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BUND Landesverband Bremen

Auswirkungen Norddeutschland

Küstenregionen schützen

Osterdeich in Bremen  (BUND Bremen)

Auf Basis von gesammelten Beobachtungen lassen sich Aussagen über die Klimaentwicklung in Deutschland treffen: Von 1881 bis 2014 stiegen die mittleren Temperaturen in Deutschland deutlich, sowohl im Jahresdurchschnitt (+1,3 °C) als auch im Sommer (+1,2 °C) und Winter (+1,1 °C). In diesem Zeitraum haben auch die jährlichen Niederschläge um 10,2 Prozent zugenommen, wobei allein 26 Prozent auf die Zunahme der Regenfälle in den Wintermonaten entfällt.

Für Küstenregionen und für Küstenstädte wie Bremen, Hamburg, Kiel Lübeck, Rostock usw. bedeutet der Meeresspiegelanstieg eine erhöhte Gefahr durch Überschwemmungen. In Deutschland sind etwa 13.900 Quadratkilometer Fläche und 3,2 Millionen Bewohner*innen davon betroffen. Das bedeutet, dass der Hochwasserschutz angepasst werden muss. Dazu gehören z. B. die Erhöhung von Deichen, der Bau bzw. die Verstärkung von Sturmflutsperrwerken oder der Ausbau von Uferschutzanlagen. Inwiefern sich die Häufigkeit von Hochwasserereignissen oder die Intensität von Sturmfluten verstärken werden, ist derzeit Gegenstand der Forschung.

Ein weiteres Problem des Meeresspiegelanstiegs ist die Küstenerosion. Durch Landverlust sind somit z. B. das Naturschutzgebiet Wattenmeer, das Lebensraum für viele verschiedene Tierarten bietet, und Inseln sowie Strände gefährdet. Für den Tourismus ist dies ebenfalls ein Grund zur Besorgnis.

Hochwasserschutz in Bremen

In Bremen sind 89 Prozent der Landesfläche potenziell durch Hochwasser gefährdet. Daher schützen Hochwasserschutzbauwerke in einer Gesamtlänge von etwa 155 Kilometern das Land. Die Deiche sind dabei je nach Standort bis +10,50 Meter über Normalnull (NN) hoch und damit einem prognostizierten Meeresspiegelanstieg von bis zu 50 cm angepasst. Die Sperrwerke Lesum und Ochtum entlang der Weser schützen Bremen seit 1979 und haben eine Sperrhöhe von +6,60 Meter NN.

Für den Hochwasserschutz und die Ent- und Bewässerung in Bremen sind zwei Deichverbände zuständig. Der Bremische Deichsverband am rechten Weserufer ist für das Lesumsperrwerk und die Hochwasserschutzanlagen in Bremen-Nord zuständig.  Der Bremische Deichsverband am linken Weserufer  betreibt das Hochwasserabflussgerinne Werdersee/Kleine Weser und das Wehr Kleine Weser.  

Hochwasserschutz Weserstadion

Deichschutz am Weserstadion  (BUND Bremen)

Der Orkan Xaver hat am 6. Dezember 2013 zu einem Hochwasserstand von 5,20 Meter in der Weser geführt und die Weser weit über die Ufer treten lassen, so dass zur Überflutung des Weserstadions nur 30 cm  fehlten. In 2016 /17 wurde auf einer Länge von gut 160 Metern auf der Südseite des Stadions insgesamt 1200 Spundwandbohlen sechs Meter tief in den Boden gedrückt. Damit wird ein Hochwasserschutz von bis zu 6,50 Metern über Normalnull gewährleistet. Im Gefahrenfall werden ergänzende mobile Hochwasserschutzwände aufgebaut. 

Und in Niedersachsen

Deich in Husum  (Hans Peter Gruesen / pixabay / CC0)

Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) ist zuständig für den Küstenschutz Niedersachsens. Seit 1955 werden kontinuierlich jedes Jahr zwei Milliarden Euro in den Küstenschutz investiert. 2016 waren es 61 Millionen, davon allein 40 Millionen zur Erhaltung der Hauptdeichverbände, in denen das eigenständige Deichgesetz Niedersachsens verkörpert wird. Es dient der gemeinsamen Verantwortung der Deicherhaltung. Der NLWKN überwacht außerdem Wasserstände an Binnen- und Küstengewässern, um im Falle von Sturmflut oder Hochwasser schnell warnen zu können.  

Deichtor in Husum  (HP Gruesen / pixabay / CC0)

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