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BUND Landesverband Bremen

Wildpferde im Werderland

17. Juni 2019 | Schutzgebiete, Bremen Nord

 (Jan Bernd Haake)

Halboffene Weidelandschaft

Vor einigen Jahren entstand die Idee auf dem alten Sandspülfeld Mittelsbüren im Werderland, Nähe „Moorlosen Kirche“ ein Beweidungsprojekt zu initiieren. Eine sogenannte „Halboffene Weidelandschaft“. Eine Fläche von ca. 25 Hektar wurde vollständig eingezäunt (und mit wenigen Weidetieren bestellt. So werden Landschaftsräume geschaffen bzw. erhalten, die durch große offene Bereiche (insbesondere wertvolle Sandmagerrasen), aber auch durch Gehölze, Büsche sowie strukturreichen Fluren charakterisiert sind. Rinder und Pferde als Pflanzenfresser sollen den Job des „Landschaftspflegers“ übernehmen.

Im Jahr 2017 war es dann so weit

Mit dem landwirtschaftlichen Betrieb Haake aus Niederbüren konnte ein zuverlässiger Kooperationspartner gewonnen werden, der Landwirt pachtet und betreibt die Flächen in enger Abstimmung mit dem BUND und Umweltbehörde und stellt zunächst seine Rinder für die extensive Beweidung zur Verfügung. Finanziert durch den Senator für Umwelt, Bau und Verkehr (SUBV) und umgesetzt von der h a n e g (Hanseatische Naturentwicklung GmbH) konnte eine stabile, technisch moderne Weidezaunanlage aufgestellt werden. Weitere Grundstückseigentümer und Jagpächter auf dem Spülfeld wurden eng in den Planungs- und Realisierungsprozess eingebunden.

Warum das Ganze?

Das zwischen den Jahren 1925 und 1935 mit Wesersanden aufgespülte Spülfeld Mittelsbüren unterlag seit dem unterschiedlicher Nutzungen. Noch vorhandene Fundament- und Mauerreste zeugen von ehemaligen Flakstellungen im zweiten Weltkrieg und Flüchtlingsbaracken in der Nachkriegszeit. Große Teile des Spülfeldes wurden mit bindigem Oberboden überdeckt, um Sandverwehungen zu unterbinden.  So sind Teile des Spülfeldes immer offen gehalten worden oder im Rahmen von Kompensationsmaßnahmen als Sandmagerrasenlebensräume hergestellt worden.

Die an vielen Stellen offenen Sandflächen bilden einen Ersatzlebensraum für stark gefährdete Arten und Lebensgemeinschaften der Binnendünen. Diese sogenannten Magerrasen sind als wertvoller Lebensraum insbesondere für Flechten, Heuschrecken (z.B. Blauflüglige Ödlandschrecke, Langfühler-Dornschecke), seltene Laufkäferarten und Tagfalter zu erwähnen. Außerdem erfüllen die Sandflächen aufgrund ihrer Nachbarschaft zu Stillgewässern  wichtige Teillebensraumfunktionen für die Amphibienarten Kreuz- und Knoblauchkröte. Die gehölzgeprägten Teile des Spülfeldes weisen neben Zielarten wie Nachtigall auch den Neuntöter auf. Das Spülfeld Mittelsbüren ist somit das zoologisch wertvollste Sandspülfeld in Bremen.

Warum Pferde und Rinder?

Pferde und Rinder haben unterschiedliches Fress- und Sozialverhalten und ergänzen sich sehr gut in einem solchen Projekt. Die Rinder fressen Gras und Kräuter und schaffen durch den Tritt immer wieder offene Sandstrukturen. Das machen die Pferde auch, aber sie verbeißen auch gerne Rinde von Bäumen und Büschen und sorgen dafür, dass die Gehölze nicht zu stark zunehmen.

Da die Tiere ganzjährig auf den Flächen bleiben sollen, eignen sich alte robuste Haustierrassen besonders gut für eine solche Haltungsform. Der Betrieb Haake stellt seine Angus Rinder zur Verfügung, der BUND hat zwei Dülmener Stuten dazugekauft.

Dülmener Pferde

Auf dem Hof Tütsberg in Schneverdingen werden Dülmener Pferde gezüchtet und für die Offenhaltung der Lüneburger Heide eingesetzt. Von hier stammen die beiden Stuten „Nena“ und „Bianca“. Die Pferde wurden über Spendengelder zu finanzieren und werden dem Landwirt zur Verfügung gestellt (verpachtet). Pflege und Unterhaltung sowie tiermedizinische Versorgung der Tiere liegen bei dem Landwirt. Der BUND kooperiert schon seit über 30 Jahren mit der Familie Haake in Naturschutzprojekten und kann damit eine gute Versorgung der Tiere sicherstellen. Der Betrieb liegt direkt in Niederbüren, eine räumliche Nähe ist zwingend notwendig für die gute Betreuung.

Rückfragen:

Birgit Olbrich, 0177-8520976, birgit.olbrich@bund-bremen.net

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