BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


Warum ist es sinnvoll, Wasser zu sparen?

Nur wenig Süßwasser auf dem blauen Planet

Wasser als Lebenselixier

Ohne Wasser gibt es kein Leben. Der Mensch besteht zu 60 Prozent aus Wasser, zudem ernährt er sich zu 90 Prozent von Wasser. Ein Verlust von mehr als 12 Prozent des Wasser im Körper führt zum Tode. Dabei sind wir nicht die einzigen auf diesem Planeten, die Wasser benötigen, um zu überleben. Die gesamte Biosphäre der Erde ist auf Wasser angewiesen, nicht nur für das Leben von Tieren und Pflanzen.

Ohne Wasser gäbe es keine Landwirtschaft, keinen Fischfang. Wir benötigen es zur Körperpflege, zum Putzen, als Kühlelement, Stromlieferant, Verkehrsweg und in der Industrie zur Produktion von Medikamenten, Textilien, Baumaterialien und Etlichem mehr

Endlichkeit des Wassers

Doch Wasser ist endlich. Zwar ist der Globus zu 70 Prozent mit Wasser bedeckt und bildet auf der Erde einen geschlossenen Kreislauf, doch nicht alles Wasser auf der Erde ist ohne Weiteres verfügbar oder zur Nutzung geeignet. Die Eiskappen der beiden Pole und Grundwasser in großen Tiefen stehen zunächst als Trinkwasser nicht zur Verfügung. Weiterhin abzuziehen von der vorhandenen, nutzbaren Wassermenge ist salzhaltiges Wasser. Es kann unbehandelt weder als Trinkwasser noch in der Industrie genutzt werden.



Nur zwei Prozent des auf der Erde vorhandenen Wassers ist Süßwasser, abzüglich Eis und Schnee verbleiben 0,46 Prozent nutzbaren Wassers. Wir sorgen durch die Verschwendung und Verschmutzung dafür, dass dieser Anteil immer geringer wird. Trinkwasser wird dabei zum größten Teil aus Grundwasser gewonnen. Dies wurde in den vergangenen Jahrzehnten auch deswegen immer notwendiger, weil Flüsse und Seen durch ihre Schadstoffbelastung ohne großen Reinigungsaufwand kein Trinkwasser mehr liefern können. Die Aufbereitung des Oberflächenwassers ist oft technisch aufwendiger (und teurer) als die Förderung des Grundwassers, so dass auch die Oberflächenwassernutzung immer weiter zurück geht.



Folgen der Grundwassergewinnung

Als Folge der Förderung sinkt der Grundwasserspiegel, so dass Feuchtgebiete austrocknen und Flüsse versiegen. Pflanzen und Tiere verschwinden, Waldschäden zu beobachten sind, Risse und Absenkungen in Gebäuden entstehen. Diese Effekte machen sich insbesondere dort bemerkbar, wo viele Menschen auf engstem Raum leben und viel Wasser benötigen. Großstädte wie Hamburg, Stuttgart oder Frankfurt finden in ihrer direkten Umgebung nicht mehr genügend Wasser. Sie transportieren es aus immer weiterer Entfernung heran und verursachen in den Gewinnungsgebieten Umweltschäden.



Auch im Umland von Bremen hat die Entnahme von Trinkwasser erste negative Auswirkungen auf die Umwelt gezeigt: In den vergangenen Jahren wurde beobachtet, dass der Halsebach immer weniger Wasser führt bzw. zeitweise ganz versiegt. Der Bach fließt nordöstlich von Verden durch das Trinkwassergewinnungsgebiet Panzenberg, aus dem die Stadt Bremen 19 Prozent ihres Trinkwassers erhält. Entsprechend eines Gutachtens der Universität Bremen besteht der Verdacht, dass diese Wasserentnahme zu einer großräumigen Absenkung des Grundwasserspiegels geführt und dem Halsebach mehr und mehr das Wasser entzogen hat. Im Halsetal sind deswegen wertvolle Naturschutzgebiete bedroht.

Finanzielle Gründe


Aus finanzieller Sicht spart jeder Liter nicht verbrauchtes Trinkwasser Geld. In Bremen etwa kostet 1 m³ Wasser 4,62 Euro. Dieser Preis setzt sich zusammen aus 1,98 Euro für das Trinkwasser (hinzu kommt ein Festpreis von 2,46 Euro pro Monat) und 2,64 Euro Abwassergebühren. Die durchschnittliche Wasserrechnung eines Bremer 4-Personen-Haushalts liegt bei 830 Euro, was einem Verbrauch von 180 m³ entspricht. Senken Sie Ihren Verbrauch auf 114 m³ und damit auf 78 Liter pro Tag und Person, sparen Sie jedes Jahr 300 Euro. Investitionen in Wasserspartechnik haben sich schnell amortisiert.

 

Quelle: http://www.bund-bremen.net/themen_und_projekte/umwelt_energie/wassersparen/warum/