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BUND Landesverband Bremen

An der Lesum Flachwasserzone mit Naturerleben verbinden!

25. Februar 2020 | Artenschutz, Bremen Nord, Flüsse & Gewässer, Schutzgebiete, Stadtnatur, Tiere und Pflanzen, Weser und Nordsee

BUND und Aktionsgemeinschaft Bremer Schweiz (AGBS) befürworten nachdrücklich den Bau der Flachwasserzone an der Lesum zwischen Knoops Park und Meierhofstraße im Bremer Stadtteil St. Magnus, fordern zugleich aber deutliche Verbesserungen für Naherholung und Naturerleben.

„Es gibt in Bremen keine vergleichbar großen Standorte an Weser und Lesum, wo ein tidebeeinflusstes Flachgewässer geschaffen werden kann“, erläutert BUND-Geschäftsführer Martin Rode. „Solche Flachwasserzonen sind sehr wichtige Lebensräume für Fische und viele andere Wasser- und Röhrichtbewohner. Sie stellen einen herausragenden Beitrag zur Wiederherstellung flusstypischer Auen dar, die infolge der Weservertiefungen fast vollständig verloren gegangen sind.“ Unstrittig sei, dass durch die Kompensationsmaßnahme die seit langem kaum noch landwirtschaftlich genutzten Lesumwiesen in ihrer Gestalt verändert werden. Durch die vielfältig gestaltete Gewässerneuanlage mit begrenztem Tideeinfluss werden aber in kurzer Zeit wieder landschaftlich reizvolle und ökologisch wertvolle Biotope entstehen, wie Erfahrungen aus ähnlichen Renaturierungsprojekten etwa an der Ochtummündung oder sogar in unmittelbarer Nachbarschaft von Knoops Park zeigen.

 

BUND und AGBS sehen allerdings bei der vorliegenden Planung Nachholbedarf in puncto Naherholung und Naturerleben. AGBS-Vorsitzende Susanne Wagner stellt klar: „Wir sind der Auffassung, dass in der Ausführungsplanung Anpassungen vorgenommen werden können, ohne dass weitere Verzögerungen bei der Umsetzung entstehen. Deshalb schlagen wir einige Schlüsselmaßnahmen vor, um die Naherholungsfunktion und Naturerlebbarkeit im Planbereich zu erhalten und an die zukünftig veränderten Rahmenbedingungen sinnvoll anzupassen. Außerdem sind diese Maßnahmen geeignet, die Akzeptanz der Kompensationsmaßnahme in der Bevölkerung zu erhöhen.“

 

Konkret handelt es sich um die folgenden Änderungsvorschläge, die beide Naturschutzorganisationen den zuständigen Stellen bereits mitgeteilt haben: Am westlichen Ende der Maßnahme am Übergang zum Weg Meierhofstraße-Bootslagerplatz sollte eine ca. 50 m breite, nicht vernässte Zone mit öffentlich zugänglichem Grünland entwickelt werden und ein Steg oder eine Aussichtsplattform das Naturerleben am Rande des neuen Biotops verbessern. Die Bodenablagerungsflächen sollten durch Ansaat einer geeigneten regionalen Samenmischung und zweimaliges Mähen pro Jahr zu artenreichen Wiesen entwickelt werden, so dass partiell eine Zugänglichkeit erhalten bleibt und Sichtachsen zum neuen Tidegewässer freigehalten werden. Vor allem aber sollte der Trampelpfad auf dem heutigen Sommerdeich seine Funktion als beliebter Rundweg behalten und möglichst zu einem komfortablen Wanderweg ausgebaut werden. Außerdem fordern BUND und AGBS von den verantwortlichen Stellen eine ökologische Baubegleitung in der Bauphase und mehrjährige ökologische Kontrolluntersuchungen zum Beleg der Wirksamkeit und ökologischen Aufwertung des Gebietes.

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