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BUND Landesverband Bremen

Bei der Herbstferienwoche in der BUND-Kinderwildnis drehte sich alles um Früchte – und was man damit machen kann

13. Oktober 2017 | Naturschutz

„Haltet auf jeden Fall Eure Hand über den Kopf, wenn ihr den Apfelbaum schüttelt!“ rät Amelie Geyer den Kindern - denn ein Apfel von oben kann ziemlich wehtun. In der Herbstferienwoche des BUND in der Kinderwildnis geht es um Äpfel, aber auch um Früchte, die der Herbst beschert, die man essen oder anderweitig nutzen kann

„Haltet auf jeden Fall Eure Hand über den Kopf, wenn ihr den Apfelbaum schüttelt!“ rät Amelie Geyer den Kindern - denn ein Apfel von oben kann ziemlich wehtun. In der Herbstferienwoche des BUND in der Kinderwildnis geht es um Äpfel, aber auch um Früchte, die der Herbst beschert, die man essen oder anderweitig nutzen kann: „An einem Tag haben wir Kastanien gesammelt und daraus Mobilés gebastelt“, sagt Amelie Geyer, die das Ferienprogramm in der Kinderwildnis durchführt. Doch für Teilnehmerin Marla, sieben Jahre alt, war es am Schönsten, große Kürbisse auszuhöhlen, sie mit nach Hause zu nehmen und eine Kerze hineinstellen. Aus dem Kürbis-Fruchtfleisch wurde Suppe gekocht - die für Jan Ole, zehn Jahre alt, ein Highlight war, ebenso wie das Feuer, denn in den Flammen durften die Kinder Maronen und Stockbrot rösten. Und an Haselsträuchern, die in der Kinderwildnis gedeihen, hängen nicht nur Haselnüsse, sondern aus den Zweigen lassen sich auch Wanderstöcke oder Pfeil und Bogen schnitzen.
Um den leckeren und gesunden Saft aus Äpfeln zu genießen, müssen die Kinder einiges tun: Die Früchte vom Boden sammeln oder vom Baum schütteln. Amelie Geyer zeigt den Kindern, welche Sorten in der Kinderwildnis reife Früchte tragen: zum Beispiel „Schöner von Herrnhut“ mit süß-säuerlichen Früchten oder „Zuccalmaglio Renette“, der noch bis in den November geerntet werden kann.
Das Thema Apfel bildet in der Herbstwoche einen klaren Schwerpunkt. Zwei große Eimer werden von den Kindern mit den saftigen Früchten vor Ort gefüllt. In einer Wanne werden sie gewaschen, dann geschält und schließlich über das drehbare Rad der Apfelsaftpresse so zerquetscht, dass sie ihren Saft preisgeben. Er rinnt in milchig-gelben Strömen in die Flaschen und Gläser – und wenn das erste Glas Apfelsaft probiert wird, ist ein Höhepunkt der Ferienwoche erreicht.
Unterstützend kümmert sich in der BUND-Kinderwildnis Apfelfachmann Ingo Sucher nicht nur ehrenamtlich um Pflege und Ernte der Obstbäume, er erzählt den Kindern auch einiges aus der Welt der Äpfel: zum Beispiel, dass Sorten wie Gravensteiner gleich nach dem Pflücken gegessen werden können, andere aber, wie Ontario oder Boskop, erst längere Zeit lagern müssen, bevor sie schmecken.
In der Kinderwildnis stehen derzeit etwa 15 Obstbäume, außer Äpfeln auch Pflaumen, Zwetschgen und Kirschen. Und dabei handelt es sich um alte, oft vom Aussterben bedrohte Sorten. Hier wächst zum Beispiel die Aroma-Zwetschge, eine uralte Liebhabersorte, die schon im 18. Jahrhundert bekannt und vor dem Ersten Weltkrieg noch weit verbreitet war, heute jedoch kaum noch zu finden ist.
Die Äpfel aus uralter Zuchttradition schmecken auch deshalb besser als viele Äpfel aus Massenkulturen, weil die Wurzeln hier viel Boden zur Verfügung haben. „Für den Geschmack ist das genauso wichtig wie zum Beispiel beim Wein“, weiß Ingo Sucher. „Im Intensiv-Obstbau, wo viele niedrige Stämme dicht an dicht stehen, haben die Sorten zu wenig Erde, um Aroma zu entwickeln“, sagt Sucher.
Über die Apfelmengen, die in diesem Jahr in der Kinderwildnis geerntet werden, kann sich Ingo Sucher nicht beklagen: „Die Ernte reicht aus, um alle laufenden Kinderprojekte zu versorgen, und die Kinder brauchen keine Äpfel von zu Hause mitzubringen.“
Woran liegt es nur, dass es den Kindern viel besser schmeckt, wenn sie vom Sammeln bis zum Pressen der Äpfel alles selber machen? Was auch für Kürbissuppe und Esskastanien gilt. 

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