Helfende Hände gesucht

BUND informiert vom 27. März bis 1. April im Landkreis Wesermarsch über seine Arbeit im Natur- und Umweltschutz und wirbt um Unterstützung

Das BUND-Team informiert Sie vom 27. März bis 1. April in Nordenham. V.l.n.r.: Sophie Schlunze, Mandus Craiß, Isabella Rau, Dr. Wolfgang Meiners (Vors. BUND Wesermarsch) und Dennis Schumacher.

Vom 27. März bis einschließlich 1. April 2017 wird ein Team des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) in Nordenham, Landkreis Wesermarsch, über seine Ziele und seine Umweltprojekte informieren. Die Bürgerinnen und Bürger haben außerdem die Möglichkeit beim größten Umwelt- und Naturschutzverband Deutschlands Mitglied zu werden.

„Wir möchten möglichst vielen Menschen unsere Arbeit für die Natur nahe bringen. Sie sind herzlich eingeladen, uns zu unterstützen“, betont Bernd Quellmalz, BUND-Regionalgeschäftsführer Weser-Elbe. „Besonders freuen wir uns über Bürgerinnen und Bürger, die sich ehrenamtlich engagieren wollen und natürlich über neue Mitglieder, welche unsere umweltpolitische und gemeinnützige Arbeit mit ihrer Stimme und einem frei zu wählenden finanziellen Beitrag unterstützen.“ Der BUND sei ein Mitgliederverband und je stärker die Gemeinschaft sei, so Quellmalz, desto eher könne der Verband natürlich etwas für die Umwelt und Natur erreichen. Das Werbe-Team ist direkt vom BUND-Bundesverband und informiert gerne über die Möglichkeiten zur Mithilfe.

Das BUND-Team mit Mandus Craiß, Dennis Schuhmacher, Sophie Schlunze und Isabella Rau ist in Nordenham von Haustür zu Haustür unterwegs. Gerne können sich Bürgerinnen und Bürger auch direkt an den BUND Wesermarsch wenden: Das BUND-Büro ist untergebracht in der Umweltstation Iffens, Beckmannsfelder Weg 2, 26969 Butjadingen. eMail: bund.wesermarsch@bund.net, Telefon: 04735 / 920020. Weitere Infos über die BUND-Kreisgruppe gibt es unter http://vorort.bund.net/wesermarsch/.

Zu viel Gülle auf Feldern und Wiesen im Landkreis Cuxhaven

Im Landkreis Cuxhaven werden im Jahr rund 1.347 Tonnen zuviel Stickstoff auf Felder und Wiesen ausgebracht. Das belastet Tiere und Pflanzen sowie das Grundwasser. Quelle: Wolfgang Dirscherl / pixelio.de

Bremerhaven/Cuxhaven, 1. Februar 2017. Anlässlich des Endes der Sperrfrist für das Ausbringen von Gülle und Gärresten auf Grünland Ende Januar weisen jetzt die BUND-Kreisgruppe Cuxhaven und der BUND-Regionalverband Unterweser auf die zunehmende Gefährdung der Gewässer, der Gewässerlebensräume und des Grundwassers im Landkreis Cuxhaven durch das Übermaß beim Ausbringen von Wirtschaftsdünger hin. Flüsse und Seen, Bäche und Gräben sowie die Gewässerrandstreifen seien mit Gülle zu verschonen, fordern die BUND-Gruppen.

 „Auch in der Nordsee haben die Belastungen wegen der Nährstofffrachten aus der intensiven Landwirtschaft zugenommen. Hier muss endlich ein Umdenken einsetzen. Von einem guten ökologischen Zustand seien die meisten unserer Gewässer weit entfernt“, erklärt Winfried Gusky vom BUND Unterweser. Bernd Quellmalz, BUND-Regionalgeschäftsführer Weser-Elbe ergänzt: „Mittlerweile ist es amtlich, wie sehr unsere Gewässer und das Grundwasser in Niedersachsen schon belastet sind.“ Die Bundesregierung bestätigte im letzten Jahr, dass sich in Niedersachsen 44 von 90 Grundwasserkörpern (49 %) in einem schlechten, chemischen Zustand befände. Die Situation bei Oberflächengewässern wie Flüsse und Seen sei nicht anders: 27 % von ihnen werden als mäßig, 44 % als unbefriedigend und 24 % sogar als schlecht eingestuft. „Dabei ist aber festzuhalten, dass nicht der Wirtschaftsdünger als solcher der Verursacher für die schlechten Zustände ist“, betont Gusky. So sei beispielsweise in der ökologischen Landwirtschaft ein maßvoller Einsatz gerade von Dung und Mist im Rahmen der Kreislaufwirtschaft nötig, um Mineraldünger zu ersetzen. Gusky: „Allein das Übermaß an Gülle führt zur Gewässerverschmutzung. Dies ist eine unmittelbare Folge der Riesenställe in Zusammenhang mit der Fütterung von importiertem Kraftfutter, der intensiv genutzten Monokulturen und des Ausbringens von zu viel Dünger.“

