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BUND Landesverband Bremen

Osterhase: Jede Menge Nachwuchs, aber keine Eier

06. April 2020 | Artenschutz, BUND, Naturschutz, Stadtnatur, Tiere und Pflanzen, Wiesenvogelschutz

„Feldhasen sind keine Kaninchen“, sagt Martin Rode, Geschäftsführer des BUND Bremen. „Hasen sind größer und haben kräftige Hinterläufe, deutlich längere Ohren mit einer schwarzen Spitze und gelblich-graubraunes Fell. Und im Gegensatz zu den Kaninchen haben sie keinen unterirdischen Bau.“

Der Feldhase kauert dagegen in einer selbstgegrabenen Sasse, einer flachen Mulde im Boden. Droht Gefahr in Form von Räubern, düst er mit einer Geschwindigkeit von bis zu 80 km/h und mit bis zu zwei Meter hohen Sprüngen davon. Nur zur Paarungszeit im Frühjahr sammeln sich Hasen in Gruppen, ansonsten sind sie Einzelgänger. Bei der Partnerwahl ist die Häsin sehr anspruchsvoll: ein Rammler muss in Wettläufen und Boxkämpfen erstmal ausreichend Kraft und Ausdauer an den Tag legen, um die Gunst der Häsin zu erlangen. Fremd geht sie ihm dann aber dennoch: oft trägt sie gleichzeitig die Kinder verschiedener Väter. Die ein bis sechs Jungen pro Wurf kommen zwischen März und Oktober behaart und sehend zur Welt. Um nicht die Aufmerksamkeit von Raubtieren zu erregen, kommt die Häsin nur etwa zwei Mal am Tag zum Säugen vorbei. Verlassen scheinende Junghasen sollten Sie daher weder anfassen noch mitnehmen. Lauert Gefahr, verharrt der Hase bewegungslos am Boden. „Gegen viele Fressfeinde funktioniert diese Strategie gut“, weiß Rode. „Geradezu verhängnisvoll hingegen wird es, wenn ein großes Mähgerät anrückt. Alljährlich fallen viele Junghasen dem Kreiselmäher zum Opfer.“ Seit den 1960er Jahren geht die Population des Feldhasen in weiten Teilen Europas zurück. In Deutschland gilt der Hase daher als „gefährdet“. Einige Landwirte kooperieren daher schon mit den ortsansässigen Jägern, die dann vor dem Mähgerät laufend die Hasen verscheuchen. „Ebenfalls außerordentlich negativ wirken Monokulturen und häufiger Gifteinsatz auf die Hasenbestände“, betont der Biologe. „Denn der Hase braucht lebensnotwendig eine abwechslungsreiche Kräutermenge.“ Ein langfristig guter Hasenbestand sei ein Hinweis auf eine einigermaßen intakte Landschaft. Bremen hat im Vergleich zu umliegenden, intensiv landwirtschaftlich genutzten Gebieten relativ gute Bestandszahlen. „Einen nicht unerheblichen Beitrag zu dieser Situation leistet die Existenz von großflächigen Naturschutzgebieten“, so Rode. Sein Beobachtungstipp: „Hasen lassen sich in Bremen besonders gut im Hollerland oder in den Borgfelder Wümmewiesen beobachten. Und an Ostern besonders – aber ohne Eier.“

Wer Fragen zur Natur hat oder wissen möchte, um welches Tier oder welche Pflanze es sich bei der eigenen Beobachtung handelt, kann sich per eMail an den BUND unter info(at)bund-bremen.net wenden. Der BUND ist außerdem an interessanten Naturbeobachtungen interessiert.

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