie eine gute Temperaturverträglichkeit.

Die Schweiz setzt auf Opalinsuton, eine recht einheitliche Ton und Tonstein Formation im Jura. Dringt dort Wasser ein, quillt der Ton auf und verschließt mögliche Eintrittsstellen - es würde also kein Austausch von innen nach außen stattfinden. Auch in Deutschland, in Baden-Württemberg ist dieser Ton vorhanden, doch seien die Tonschichten rund um Ulm und im Hegau bei Singen nach Angaben des baden-württembergischen Umweltministeriums zu dünn.

Im Juli 2011 trat ein EU-Gesetz zur Atommüllendlagerung in Kraft: bis 2015 müssen die EU-Staaten Pläne zum Aufbau brauchbarer Lagerstätten vorlegen. Weltweit gibt es bislang kein Endlager für radioaktive Abfälle, meist lagert der Abfall in der Nähe von AKWs und in Zwischenlagern.



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