In Niedersachsen werden von der Landwirtschaft jährlich rund 80.000 Tonnen Stickstoff (N) und etwa 30.000 Tonnen Phosphat zu viel in Böden und damit auch in Gewässer eingebracht. Im Landkreis Cuxhaven wäre laut dem aktuellen Nährstoffbericht eine Minderung der Stickstoffmenge um 1.374 Tonnen erforderlich, um die Nitratkonzentration im Sickerwasser zumindest unter 50 mg/l halten zu können. „Das ist ein alarmierender Zustand. Die Nährstoffüberschüsse reichern sich im Boden und Grundwasser an und haben damit negative Auswirkungen auf Tiere, Pflanzen und auch auf uns Menschen“, sagt Winfried Gusky. „Nur wenige Pflanzen können die hohen Güllefrachten vertragen. Es werden Monokulturen gefördert, die Artenvielfalt schwindet und die Klimakrise verschärft sich. Außerdem drohen die Einträge von Gülle und Gärresten aus Biogasanlagen als Wirtschaftsdünger sowie die zusätzlichen Einträge von chemischen Düngemitteln und Pestiziden das Grundwasser in der ganzen Region zu vergiften.“

Die Europäische Union bemängelt diesen Zustand schon seit langem: „Trotz der weiter hohen Nitratbelastung hat Deutschland keine strengeren Gegenmaßnahmen ergriffen. Dazu ist das Land laut geltendem EU-Recht jedoch verpflichtet. Die von der Bundesrepublik zuletzt im Jahr 2012 übermittelten Zahlen sowie mehrere Berichte deutscher Behörden aus jüngster Zeit zeigen eine wachsende Nitratverunreinigung des Grundwassers und der Oberflächengewässer, einschließlich der Ostsee“. Der BUND Cuxhaven und der BUND Unterweser fordern daher eine sozial gerechte und ökologische Agrarpolitik. „Dafür brauchen wir eine Agrarwende weg von der industrialisierten  Landwirtschaft hin zu einer vielfältigen ökologischeren Landwirtschaft“, so Bernd Quellmalz. „Damit würden auch die Flüsse und Seen und das Grundwasser geschützt.“ Hierzu müssten seiner Ansicht nach die Agrarsubventionen von der industriell geprägten auf die ökologische, vielfältige Landwirtschaft umgelenkt werden. Die Düngeverordnung müsse dahingehend überarbeitet werden, dass die Hoftorbilanz darin aufgenommen und auch die Nährstoffzufuhren über hoffremdes Kraftfutter berücksichtigt werden. Außerdem sei ein Plan zur Verhinderung von Gülleunfällen, die die Gewässer lokal stark beeinträchtigen, dringend erforderlich. Winfried Gusky weist schließlich darauf hin, dass vor kurzem selbst der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband eine Offensive für mehr Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft gestartet und einen anderen Umgang beim Einsatz von Wirtschafts- und Mineraldünger gefordert hat. Es sollten Initiativen zur Vermeidung von Dünge-Einträgen in Gewässer begonnen werden, und die Gewässerentwicklung im Rahmen der Wasserrahmenrichtlinie sei voranzubringen, so der Landwirtschaftsverband.

Zum Nachlesen

Neue Handy-Sammelstellen in Cuxhaven, Hemmoor und Schiffdorf

Der BUND sammelt ab sofort auch in der Stadt Cuxhaven sowie in der Samtgemeinde Hemmoor und in der Gemeinde Schiffdorf gebrauchte Mobiltelefone, um diese anschließend umweltgerecht recyceln zu lassen. Dadurch sollen die in den Handys enthaltenen Rohstoffe wiedergewonnen werden. Betreut werden die Sammelstellen von der BUND-Kreisgruppe Cuxhaven bzw. dem BUND-Regionalverband Unterweser. Alle Handy-Sammelstellen in der Region Weser-Elbe gibt es hier...

BUND-Protest gegen Autobahn A20

Anlässlich der Verabschiedung des Bundesverkehrswegeplans 2030 (BVWP) im Bundestag kritisierte der BUND am 2.12.2016 die Planung zur A20. Die A20 ist eines der vielen naturzerstörenden Straßenbauprojekte des BWVP. Der BUND bemängelte außerdem das Fehlen von echtem Dialog und die fehlende Prüfung der vorgeschlagenen umweltschonenden und kostengünstigen Alternativen zur A20. Unter dem Motto „Zukunft nicht wegbaggern. Alternativen statt Asphalt!“ forderten der BUND und die BUNDjugend bei einer Protestaktion vor dem Bundestag die Abgeordneten auf, den Bundesverkehrswegeplan abzulehnen. Mehr...



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Regionalgeschäftsführer

BUND-Regionalgeschäftsstelle Weser-Elbe
Borriesstraße 19
27570 Bremerhaven
0176 / 51 63 80 85
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