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BUND Landesverband Bremen

Neues „Bündnis für ein grünes Bremen“ fordert: Verlust von Bremens Grün stoppen - Mehr grüne Qualität in der Stadt!

04. April 2014 | BUND, Energie

Der Bürgerpark, der Rhododendron-Park, die Wallanlagen, Parks, Plätze und nicht zuletzt die noch zahlreichen Straßenbäume gehören zu Bremen wie der Roland oder die Weser. Doch Bremens Grün leidet unter schleichendem Verlust, warnt das neu gegründete „Bündnis für ein grünes Bremen“.

Der Bürgerpark, der Rhododendron-Park, die Wallanlagen, Parks, Plätze und nicht zuletzt die noch zahlreichen Straßenbäume gehören zu Bremen wie der Roland oder die Weser. Doch Bremens Grün leidet unter schleichendem Verlust, warnt das neu gegründete „Bündnis für ein grünes Bremen“. Aktuell werde die erforderliche finanzielle wie personelle Mindestausstattung für öffentliches Grün unterschritten, so das Bündnis in einem gemeinsamen Positionspapier, das heute öffentlich vorgestellt wurde. Der aus Kostengründen propagierte Verzicht auf das Nachpflanzen gefällter Straßenbäume ist ein Alarmzeichen und nur die Spitze des Eisberges. Im "Bündnis für ein grünes Bremen“ haben sich Verbände, Landschafts- und Stadtplaner, Vertreter von Parks und Stiftungen, Unternehmer, Wissenschaftler und Hochschullehrer zusammen gefunden. Das Bündnis fordert, jetzt die Weichen neu zu stellen, damit Grün in der Stadt auch in Zukunft erhalten, in der Qualität verbessert und dauerhaft finanziert wird. Eine hohe Qualität städtischen Grüns sei Voraussetzung für die Lebensqualität und ein klarer Standortvorteil, der Bremen auch als Wirtschaftsstandort attraktiv mache, stellte das Bündnis heraus und bot gleichzeitig seine Unterstützung und Dialogbereitschaft an.

Die Pflege und die stetige Erneuerung der grünen Infrastruktur haben in Bremen mit immer schwierigeren finanziellen Rahmenbedingungen und steigendem Aufwand etwa bei der    „Verkehrssicherung“ zu kämpfen. Dabei ist ein funktionierendes und hochwertiges öffent-liches Grün Voraussetzung für eine nachhaltige und zukunftsfähige Stadtentwicklung. Denn: Urbanes Grün fördert die Gesundheit, reduziert die Feinstaubbelastung, mildert die Folgen des Klimawandels - beispielweise bei Starkregen - und übernimmt darüber hinaus auch wichtige soziale Funktionen. 

Die Unterzeichner fordern, das Engagement für urbanes Grün in Bremen gezielt zu verstärken. Zudem regen sie einen Dialog und eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Akteuren aus unterschiedlichen Handlungsfeldern und Organisationen der Zivilgesellschaft an.

Das „Bündnis für ein grünes Bremen“ fordert die Verantwortlichen in folgenden sieben Handlungsfeldern zu einer Neuausrichtung im Umgang mit dem öffentlichen Grün in Bremen auf:

1. Bremen braucht nicht weniger, sondern mehr und bessere Grünstrukturen. Vor allem alte Bäume müssen besser geschützt werden. Nötig sind nicht nur Neupflanzungen, sondern ein langfristiger Entwicklungsplan und vor allem auch der Erhalt von Altbäumen und ausreichend großer Freiflächen.

2. Die Wertschätzung für das Grün muss erhöht und gefördert werden.Grün in der Stadt darf nicht nur als Ergänzung zur Bebauung und als Flächenreservoir gesehen werden, sondern muss als gleichwertiger Teil der städtischen Infrastruktur anerkannt und mitgeplant werden.

3. Für die Zukunftsfähigkeit des Grüns braucht es eine Anpassungsstrategie. Klimawandel und demografischer Wandel erfordern, sich von tradierten Pflegemustern zu lösen und neue Handlungsstrategien für eine langfristige Umorientierung zu entwickeln. 

4. Die Kompetenzen für das öffentliche Grün sind zu bündeln und zu stärken. Die Verantwortung für städtische Grünflächen sollten im Interesse effektiver Planung, Entwicklung und Pflege im Sinne eines Grünflächenamtes wieder zusammen geführt werden. 

5. Das öffentliche Grün braucht fachlich begründete Prioritätensetzungen. Zu berücksichtigen sind dafür insbesondere die Verbesserung der Aufenthaltsqualität, die Schaffung grüner Spielräume für Kinder, die Förderung der Biodiversität und die Anpassung an ein verändertes Stadtklima.

6. Grün in der Stadt erfordert eine finanzielle wie personelle Mindestausstattung. Es ist sicherzustellen, dass öffentliches Grün auch in Zukunft erhalten, in der Qualität gestärkt und dauerhaft finanziert wird. Dazu können neue Finanzierungswege wie eine Kostenbeteiligung von Bauherren oder zweckgebundene Abgaben zur Speisung eines Grünfonds beitragen. Bürgerschaftliches Engagement ist aktiv zu unterstützen.

7. Das planungsrechtliche Instrumentarium ist stärker zu nutzen. Insbesondere der Baumschutz bei Bauvorhaben muss konsequent umgesetzt und überprüft werden.

Die Initiatoren des Bündnisses für ein grünes Bremen sind  - Architektenkammer der Freien Hansestadt Bremen - Bund Deutscher Landschaftsarchitekten (bdla) Landesgruppe Niedersachsen+Bremen e.V. - Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Bremen e.V. - Verband Garten -, Landschafts- und Sportplatzbau Niedersachsen-Bremen e.V.

sowie folgende Einzelpersonen:

Tim Großmann, Parkdirektor Bürgerpark Bremen 

Prof. Thomas Heinrich, Hochschule Osnabrück, Landschaftsarch., Landschafts- u. Sportplatzbau, Bremen 

Ulf Jacob, Deutsche Bundesstiftung Umwelt, Bremen

Manuel Peppler, Geschäftsführer F.C. Peppler GmbH 

Prof. Verone Stillger, Hochschule Osnabrück, Landschaftsplanung und Regionalentwicklung, Bremen

Prof. Dr. Dietmar Zacharias, Hochschule Bremen, Angewandte und ökologische Botanik 

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