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BUND Landesverband Bremen

Überall wieder dieses zärtliche Piepsen in der Wiese

23. April 2020 | BUND, Wiesenvogelschutz, Tiere und Pflanzen

Kiebitzküken  (Arno Schoppenhorst)

Frisch geschlüpfte Kiebitzküken im Nest. Wenn sich dann auch das vierte Küken aus dem Ei gepellt hat und die Abendsonne die Dunenfedern getrocknet hat, geht die Nestflucht los.

In diesen Apriltagen ist es wieder soweit. Aus den bräunlich gesprenkelten Eiern, die jeweils zu viert in den Kiebitznestern da draußen im Blockland oder Niedervieland liegen und mittlerweile knapp 4 Wochen lang bebrütet sind, schlüpfen die Küken. Und das recht zahlreich. Für den BUND, der sich in den letzten Wochen intensiv darum bemüht hat, all die Brutplätze zu finden, zu kennzeichnen und sie vor Landmaschinen, Gülleschläuchen, trampelnden Rinderherden usw. gezielt zu schützen, ist das ein wichtiger Augenblick. Und einfach auch eine supersüße schöne Angelegenheit. „Zwar wurden dieses Jahr viele Gelege von Wieseln gefressen, die grade ungewöhnlich häufig sind, aber viele andere Bruten haben es wiederum geschafft“, so Markus Beyer, einer der seit 15 Jahren aktiven Gelegeschützer des BUND.  Er spekuliert außerdem auf die vielen Ersatzbruten, die von den Kiebitzen, Brachvögeln usw. nochmals angelegt wurden, … quasi die zweite Chance auf Nachwuchs.

Für den Naturbeobachter sind die Küken äußerst schwer zu finden, zumal sie nur einen Tag lang im Nest bleiben. Sie sind nämlich Nestflüchter, weil sie sich alleine ernähren müssen, also nicht gefüttert werden. Die Elternvögel haben aber dennoch reichlich Arbeit mit der Verteidigung ihren Kleinen, denn nun lauern viele hungrige Bussarde, Krähen, Reiher, Störche usw.. Das bedeutet Flugattacken im 5 Minuten-Rhythmus; ständig in Hab-Acht-Stellung; kein Ausschlafen!

In wenigen Tagen schlüpfen dann auch die Rotschenkel, schließlich die Uferschnepfen und Brachvögel, die etwas später mit dem Eierlegen begonnen haben. „Unser Team wird jetzt alle Hebel in Bewegung setzen, damit möglich viele Küken die nächsten 4 Wochen überleben, denn erst dann zeigt sich, ob der Bruterfolg für den Populationserhalt ausreicht oder ob der Trend nach unten geht,“ lautet das nüchterne Zwischenfazit von Projektleiter Arno Schoppenhorst. Eigentlich ist er aber in dieser Frage recht entspannt, denn in den vergangenen 15 Jahren haben es der BUND zusammen mit den Bauern immer irgendwie hingekriegt, dass es am Ende der Saison sehr zufriedenstellende Resultate gab. Sonst gäbe es wohl im Blockland und in den anderen Grünlandgebieten im Bremer Umland wohl keine Kiebitzen und Schnepfen mehr.

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